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18. Mai 2022

E-Rezept: Die Kassenärzte schießen quer

In der Vergangenheit hatte ich den Eindruck, dass die Lobbyverbände der niedergelassenen Apotheken in Deutschland die großen Bremser bei der Einführung des E-Rezeptes und anderer elektronischer Anwendungen sind. Nun wissen wir es besser. Denn vor wenigen Tagen hat sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in einem Brief an das Gesundheitsministerium gewandt.

Ich zitiere aus diesem Schrieb: „Die Praxistauglichkeit des E-Rezeptes in den Testvorhaben ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht nachgewiesen.“ Damit steigt die Organisation der Kassenärzte aus dem Graben und verlangt durch die Blume eine weitere Verschiebung des E-Rezeptes. Was ist zuvor passiert?

Am 9. Mai hatte die teilstaatliche Gematik GmbH – also quasi der Betreiber des E-Rezeptes – seiner Gesellschafterversammlung eine Beschlussvorlage präsentiert. Danach sollte das E-Rezept in den Bundesländern Bayern und Schleswig-Holstein mit Wirkung zum 1. September verbindlich starten. Am Ende freilich gingen die Gesellschafter – darunter unter anderem der Bund und die gesetzlichen und privaten Krankenkassen – ohne Beschluss und konkretes Ergebnis auseinander. Am 30. Mai wird man wieder zusammenkommen, um das Kaugummi erneut zu kauen.

Formell betrachtet ist die Kassenärztliche Vereinigung nicht in der Lage, die Einführung des E-Rezeptes zu verhindern. Allerdings organisiert sie eben unsere tägliche und ambulante Gesundheitsversorgung. In dieser Eigenschaft ist die KBV ein wichtiger Player im deutschen Gesundheitswesen, dessen Einwände Gewicht haben.

Im Hintergrund wird also in diesen Tagen mit harten Bandagen um das E-Rezept gerungen. In der Folge reagierten die Aktien der Zur Rose und Shop Apotheke mit großen Ausschlägen in beide Richtungen. Der Markt wittert natürlich die große Disruption. Auf der anderen Seite fürchtet man, dass der Widerstand der niedergelassenen Ärzte kurzfristig nicht zu brechen ist. Es wird also für uns spannend bleiben. Merken Sie sich bitte den 30. Mai vor, wenn die Gematik-Gesellschafterversammlung erneut tagt!

Mir ist das fast etwas zu viel der Spannung. Aber letztlich gilt: Disruptive Vorgänge sind oftmals schmerzhaft. Ich bin mir unverändert sicher, das E-Rezept wird kommen. Wir bleiben in der Aktie der Zur Rose investiert und setzen darauf, dass die Disruption erfolgreich vollzogen wird.  

Empfehlung: halten

23. März 2022

Albemarle: Lithium-Sparte immer größer – Ich hebe US-Aktie auf Kaufen

In der Vergangenheit war der Standort Kemerton (Western Australia) die große Baustelle im Albemarle-Portfolio. Hier funktionierte nicht viel. 2019 startete man die Erschließung und plante eine Produktion nur unter Halblast (50.000 Tonnen Lithiumhydroxid pro Jahr), weil die Preise für den Rohstoff damals im Keller lagen. 2021 wirft man unter dem Eindruck anziehender Lithiumpreise die Planungen um und will nun Volllast für Kemerton. Freilich war der lokale Arbeitsmarkt leergefegt, und die guten Pläne blieben unrealisiert.

Jetzt endlich die Wende! Man hat bundesweit in Australien rund 1.000 Minenkumpel akquiriert und wird in „einigen Wochen“ die Linien 3 und 4 (production trains) anfahren. Damit steigert man die Jahresproduktion um 50.000 Tonnen. Beigefügt habe ich Ihnen eine Luftaufnahme des Standortes Kemerton.

Unterdessen trudeln nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen (5. Mai) die überarbeiteten Analystenschätzungen ein. Nicht ganz überraschend heben insgesamt 10 Kollegen die Kursziele für die Lithium-Aktie an. Besonders begeistert zeigt sich dabei Oppenheimer, die den Kurs in 12 Monaten bei 368 USD sehen. Im Schnitt erwartet die Analystenzunft Kurse von knapp 300 USD. Gestern kostete die Albemarle-Aktie in New York knapp 240 USD.

Das wissen Sie: Was für Albemarle gilt, zählt auch für den Konkurrenten Livent. Auch hier zeigen sich die Analysten optimistisch und empfehlen die US-Aktie ganz mehrheitlich zum Kauf. Per saldo rückte Albemarle auf Wochensicht um 8 % vor, während Livent 15 % für Ihr Depot schaffte.

Wir bleiben uneingeschränkt in unserem Lithium-Tandem investiert.

Albermarle Corp.

Empfehlung: halten

Livent Corp.

Empfehlung: halten

Luftaufnahme: Standort Kemerton

18. Mai 2022

Sartorius: Investoren haben Schaum aus der Aktie genommen

Zuletzt hatte mich ein Premium-Leser um eine kurzfristige Einschätzung der Sartorius-Aktie gebeten. Seit Kauf entwickelt sich der Medizindienstleister für uns ungünstig. Was sind die Faktoren?

In den vergangenen Wochen sind keine schlechten Nachrichten von Substanz aus dem Unternehmen bekannt geworden. Operativ wird an den diversen Sartorius-Standorten wie Göttingen oder Aubagne (Frankreich) also vermutlich weiter gut und erfolgreich gearbeitet. Allerdings haben sich die Investoren zuletzt an der erhöhten Bewertung der Aktie gerieben und folglich eher verkauft. Sartorius wird zu Recht dem Segment der Wachstumsaktien zugerechnet. Genau diese Werte waren allerdings zuletzt nicht im Fokus der Käufer. So blieb die Aktie in den vergangenen 3 Monaten über 6 % hinter dem DAX zurück (Underperformance).

Ich mache Ihnen jetzt keine vorschnellen Versprechungen. Allerdings gilt: Die Bewertung der Aktie hat sich inzwischen spürbar ermäßigt. So war der Titel 2020 noch mit dem Hundertfachen des erwarteten Jahresgewinns bewertet. Inzwischen liegt diese Kennzahl bei rund 35. Viel Schaum ist hier also nun abgeschöpft. Ferner erwarte ich, dass sich die Underperformance der Aktie gegenüber dem DAX in den kommenden Wochen und Monat spürbar reduzieren wird.

Denn auch diese Wahrheit gilt: Medizintechnik, Pharma oder Biotech sind nicht zyklisch oder konjunktursensibel, weil wir eben auch im Börsenabschwung krank werden. Kurzum: Ich habe die Aktie der Sartorius ohne Frage zu früh und zu teuer empfohlen. Gleichwohl habe ich begründete Hoffnung, dass der Titel für das NextGeneration-Depot nächstens liefern wird.

Ergo bleiben wir investiert.

Empfehlung: halten

18. Mai 2022

Swiss Prime-Aktie zieht gegen den Trend Geld aus Deutschland

Dieser Befund ist erklärungsbedürftig. Hierzulande schmieren Immobilien-Aktien wie etwa der DAX-Wert Vonovia ab, während quasi nur wenige Kilometer entfernt in der Schweiz ein sehr vergleichbares Geschäftsmodell wie Swiss Prime weiter aufwärts strebt. Warum ist das so? Und, hält dieser Trend an?

Aktuell sehen wir Umschichtungen aus deutschen und auch aus anderen Immo-Werten der Euro-Zone in eidgenössische Immo-Aktien. Diese Maßnahmen sind fundamental logisch und begründet. Die Investoren antizipieren eine Zinswende – ungefähr nach US-Vorbild – für die Euro-Zone. Eine solche Zinswende belastet das Geschäftsmodell der Immo-Branche, da man üblicherweise mit bedeutendem Fremdkapitalanteil arbeitet.

Für den Standort Schweiz hingegen ist eine Zinswende aktuell nicht einmal entfernt absehbar. Zwar steigt auch dort die Inflation, lag gleichwohl im April lediglich bei moderaten 2,5 %. Zum Vergleich: Für die Euro-Zone haben die Statistiker zuletzt eine Rate von 7,5 % errechnet. Anders formuliert: Die Schweizerische Nationalbank hat also reichlich Freiheit, an ihrer Minuszinspolitik festzuhalten. Das spielt Swiss Prime gut in die Karten.

Auf Wochensicht verbesserte sich die Aktie um über 5 %. Damit ist der Depotstabilisator kurzfristig sicherlich erst einmal überkauft. Gleichwohl bestätige ich meine Empfehlung, sofern Sie noch nicht engagiert sind. Erkennen Sie als Deutscher, Österreicher, Luxemburger, Belgier oder wo immer Sie in der Euro-Zone meinen Dienst lesen die Vorzüge des Schweizer Kapitalmarktes. Meine Schweiz-Leser erkennen die Vorzüge des eigenen Marktes sowieso und agieren entsprechend, sofern noch nicht geschehen.

Ich hebe das Kauflimit für die Aktie der Swiss Prime von 95 auf 98 CHF an. Gerade kostet der Titel in Zürich 99,30 CHF. Also, wenn er nächstens nochmals leicht wackelt, sind Sie zur Stelle und holen sich den Depotstabilisator.    

Empfehlung: kaufen bis 98,00 CHF

Börsenplatz: Zürich
WKN/ ISIN: 927016 / CH0008038389

 

Maximale Outperformance

11. Mai 2022

Adidas: Zahlen einigermaßen im Rahmen – China-Geschäft schwach

Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas hat im abgelaufenen Quartal den Umsatz aufgrund positiver Währungseffekte leicht auf 5,3 Milliarden Euro gesteigert. Rechnet man diese Effekte heraus, wäre der Umsatz um rund 3 % geschrumpft. Dabei ist die Welt derzeit für Adidas gespalten.

So wuchs der Umsatz in Nordamerika und Europa im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 %. Ganz schwach hingegen zeigte sich der chinesische Markt, wo der Umsatz um 35 % eingebrochen ist. Dort hat das Unternehmen derzeit ein mittelprächtiges Markenproblem, nachdem sich die Unternehmensführung in der Uiguren-Frage politisch exponiert hatte.

Ferner liegen einige Regionen in China unter einem Lockdown. Das belastet die Produktion und zudem den Absatz über den stationären Einzelhandel. Ich erwarte allerdings, dass Adidas im Reich der Mitte nun das Tal der Tränen durchschritten hat. Im laufenden Quartal erwartet man für die Region Greater China zumindest wieder moderates Wachstum. Mittelfristig hat das Unternehmen hier durchaus erhebliches (Aufhol)potenzial.

Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn pro Aktie von 2,60 auf 1,60 Euro im Quartal. Gleichwohl hält man in Herzogenaurach an der bisherigen Jahresprognose fest und sieht für 2022 einen Nettogewinn zwischen 1,8 Milliarden und 1,9 Milliarden Euro voraus.

Meine Einschätzung: Lieferprobleme und damit einhergehend steigende Kosten in der Beschaffung haben die Gewinnmarge gedrückt. Ungeachtet der Belastungen hat das Unternehmen weiter stramm in die eigene Marke sowie den Online-Absatz investiert. Ich gehe davon aus, dass man in der zweiten Jahreshälfte wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden wird, sofern der globale Konsum ungefähr stabil bleibt. Ferner sollte die im November und Dezember anstehende Fußball-WM in Katar für frische Absatzimpulse sorgen.

Wir bleiben investiert.     

Empfehlung: halten

11. Mai 2022

Münchener Rück liefert – Prämieneinnahmen +16 %

Der bayerische Rückversicherer Münchener Rück ist relativ gut in das laufende Geschäftsjahr gestartet. Man steigerte den Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2 % auf 607 Millionen Euro. Dabei profitierte man von einer rückläufigen Schadensquote. So musste man für Naturkatastrophen nur noch rund 667 Millionen Euro an die Erstversicherer auskehren und damit 25 % weniger als im vorjährigen Vergleichszeitraum. Gleichzeitig zogen die Prämieneinnahmen um 16 % auf fast 17 Milliarden Euro an.  

Das war nicht so gut: Zwei Tage vor Ausbruch des Kriegs in der Ukraine erklärte der Vorstandsvorsitzende des Rückversicherers, dass man praktisch keine Auswirkungen aus dem Ukrainekrieg zu befürchten habe. Diese Ankündigung war zu optimistisch. So musste das Unternehmen russische und ukrainische Anleihen im Portfolio wertberichtigen. Diese Maßnahmen schlagen nun mit einer Abschreibung in Höhe von 700 Millionen Euro zu Buche. Allerdings verringert die Abschreibung die Steuerquote des Versicherers. Ferner müssen einen Teil der Belastung die Kunden der Lebensversicherungs-Sparte tragen. Netto hat der Ukrainekrieg die Gewinnrechnung mit 370 Millionen Euro belastet.  

Unter den gegebenen Umständen ist das Zahlenwerk der Bayern sehr in Ordnung. So blickt die Unternehmensführung optimistisch in die Zukunft und hat die bisherige Jahresprognose – Nettogewinn rund 3,3 Milliarden Euro – bestätigt. Dabei räumt man ein, dass man die Folgen des Ukrainekriegs zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend prognostizieren kann.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der Münchener Rück. Fassen Sie zu Kursen bis oder unter 214 Euro zu, sofern Sie noch nicht investiert sind.

Empfehlung: kaufen bis 214,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 843002 / DE0008430026

 

11. Mai 2022

Swiss Re enttäuscht – Risikobuch weiterhin nicht optimal

Der Zürcher Rückversicherer Swiss Re ist im abgelaufenen Quartal erneut in die roten Zahlen abgerutscht. Unter dem Strich meldete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 248 Millionen USD, nachdem man im Vorjahresquartal netto noch 333 Millionen USD verdient hat. Was waren die Belastungsfaktoren?

Im abgelaufenen Quartal musste man für Naturkatastrophen Entschädigungen in Höhe von 524 Millionen USD leisten, während Covid-Schäden mit 515 Millionen USD zu Buche schlugen. Ferner hat man vorsichtshalber Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg in Höhe von 283 Millionen USD vorgenommen. Erfreulich entwickelte sich hingegen das Prämienaufkommen im Sachgeschäft Rück. Hier verbuchte man einen Zuwachs in Höhe von 15 %.

Vor allem im direkten Vergleich mit dem Konkurrenten Münchener Rück wird die Schwäche des Zahlenwerks offensichtlich. Das Buch der Schweizer umfasst ganz offenbar Risiken, für die man in der Vergangenheit keine angemessenen Prämien erzielen konnte. Der Vorstandsvorsitzende hatte hier Abhilfe versprochen und eine Optimierung des Risikobuches angekündigt. Im abgelaufenen Quartal sehe ich diese Optimierung noch nicht.

Ich nehme die Aktie der Swiss Re zunächst auf Halten zurück. Im Segment der Rückversicherer bietet Münchener Rück momentan bessere Chancen.

Empfehlung: halten

5. Mai 2022

Bestes Zahlenwerk: Nach Livent geht jetzt Albemarle steil

Gestern hat der marktführende Lithiumförderer Albemarle einmal mehr Zahlenwerk der Extraklasse präsentiert. Im abgelaufenen Quartal steigerte man den Umsatz um 36 % auf 1,13 Milliarden USD. Netto verdient man rund 253 Millionen USD oder 2,15 USD je Aktie. Das entspricht einem Wachstumsschub von satten 155 %. Dabei haben die Amerikaner im Vorjahresquartal eine kleinere Einheit der Spezialchemie veräußert. Würde man die daraus resultierende Einmalbelastung für Umsatz und Gewinn bereinigen, wäre etwa der Umsatz sogar um 44 % gestiegen.

Das hohe Wachstum wird nach Unternehmensangaben nicht vorübergehend sein. So hat man die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr spürbar angehoben. Unter dem Strich erwartet man ein Umsatzwachstum zwischen 60 und 70 %. Der operative Gewinn soll sich mindestens verdoppeln. Dabei profitiert das Unternehmen davon, dass die ungünstigen Liefervereinbarungen aus der Vergangenheit nun alle auslaufen. Damit schlägt die Hausse der Lithiumpreise erstmals voll auf das Konzernergebnis durch.

Aber auch das Geschäft mit dem Brandhemmer Brom zeigt sich stark und meldete ein Umsatzwachstum in Höhe von 28 %. Die Spezialchemikalie steht immer noch für ein Drittel des Umsatzes, während Lithium im vergangenen Jahr rund 40 % des Umsatzes geholt hat.

Unterdessen wurde bekannt, dass Albemarle vor Plan im kommenden Juli die Wodgina-Mine in der Region Pilbara (Western Australia) anfahren wird. Dort wird Lithium bergmännisch, also aus Spodumen, gewonnen. Wodgina gehört gemessen an den Reserven zu den drei größten Lithiumminen der Welt. Albemarle kontrolliert 60 % der Mine und wird das operative Geschäft verantworten.

Die Albemarle-Aktie ist heute stark gefragt und verteuert sich um knapp 14 %. Wir halten unverändert an der lukrativen Doppelgewichtung Livent und Albemarle fest. Die Gegenseite, also die Autobauer Tesla, BYD oder etwa VW klagen unverändert über einen unterversorgten Lithium-Markt.

Empfehlung: halten

4. Mai 2022

Livent-Aktie explodiert nach Zahlen – Umsatzprognose angehoben

Der Lithiumförderer Livent hat im ersten Quartal den Umsatz um 56 % auf 143,5 Millionen USD gesteigert. Gleichzeitig erwirtschaftete man einen Nettogewinn in Höhe von 53 Millionen USD. Im gleichen Vorjahreszeitraum hatte Livent noch einen kleinen Verlust geschrieben. Bereinigt man den Nettogewinn um Einmaleffekte hat man 0,21 USD je Aktie verdient. Die Analysten hatten im Schnitt lediglich 0,14 USD erwartet.

Zu Deutsch: Der Lithiumförderer hat die Markterwartungen himmelweit übertroffen. Vor diesem Hintergrund hat die Unternehmensführung die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Unter günstigen Marktbedingungen erwartet man nun einen Jahresumsatz in Höhe von bis zu 835 Millionen USD. Zuvor war man noch von einem Umsatz von maximal 600 Millionen USD ausgegangen.

Unterdessen wurde bekannt, dass Livent nun die Gesellschaft Québec Lithium Partners vollständig übernehmen wird. Diese Gesellschaft hält 50 % der Whabouchi-Mine, die zu den ergiebigsten Hartstein-Vorkommen der Welt gerechnet wird. Dabei wird man seinen bisherigen Partner Pallinghurst Group mit 17,5 Millionen Livent-Aktien ausbezahlen. Nach meiner Berechnung steigt Livent mit dem Whabouchi-Projekt in die Spitzengruppe der Lithiumförderer auf. Das wird allerdings noch nicht gleich morgen sein. So nannte die Unternehmensführung gestern in der Bilanzpressekonferenz noch keinen Termin für den Start der Mine. Ich erwarte, dass es mindestens noch ein Jahr braucht, bis das Projekt förderfähig erschlossen ist.

Bereits unmittelbar nach Veröffentlichung der Zahlen legte die Livent-Aktie in New York nachbörslich prozentual zweistellig zu. Heute legen die Investoren nochmals umfassend nach und treiben die Aktie in Deutschland um rund 20 %. Morgen werden wir erfahren, wie der Marktführer Albemarle sich zum Jahresauftakt geschlagen hat.

Wir bleiben unverändert in der Aktie der Livent investiert.    

Empfehlung: halten

4. Mai 2022

Illinois Tool Works hebt Jahresprognose an – Ich stufe Aktie auf

Der Mischkonzern Illinois Tool Works hat im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von fast 4 Milliarden USD (+11 %) erzielt. Beim Gewinn pro Aktie schaffte man 2,11 USD und damit genau soviel wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Ungeachtet des stagnierenden Gewinns hat die Unternehmensführung die Jahresprognose angehoben. Man erwartet danach einen Gewinn in der Spanne zwischen 9 und 9,40 USD je Aktie. Eine Dividendenerhöhung hat man zunächst noch nicht angekündigt.

Illinois Tool Works gehört den sog. Dividenden-Aristokraten, die die Gewinnbeteiligung für die Aktionäre prinzipiell einmal pro Jahr erhöhen. Vergleichen Sie hierzu bitte auch den beigefügten Kasten!

Insgesamt trugen 6 der 7 Geschäftseinheiten zum Unternehmenserfolg bei. Dabei präsentierte sich besonders die Sparte Lebensmittelproduktion (+28 % beim Umsatz). Hier produziert man unter verschiedenen Marken allerlei Ausstattung für Großküchen. Wichtiger Konkurrent in diesem Segment ist unter anderem die bayerische Rational AG.  

Schwach war hingegen die Tochter ITW Automotive, die einen kleinen Umsatzrückgang verkraften musste. Hier agiert man im Kern als klassischer Autozulieferer, dessen Geschäftsmodell zuletzt unter den anhaltenden Lieferengpässen in der Branche gelitten hat.

Die Aktie notierte zuletzt eher weich und verlor auf Sicht von 3 Monaten rund 8 % ihres ursprünglichen Kurswertes. Für mich ist das ein guter Grund, die Aktie der Illinois Tool Works wieder auf Kaufen heraufzusetzen. Fassen Sie zu Kursen bis 205 USD oder umgerechnet rund 195 Euro zu.

Empfehlung: kaufen bis 205,00 USD

Börsenplatz: NYSE

WKN/ ISIN: 861219 / US4523081093

 

Dividendenschätzungen zur ITW

3. Mai 2022

Aker Solutions liefert solide Zahlen – Investoren wollten mehr

Der norwegische Spezialist für Energieproduktion zu Wasser – Öl, Gas, Wind- und Wasserkraft – hat im abgelaufenen Quartal den Umsatz um 27 % auf 8,3 Milliarden NOK gesteigert. Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis legte um 36 % auf 583 Millionen NOK zu. Netto konnte man den Gewinn pro Aktie auf 0,39 NOK fast verachtfachen.

Das Management bezeichnete die Zahlen zu Recht als solide. Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz führte man ferner aus, dass man derzeit in Russland nicht aktiv ist und dort auch keine neuen Projekte aufbauen wird. Die Integration der jüngsten Übernahme des Wasserkraft-Technikers Rainpower schreite planmäßig voran, so Vorstandschef Kjetil Digre. Insgesamt fehlte dem Zahlenwerk und auch den Aussagen der Bilanzpressekonferenz, bei der ich virtuell zugegen war, etwas das Salz in der Suppe.

Aker Solutions leidet derzeit vor allem unter gestiegenen Kosten etwa für das wichtige Vorprodukt Beton. Zur Info: Die Verankerung eines Windrades im Meeresboden verschlingt Unmengen dieses Materials. Zudem gelang es den Norwegern zuletzt nicht, größere Aufträge für völlig neue Projekte zu akquirieren. Im Wesentlichen verdiente man Geld mit dem Ausbau bestehender Öl- und Gasfelder. Unter dem Strich schaffte man lediglich eine eher bescheidene operative Gewinnmarge von 7 %. Folglich steht die Aktie aktuell unter starkem Verkaufsdruck und verliert rund 9 %.

Der Kursrücksetzer ist zumindest in seiner Intensität stark übertrieben. Gleichwohl belasse ich die Aktie zunächst auf Halten.

Empfehlung: halten

29. April 2022

Chapeau! Soitec bestätigt eindrucksvoll Wachstumskurs – Aktie gefragt

Der französische Spezialist für hochwertige Chip-Materialien Soitec hat im abgelaufenen Quartal gezeigt, das Rekordwachstum der jüngeren Vergangenheit ist keine Eintagsfliege. Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte man den Umsatz organisch um 50 %. Addiert man dazu positive Währungseffekte (Dollar-Stärke), konnte man den Umsatz sogar um 54 % steigern. Zur Info: Es ist üblich, Währungseffekte herauszurechnen, da sie kein eigener „Verdienst“ der unternehmerischen Arbeit sind.

Im abgelaufenen Quartal steigerte man den Umsatz um 53 % auf 282 Millionen Euro. Leider haben die Franzosen noch keine Gewinnzahlen veröffentlicht, allerdings eine operative Marge (EBIDTA) von 35,5 % genannt. Zum Vergleich: Apple schaffte zuletzt eine Marge von 33,4 %, der Chip-Riese Qualcomm meldete 35,4 %. Anders formuliert: Soitec spielt gemessen an dieser Kennzahl in der ersten Liga der Börsenwelt.

Diese schöne Gewinnmarge soll bis 2025/26 nochmals auf rund 40 % ausgebaut werden. Gleichzeitig soll in diesem Zeitraum der Jahresumsatz um 140 % steigen. Dafür unterstellen die Franzosen einen Eurokurs von 1,20 USD. Zuletzt kostete ein Euro allerdings bereits 1,05 USD. Sollte diese Dollar-Stärke auch künftig Bestand haben, wird Soitec die eigenen Prognosen deutlich zu übertreffen. Generell gilt: Das Unternehmen lässt sich im Wesentlichen in Dollar bezahlen. Soitec ist damit ein typisches europäisches Exportunternehmen, dem Dollar-Stärke bzw. Euro-Schwäche in die Karten spielt.  

Das muss das Management noch leisten: Der Unternehmenserfolg hängt derzeit noch etwas einseitig an einem bestimmten Wafer-Typ. So erzielte man im Quartal 175 Millionen Euro Umsatz allein mit diesem 300 mm-Wafer. Diese Abhängigkeit von einem Produkt ist typisch für jüngere Unternehmen. Gelingt es dem Management künftig, den Umsatz besser zu diversifizieren, sind deutlich höhere Bewertungen möglich. Im Vergleich zu US-Unternehmen der Chip-Branche ist die Soitec-Aktie noch vergleichsweise günstig bewertet.

Chartkommentar: Die Aktie trifft nun auf einen oberen Widerstand bei rund 180 Euro, den ich hier rot eingezeichnet habe. Sobald dieser Widerstand genommen wird, werde ich die Soitec-Aktie wieder auf Kaufen heraufstufen. Fundamental betrachtet ist die Welt in Bernin (Grenoble) auf jeden Fall in Ordnung. Das sehen auch die übrigen Investoren genau wie ich, sodass die Aktie auf Wochensicht 4 % zulegte.

Ich bestätige zunächst meine Halten-Empfehlung.

Empfehlung: halten

Frisches Kaufsignal in Reichweite

29. April 2022

Generalversammlung: Aktionäre sichern Zur Rose weiteres Kapital zu

Der Apothekendienstleister Zur Rose darf auch künftig auf die Unterstützung der Investoren rechnen. So hat die virtuelle Generalversammlung der Aktionäre beschlossen, dass das Unternehmen das Kapital um bis zu 50 % erhöhen darf. Dabei versicherte die Unternehmensführung, dass dieser Beschluss zunächst auf Vorrat zu fassen sei. Eine Kapitalmaßnahme stehe kurzfristig nicht auf der Agenda.

Die Beschlüsse im Detail: Zur Rose hat nun zwei Optionen. Erstens: Man erhöht das Kapital lediglich um 10 %. In diesem Fall kann das Unternehmen Bestandsaktionäre ausschließen und die Transaktion mit ausgesuchten Großinvestoren im Rahmen einer Privatplatzierung organisieren. Der Vorteil für uns: Eine kleine Kapitalerhöhung wäre vergleichsweise schonend. Der Nachteil: Wir hätten keinen Zugriff auf die vergünstigten Aktien. Nach diesem Muster hat man die letzten Kapitalerhöhungen nach dem Börsengang durchgeführt.

Die große Option: Will Zur Rose mehr als 10 %, muss die Kapitalerhöhung allen Aktionären angeboten werden. Der Nachteil: Eine solche große Kapitalerhöhung beschädigt zunächst den Aktienkurs. Der Vorteil für uns: Wir dürfen mitmachen und profitieren von Vorzugskonditionen, um auf diese Weise den kurzfristigen Kursrücksetzer auszugleichen.

Meine Prognose: Ich gehe davon aus, dass Zur Rose Option 2 realisieren wird, und zwar sobald das E-Rezept in Deutschland starten wird. Dann werden die Aktionäre sicherlich spendierfreudig sein, um den weiteren Wachstumskurs des Apothekendienstleisters zu unterstützen. Außerdem steht dann das neue Kapital exakt zu dem Zeitpunkt zur Verfügung, an dem es auch sinnvoll eingesetzt werden kann. Genau in diesem Punkt lag das Problem in der Vergangenheit. Man mobilisierte Millionen für eine Werbekampagne rund um das bevorstehende E-Rezept, und dann kam es nicht. Das Geld war damit weitgehend in den Sand gesetzt.

Wir bleiben zunächst unverändert investiert. Die Kapitalerhöhung erwarte ich für das dritte oder vierte Quartal. Stand heute bin ich bereit, an dieser Maßnahme teilzunehmen

Empfehlung: halten

29. April 2022

Apple: Die vielleicht beste konservative Wachstumsaktie der Welt

Dieses Unternehmen bleibt ein Phänomen. Ungeachtet zahlreicher Herausforderungen – Inflation, Chip-Mangel und Krieg – hat Apple im abgelaufenen Quartal den Umsatz erneut auf 97 Milliarden USD (+9 %) gesteigert. Unter dem Strich verdiente man netto 25 Milliarden USD (+6 %).   

Erwartungsgemäß ist der Anteil des Smartphone-Geschäfts am Umsatzmix weiter gesunken. Hier holte man rund 50 Milliarden USD Umsatz (+5,4 %). Der Wachstumsmotor im Portfolio bleibt die Servicesparte – also unter anderem Speicherdienste, Musik- und Video-Streaming –, die im Jahresvergleich um 17 % expandierte.

Ukrainekrieg: Zuletzt heulte das Netflix-Management laut, dass man das Russland-Geschäft verloren und deshalb unter dem Strich Abokunden  eingebüßt habe. Apple hat Russland zuletzt ebenfalls verloren. In der Gesamtrechnung ist diese Belastung gleichwohl komplett kompensiert worden. Bemerkenswert außerdem: Bereits zur Jahreswende holte man sich in China die Marktführerschaft (23 %) im Smartphone-Geschäft zurück. In der Tat ist Apple eines der wenigen Silicon Valley-Unternehmen, dass im Reich der Mitte (erfolgreich) agieren darf.

Fazit: Dieses Zahlenwerk hat mich beeindruckt. Apple rechne ich unverändert zu den zwei oder drei besten konservativen Wachstumsaktien des internationalen Kurszettels. Ich möchte, dass wir in diesem Stabilitätsanker des NextGeneration-Depots alle investiert sind.

Folglich stufe ich die Apple-Aktie wieder auf Kaufen herauf. Setzen Sie, sofern Sie noch nicht engagiert sind, ein Abstauberlimit bei 142 Euro. Damit wird Ihnen der Kauf nicht gleich in der nächsten Woche gelingen. Das ist aber auch nicht erforderlich. Wichtig ist mir nur, wenn der Markt und die Apple-Aktie nochmals wackelt, müssen Sie die Stücke aufnehmen. Terminieren Sie die Kauforder einfach ultimo Mai, also bis Ende Mai.

Empfehlung: kaufen bis 142,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 865985 / US0378331005

27. April 2022

Zur Rose: Lauterbach macht Digitalisierung zur Chefsache

Der bundesdeutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach wirft sich nun für die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens in die Bresche. Im Rahmen der Digital Health-Messe, die zuletzt in Berlin stattfand, kündigte er die Einführung der sog. EAU – Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ­– an. Ferner geht er davon aus, dass das E-Rezept hierzulande im Herbst vollständig ausgerollt werden kann. Zur Info: Vor einer Woche wurden rund 10.000 E-Rezepte von den beteiligten Parteien abgewickelt. Dabei wurde kein einziges Rezept von den gesetzlichen Krankenversicherungen abgewiesen. Anders formuliert: Deutschland ist zwar langsam, aber in seiner Gründlichkeit erfolgreich. Am Markt kamen die Worte unseres obersten Gesundheitsexperten gut an. So verbesserten sich die Aktien der Zur Rose sowie der Shop Apotheke auf Wochensicht prozentual zweistellig.

Unterdessen hat der Deutsche Apothekerverband die Zahl der in Deutschland niedergelassenen Apotheken veröffentlicht. Danach ist die Zahl der stationären Apotheken bis Ende März auf einen neuen negativen Rekordwert von 18.362 gesunken. Der Verband erwartet, dass im Verlauf des kommenden Jahres weitere Apotheken aufgegeben werden, weil man keinen Nachfolger findet. Im Verlauf des nächsten Jahres soll die Zahl der Standorte sogar unter die Marke von 18.000 fallen.

Diese neuen Schätzungen des Apothekerverbandes werden sich sicherlich kurzfristig nicht nennenswert auf den Kurs der Zur Rose-Aktie auswirken. Gleichwohl wirkt hier im Hintergrund Gleichwohl wirkt hier im Hintergrund ein Kraft, die den Online-Anbietern langfristig entgegenkommt.

Kurzfristig wichtiger für den Aktienkurs werden die Ergebnisse der morgigen Generalversammlung sein. Bedeutungsvoll werden dabei zwei Faktoren sein. Bekanntlich wünscht die Unternehmensführung, dass die Aktionäre einer Kapitalerhöhung auf Vorrat zustimmen, die dann in den nächsten 12 Monaten bei Bedarf realisiert werden kann. Dabei stellt man sich bei Zur Rose eine satte Kapitalspritze von bis zu 50 % des Grundkapitals vor.

Hier sind wir als Aktionär etwas in der Zwickmühle. Natürlich brauchen  die Eidgenossen als Wachstumsunternehmen nach der Verschiebung des E-Rezeptes nochmals frisches Kapital. Gleichwohl dürfen wir hier keinen „Freifahrtschein“ unterschreiben. Mit Spannung werde ich zudem beobachten, wie sich der US-Investor Frank Sands einführen wird. Der aktivistische Investor ist für seine „Stänkerei“ bekannt. Er hat sich erst vor wenigen Tagen bei Zur Rose eingekauft. Konstruktive Unruhe wird dem Unternehmen meines Erachtens durchaus helfen.

Heute stufe ich die Aktie zunächst auf Halten herab. Anschließend werde ich den Ausgang der Aktionärsversammlung analysieren und je nach konkreter Entwicklung den Titel wieder auf Kaufen aufstufen.

Empfehlung: halten

27. April 2022

Der psychologische Moment: Albemarle und Livent vor Zahlen unter Druck

In den vergangenen Tagen entwickelten sich die Aktien der Lithiumförderer Albemarle und Livent ausgesprochen ungünstig für uns. Liegen belastende Nachrichten aus den Unternehmen oder der Branche vor? Nein! Warum dann der Kursrücksetzer? 

In den vergangenen Wochen haben wir fast immer denselben Kurseffekt beobachtet. Danach wurden Aktien in den Tagen vor Veröffentlichung der Quartalszahlen abgeladen. Dieser Sachverhalt spiegelt die momentane Ängstlichkeit der Investoren wider. Nach den Zahlen holte man sich die Aktien zurück, sofern das Zahlenwerk stark war. Dabei gilt: Je stärker die Aktie in der Vergangenheit, desto ausgeprägter der Effekt.

Albemarle und Livent berichten am 4. bzw. 3. Mai aus dem abgelaufenen Quartal. Ich habe keine Veranlassung, hier schwaches Zahlenwerk zu befürchten. Aktuell gehe ich davon aus, dass der Nachfrageboom nach E-Autos und damit die Nachfrage nach Batterie-Lithium bis – ganz konservativ geschätzt – 2024 anhalten wird. Wahrscheinlich wird der Trend sogar längerfristig aktiv bleiben, wenn auch in reduzierter Intensität.

Die aktuelle Kursschwäche der Lithium-Aktien soll uns nicht aus der Ruhe bringen. Wir bleiben weiter investiert.

Empfehlung: halten

27. April 2022

Swatch Group: Wir verkaufen und suchen Besseres

Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, von der Position Swatch Group Abstand zu nehmen. Das sind meine Überlegungen: Wir hatten die Aktie Ende 2020 angeschafft, als die Inflationsentwicklung in der aktuellen Form noch nicht absehbar war. Nun hat das Unternehmen bereits vor einigen Wochen erklärt, dass man die Preise nicht anheben wird, um die bestehenden Kundenbeziehungen nicht zu gefährden. Das freut die Kunden, die Börsianer weniger. Denn wer im gegenwärtigen Umfeld die Preise nicht anpasst, wird unweigerlich an Gewinndynamik verlieren.

Diese Frage ist logisch. Warum hauen die Schweizer nicht die Teuerung einfach auf die Preise? Ist das pure Kundenfreundlichkeit? Ja schon, aber für uns ist es auch ein Wink mit dem Zaunpfahl, dass Teile des Angebots nicht derart exklusiv sind, dass man beliebig die Preise hochfahren kann. Kurzfristig dürfte daneben die Schwäche des für Swatch sehr wichtigen China-Marktes das Kurspotenzial der Aktie begrenzen.  

Meine Aktion: Veräußern Sie nun bitte die Aktie der Swatch Group! Dazu setze ich ein Verkaufslimit in Höhe von 249 CHF für Zürich oder umgerechnet 243,70 Euro, sofern Sie in Deutschland außerbörslich handeln.

Was kommt danach? Durch den Verkauf der Swatch-Aktie wird die Cashquote im Dividendendepot auf über 40 % anschwellen. Das ist nicht der Plan. So werde ich zeitnah neu empfehlen und die Schweiz-Aktie entsprechend ersetzen.

Empfehlung: verkaufen ab 249,00 CHF

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: 865126 / CH0012255151

21. April 2022

Sartorius überzeugt auf ganzer Linie – Aktie setzt sich an DAX-Spitze

Der norddeutsche Labortechniker Sartorius ist dynamisch in das Geschäftsjahr 2022 gestartet, wie die heutigen vorläufigen Quartalszahlen belegen. Man konnte den Umsatz im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 25 % auf leicht über 1 Milliarde Euro steigern. Unter Berücksichtigung positiver Währungseffekte schaffte man sogar ein Umsatzwachstum in Höhe von fast 30 %.

Der operative Gewinn stieg im Quartal um 32 % auf knapp 350 Millionen Euro. Erfreulich hier: Man konnte die ohnehin schon hohe Gewinnmarge von 33,3 auf 34,1 % nochmals ausbauen. Insgesamt waren ausnahmslos alle Geschäftseinheiten und Regionen erfolgreich. Besonders stark präsentierte sich die französische Tochter Stedim Biotech. Die Franzosen beliefern vor allem Unternehmen der Pharmabranche mit Produktlösungen zur sicheren und effizienten Arzneimittelherstellung. Vereinfacht gesprochen ist Stedim Biotech die Herzkammer der Sartorius Gruppe.

Seit Dezember 2021 hat die Gruppe über 1.200 neue Mitarbeiter eingestellt. Aktuell beschäftigt man rund 15.000 Menschen weltweit. Glaubt man der Webseite des Unternehmens sollen in den nächsten Monaten weitere rund 1.000 Mitarbeiter angeworben werden. Diese Nebeninformation zeigt: In Göttingen ist man auf Wachstum gepolt, auch wenn man – laut heutiger Presseaussendung – gewisse geopolitische Risiken für die eigene Branche sieht.

Chartkommentar: Die Aktie pendelt seit einigen Wochen grob gesprochen zwischen 360 und 420 Euro. Damit befindet sich der Titel in einer Phase der Bodenbildung. Mit etwas Rückenwind aus dem DAX sollte die Aktie in sehr absehbarer Zeit aus diesem Kursband noch oben ausbrechen. Dann werde ich die Depotposition wieder auf Kaufen heraufstufen.

Nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen rückte die Aktie zeitweise über 6 % vor und setzte sich damit heute an die Spitze des DAX. Ich bestätige zunächst meine Halten-Empfehlung für die Vorzugsaktie der Sartorius.

Empfehlung: halten

Satorius bildet Bodenbildung aus

19. April 2022

Kursabschlag der Swiss Re nur optischer Natur – Aktie handelt ex Dividende

Die Aktie der Swiss Re setzt heute spürbar zurück, nachdem sie nun ex Dividende handelt. Wie bereits zuvor angekündigt kehrt der Rückversicherer eine Dividende in Höhe von 5,90 CHF je Aktie aus. Daraus ergibt sich rechnerisch auf Basis der Einstandskurse des Dividendendepots eine sehr anständige Dividendenrendite von 6,5 %.

Ich erwarte, dass die Eidgenossen die Dividende für das laufende Geschäftsjahr zunächst noch nicht anheben werden. 2023 ist allerdings auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen eine Anhebung der Gewinnbeteiligung wahrscheinlich. Dann dürften wir erstmals bei dieser Position auch die anvisierte Dividendenrendite von 7 % erreichen.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Hoch-Dividendenaktie der Swiss Re. Fassen Sie ohne Limit an der Zürcher Börse zu, sofern Sie noch nicht investiert sind. In Deutschland erwerben Sie die Aktie außerbörslich. Hier rate ich – aufgrund des reduzierten Handelsvolumens – vorsichtshalber zu einem Kauflimit knapp oberhalb des letzten Kurses.

Empfehlung: kaufen (billigst)


Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A1H81M / CH0126881561

19. April 2022

Sartorius-Aktie wird vor Zahlen abgeladen – Analysten zu optimistisch?

Die Erwartungen der Analysten an den Labortechniker Sartorius sind hoch. Derzeit wird die Aktie mehrheitlich zum Kauf (Outperform) empfohlen. Dabei sehen die mir bekannten Schätzungen im Durchschnitt ein Kursziel von 470 Euro vor. Für das abgelaufene Quartal wird ein Gewinn je Aktie von 2,13 Euro erwartet. Im Gesamtjahr soll das Göttinger Unternehmen über 8 Euro je Anteilsschein schaffen. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche dies einem Gewinnwachstum von über 40 %.

Die Investoren trauen dem Braten allerdings nicht ganz und laden den DAX-Wert heute ab. Man fürchtet, dass das Unternehmen die enormen Wachstumsraten der Vergangenheit nicht ganz halten wird, zumal dem Unternehmen allmählich das lukrative Corona-Zulieferergeschäft wegbricht. Das ist nicht das Hauptgeschäft der Sartorius. Gleichwohl hatte die Ausstattung und Belieferung von Corona-Testlaboren 2020 und 2021 für unerwartetes zusätzliches Wachstum gesorgt.

In zwei Tagen wird das Unternehmen vorläufige Quartalszahlen vorlegen. Dann werden wir mehr wissen. Ich belasse die Vorzugsaktie der Sartorius zunächst auf Halten.

Empfehlung: halten


Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: 927016 / CH0008038389

13. April 2022

Swiss Prime feiert das eigene Geschäftsmodell – Bilanz stark wie nie zuvor

Der Vorstandsvorsitzende der Swiss Prime, René Zahnd, äußerte sich vor zwei Tagen in einem Interview zufrieden mit der aktuellen Geschäftsentwicklung. Die Untergangsprognosen aus dem Jahr 2020 für die Segmente Büro und Einzelhändel haben sich nicht bewahrheitet, so der Top-Manager. Swiss Prime hatte zuletzt eine Umfrage unter den eigenen Mietern veranstalten und sich dabei nach den Zukunftsplanungen der Unternehmen erkundigt. Danach werden 80 % der gewerblichen Mieter an ihren bisherigen Flächen festhalten, 15 % möchten sogar nächstens weitere Räume anmieten.

Daher werden die Schweizer an ihrer bisherigen Portfoliostruktur – 44 % Büro, 26 % Einzelhandel – erst einmal festhalten. Langfristig soll allerdings der Anteil Einzelhandel nicht mehr ausgebaut werden, sodass er in den nächsten Jahren organisch auf 20 % absinken wird. Stattdessen wird man verstärkt im Segment der Logistik-Immobilien expandieren.

René Zahnd war zudem der Meinung, dass die Aktie derzeit unterbewertet ist. Der Markt habe noch nicht erkannt, dass man im vergangenen Jahr die Qualität der Bilanz deutlich verbessert hat. Mittlerweile weist der Immobilien-Verwalter eine Eigenkapitalquote von fast 50 % aus. Die Verbindlichkeiten der Schweizer werden mit dem Investment-Grade A3 eingestuft. Damit gehört Swiss Prime zu den besten privaten Schuldnern weltweit.

Ich bestätige die Kaufempfehlung für die Aktie der Swiss Prime. Für konservative Investoren ist die Schweiz-Aktie ein Muss. Aber auch offensive Naturen schätzen seit einigen Wochen die defensiven Qualitäten der Immo-Aktie. Fassen Sie zu Kursen bis 95 CHF oder zu umgerechnet 93,60 EUR zu.

Empfehlung: kaufen bis 95,00 CHF


Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: 927016 / CH0008038389

13. April 2022

Energiebranche im Boom: Aker Solutions profitiert – Aktie weiter stark

In der Öl- und Gasbranche werden derzeit fast wie am Fließband neue Milliarden-Transaktionen und -Aufträge vergeben. So werden die Auftragsförderer Noble Corp. und Maersk Drilling fusionieren und damit ins obere Mittelfeld des Marktes aufsteigen. Zur Info: Die beiden Unternehmen betreiben 49 mobile Offshore-Bohranlagen, die an sie inklusive Personal an klassische Öl- oder Gasförderer vermieten.

Noch eine Nachricht aus der Branche: Griechenland wird nun bei der Expoloration seiner Gasvorkommen ernst machen. Bereits im nächsten Jahr soll klar sein, ob das Mittelmeer-Land über wirtschaftlich förderfähiges Gas verfügt. Insgesamt werden derzeit rund um den Globus jede Woche irgendwo Förderlizenzen verlängert oder ganz neue Projekte angestoßen. Für alle diese Gas- und Ölfelder, sofern zu Wasser, haben die Norweger geeignete Angebote in der Pipeline.

Auf Wochensicht verbessert sich die Aktie um etwa 11 %. Nachrichten aus dem Unternehmen wurden dabei nicht bekannt. Der Titel profitiert von der allgemeinen Begeisterung der Investoren für die Rohstoffe Öl und Gas. Ich stufe die Aktie nun auf Halten herab. Kurzfristig erscheint mir die Aker Solutions-Aktie etwas überdreht.

Empfehlung: halten

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A0Q6J0 / CH0042615283

13. April 2022

Gerüchte: US-Vermögensverwalter geht bei Zur Rose in die Revolte

Aus einer Pflichtmitteilung ist unlängst hervorgegangen, dass ein US-Vermögensverwalter namens Sands Capital zuletzt 3 % der Zur Rose-Aktie über die Börse erworben hat. Nun spekulieren einige Börsenmedien in der Schweiz, dass sich die Amerikaner bewusst knapp unmittelbar vor der anstehenden Generalversammlung (28. April) des Unternehmens in Stellung gebracht haben. Angeblich will der Vermögensverwalter dort eine Revolte gegen den Vorstand anzetteln.

Wiederum andere Großaktionäre sollen angeblich auf einen Zusammenschluss der Zur Rose mit dem deutschen Konkurrenten Shop Apotheke dringen. Dieses Gerücht oder Wunschdenken macht bald seit Jahren schon die Runde an der Börse. Eine Zustimmung der deutschen Kartellbehörden hierzu halte ich allerdings für nahezu ausgeschlossen.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich die Unternehmensführung auf der Generalversammlung eine Kapitalerhöhung genehmigen lassen will. Folglich präsentierte sich die Aktie auf Wochensicht leider wieder einmal ziemlich weich.

Gleichwohl bestätige ich die Kaufempfehlung für die Schweiz-Aktie. Zunächst begrüße ich den Einstieg der Sands Capital. Möglicherweise wird sich der US-Investor gegen die beantragte Kapitalerhöhung aussprechen und dabei weitere Aktionäre auf seine Seite ziehen. Möglicherweise wird dem Unternehmen etwas konstruktive Unruhe nur guttun. Unverändert erwarte ich, dass das E-Rezept in der zweiten Jahreshälfte starten wird. Lange Rede kurzer Sinn: Ich erwarte in den nächsten Tagen und Wochen frische Impulse für den Kurs der Zur Rose-Aktie.

Sie kaufen zu Kursen bis 123 CHF oder umgerechnet 121,70 Euro, sofern Sie noch nicht investiert sind.  

Empfehlung: kaufen bis 123,00 CHF


Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A0Q6J0 / CH0042615283

6. April 2022

Welltower sieht sich auf Kurs – Belegung wächst stärker als erwartet

Der US-Seniorenheimbetreiber Welltower REIT hat sich gestern im Rahmen eines Zwischenberichts (Business Update) optimistisch geäußert. So nimmt die Belegungsrate in den Einrichtungen derzeit schneller zu als ursprünglich erwartet. Dazu trägt auch eine hohe Quote bei den verlängerten bzw. erneuerten Mietverhältnissen bei. Offenbar schlucken die Bewohner dabei auch spürbare Miet- und Preiserhöhungen. So schreibt man in der Zwischenmitteilung: „Pricing power remains robust“ oder zu Deutsch: „Wir können unsere Preisvorstellungen durchsetzen.“

Inzwischen sind nahezu alle Einrichtungen in Nordamerika und Großbritannien wieder uneingeschränkt geöffnet und akzeptieren neue Bewohner. Unterdessen schickt man auch wieder die Vertriebsmannschaften durchs Land, um das eigene Angebot den interessierten Senioren näherzubringen.

Außerdem meldete Welltower für den Monat März die Übernahme drei neuer Objekte im Wert von insgesamt 548 Millionen USD. Im ersten Quartal hat man unter dem Strich Objekte im Wert von 1,3 Milliarden USD gekauft. Damit hat das US-Unternehmen gemessen an der Höhe der Investitionen eines der aktivsten Quartale seiner Geschichte erlebt.

Die Aktie legte in einem schwachen Marktumfeld auf Wochensicht leicht zu. Bleiben Sie unverändert in dem Depotstabilisator investiert! Nach der nächsten Zwischenkorrektur werde ich die Aktie wieder auf Kaufen heraufstufen.

Empfehlung: halten


6. April 2022

Shop Apotheke meldet solides Wachstum – Zur Rose bleibt kaufenswert

Der Zur Rose-Konkurrent Shop Apotheke konnte seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal um 7,2 % auf 305 Millionen Euro ausbauen. Gleichzeitig meldete man einen Zuwachs bei den Neukunden in Höhe von 1,5 Millionen. Unter dem Strich bestellen damit 8,3 Millionen Menschen regelmäßig bei der Online-Apotheke.

Was nehmen wir als Zur Rose-Aktionär aus den Zahlen mit? Erfreulich war zunächst der stramme Aufbau der Kundschaft. Das Geschäftsmodell Online-Apotheke trifft in Deutschland auch ohne E-Rezept auf großes Interesse. Weniger erfreulich: Das Wachstum im Segment verschreibungsfreie Präparate war bestenfalls solide. Offensichtlich wurde zudem erneut, dass die Online-Apotheken bei den verschreibungspflichtigen Präparaten keinen Meter machen. Es bleibt dabei: Das E-Rezept muss her.

Unterdessen hat die Stiftung Warentest vor rund 2 Wochen offenbar einige Testpatienten losgeschickt. Dabei haben sich die Tester in 11 Arztpraxen für die Ausstellung eines E-Rezeptes interessiert. Das Ergebnis: Kein Arzt, keine Ärztin war in der Lage oder willens, ein solches Rezept auszustellen. Zur Info: Auf freiwilliger Basis wäre eine solche Dienstleistung durchaus möglich.

Fazit: Ein spontaner Ausbruch der Zur Rose-Aktie ist in der gegenwärtigen Situation ziemlich unwahrscheinlich. Gleichwohl rate ich Neulesern unverändert zum Kauf der Aktie, sofern noch nicht geschehen. Mittelfristig bin ich von der Aktie und dem Geschäftsmodell unverändert überzeugt. Ich hebe das Kauflimit leicht von 110 auf 123 CHF oder umgerechnet 120,80 Euro an. Nutzen Sie die schwache Nachrichtenlage zum günstigen Einstieg!

Empfehlung: kaufen bis 123,00 CHF

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A0Q6J0 / CH0042615283

6. April 2022

ThyssenKrupp: Wir müssen die Reißleine ziehen

Nach den jüngsten Vorfällen in der Ukraine (Butscha) steigt der Druck auf die deutsche und ganz generell europäische Politik, russische Energieimporte nun ebenfalls mit einem Embargo zu belegen. Investoren wissen, dass Stahlproduktion ausgesprochen energieintensiv ist. Vor diesem Hintergrund wird die Aktie der ThyssenKrupp zurzeit stark verkauft. Dabei sackte der Titel zuletzt deutlich unter die charttechnisch wichtige Marke von 8 Euro.

Zudem erwarte ich, dass sich der operative Turnaround bei ThyssenKrupp aufgrund der eingetrübten Konjunkturaussichten um ein bis zwei Jahre verschieben wird. So lange möchte ich nicht mehr warten.

Meine Empfehlung: Hier müssen wir in den sauren Apfel beißen und ungeachtet der Buchverluste jetzt die Reißleine ziehen. Ich erwarte, dass sich die Aktie in den nächsten Wochen weiter ermäßigen wird. Verkaufen Sie ohne Limit über Xetra oder Tradegate! Die Verluste holen wir besser mit einer anderen Aktie wieder herein.

Empfehlung: verkaufen (bestens)

Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 750000 / DE0007500001

6. April 2022

Adidas ohne echte Nachrichten schwach – Ich bestätige Kaufempfehlung

Die Aktie des bayerischen Sportartikelherstellers tendiert in diesen Tagen ziemlich weich, ohne dass schlechte Nachrichten aus dem Unternehmen bekannt geworden sind. Eher das Gegenteil: So hat Adidas den Fußballspieler Erling Haaland unter Vertrag genommen und wird ihn künftig werbewirksam mit Schuhwerk und Textilien ausstatten. Der junge Norweger gilt als der kommende Star des internationalen Fußballs.

Zudem wurde heute bekannt, dass sich der Adidas-Vertriebsvorstand Roland Auschel großzügig mit Aktien seines Arbeitgebers eingedeckt hat. Unter dem Strich fasste Auschel für etwas über eine Million Euro zu und bezahlte dabei im Schnitt 210,10 Euro je Aktie. Solche Insiderkäufe werden an der Börse regelmäßig als Vertrauensbeweis für ein Unternehmen bzw. seine Aktie gewertet.    

Auch hier sehe ich kurzfristig nicht unbedingt einen starken Durchreißer des Kurses voraus. Gleichwohl sehe ich für Sie ein Kauffenster. Mittel- und langfristig ohnehin wird die Sport-Aktie wieder zulegen. Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der Adidas. Fassen Sie zu Kursen bis glatt 200 Euro (Kauflimit) zu, sofern Sie noch nicht engagiert sind.    

Empfehlung: kaufen bis 200,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: A1EWWW / DE000A1EWWW0

30. März 2022

Swiss Prime stellt Dividende für Aktionäre teilweise steuerfrei

Die virtuelle General- bzw. Hauptversammlung der Swiss Prime Site hat erwartungsgemäß den Vorschlägen des Vorstands zugestimmt. Danach wird das Immobilien-Unternehmen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 3,35 CHF je Aktie an uns auskehren. Ferner wird man den Nennwert je Aktie von 15,30 auf 2 CHF herabsetzen. In der Folge fließen 11,62 CHF in die sog. Kapitalanlagereserve des Unternehmens. Aus Sicht des Unternehmens ändert sich durch diese buchhalterische Transaktion praktisch nichts.

Was ändert sich durch die Maßnahme für uns? Die Dividende wird nun in zwei Tranchen ausbezahlt. Die erste Auszahlung in Höhe von 1,675 CHF je Aktie erfolgt jetzt in diesen Tagen. Diese Zahlung entnimmt das Unternehmen wie üblich dem erzielten Jahresgewinn. Die zweite Tranche – Auszahlung am 13. Juni – in Höhe von ebenfalls 1,675 CHF wird der Kapitalherabsetzung entnommen. Damit vereinnahmen Anleger mit Steuerwohnsitz Schweiz die zweite Tranche steuerfrei.

Noch eine gute Nachricht für die Schweiz-Fraktion in den Premium Chancen: Auch in den kommenden 6 bis 7 Jahren wird das Unternehmen immer einen Teil seiner Dividende an Sie steuerfrei ausbezahlen. Dann wird das entsprechende Kapitalanlagekonto aufgebraucht sein. Unklar ist mir derzeit noch, wie der deutsche und der österreichische Fiskus in dieser Steuersache verfahren werden. Hier werde ich Sie noch entsprechend informieren.

Ich stufe die Aktie der Swiss Prime nun wieder auf Kaufen herauf. Ich plane mit der Aktie Stand heute sehr langfristig. Ich halte sie gegenwärtig für den stabilsten Titel des Dividendendepots. Fassen Sie in Zürich ohne Limit (billigst) zu oder hierzulande außerbörslich. Sofern Sie außerbörslich kaufen, rate ich zu einem Limit knapp oberhalb des letzten Kurses von rund 89,50 Euro.

Hinweis für die Neukäufer: Sie sind für die zweite Tranche der Dividende voll berechtigt. Im kommenden Jahr wird Ihnen dann auch die volle Dividende zufließen.

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: 927016 / CH0008038389

30. März 2022

Aker Solutions greift sich Rainpower und steigt in Wasserkraft ein

Der norwegische Spezialist für maritime Energieanlagen – Öl, Gas, Wind – Aker Solutions wird nun in den Markt für Wasserkraft-Dienstleistungen einsteigen. Zu diesem Zweck übernimmt man die norwegische Rainpower AS für rund 10 Millionen Euro. Inklusive einer Erfolgsprämie kann der Kaufpreis noch auf bis zu 15 Millionen Euro steigen.

Rainpower entwickelt Wasserkraftwerke und liefert teilweise auch die benötigten Komponenten zu. Das Unternehmen war in der Vergangenheit einer der Pioniere der norwegischen Wasserkraft. Auch international hat man seine Spuren hinterlassen. So war man unter anderem am Bau des gigantischen Drei-Schluchten-Staudamms in China beteiligt.  

Ich bin kein intimer Kenner der Rainpower. Der Kaufpreis verrät uns allerdings, dass hier Aker Solutions jetzt keinen Milliarden-Umsatz eingekauft hat. Trotzdem: Das strategische Investment ist absolut sinnvoll und wird Aker Solutions helfen auf dem Weg zum klimaneutralen Geschäftsmodell. Info für die Neuleser: Derzeit erwirtschaftet man wesentliche Umsatzbestandteile noch im klassischen Dienstleistungsgeschäft für Öl- und Gasförderer. Das wird man allerdings in den nächsten Jahren allmählich ändern.  

Aktuell „hängt“ die Aktie ein wenig an der Entwicklung in der Ukraine. Anders formuliert: Sobald dort wieder neue Hoffnung auf eine Deeskalation aufkommt, verliert die Aktie der Aker Solutions. Aber selbst wenn in Osteuropa morgen der große Frieden ausbricht, ändert das nichts an der strukturellen Energieknappheit in dieser Welt. Ich behaupte daher: Da liegen noch einige Kursgewinne vor uns.

Folglich bestätige ich meine Kaufempfehlung für die Aktie der Aker Solutions zu Kursen bis 31 NOK oder umgerechnet rund 3,10 Euro. 

Empfehlung: kaufen bis 31,00 NOK

Börsenplatz: Oslo

WKN/ ISIN: A12A18 / NO0010716582

30. März 2022

Swatch: Uhrenliebhaber sorgen in London und Genf für Tumulte

Das Uhrenunternehmen Swatch führt seine beide Untermarken Swatch und Omega nun in einer neuen Kollektion zusammen. Dabei hat man das legendäre Omega-Modell Speedmaster Moonwatch quasi in ein Swatch-Design „gesteckt“. Die Speedmaster-Uhr war schon am Handgelenk eines der US-Astronauten zu finden, die im Rahmen der Apollo-11-Mission erstmals den Mond betreten hatten. Deshalb ist dieses Modell – egal ob alt oder neu – bei Uhrenliebhabern und Sammlern ausnehmend begehrt.

Nachdem das Unternehmen die neue Kollektion zur Auslieferung angekündigt hatte, sollen sich weltweit vor zahlreichen Swatch-Niederlassungen lange Schlangen von Kaufinteressenten gebildet haben. In Genf und London soll es angeblich sogar zu handfesten Rangeleien unter den Uhren-Fans gekommen sein. In Zürich hingegen hat man gesittet angestanden. Das beigefügte Bild zeigt die Wartenden um 13 Uhr vor der Swatch-Niederlassung in der Bahnhofstraße.

Ohne Frage ist dem Produktmanagement der Swatch ein veritabler Coup gelungen. Erstmals verbindet man eine Luxusmarke (Omega) mit einer Straßenmarke (Swatch). Das wird die Verkaufszahlen für die Kollektion MoonSwatch erheblich treiben. Denn der Kunde erwirbt in seiner Wahrnehmung eine hochpreisige Uhr für relativ kleines Geld.

Als Börsianer müssen wir jetzt nicht in Tumult ausbrechen. Aber: Die Maßnahme hat Swatch einige Schlagzeilen und damit kostenlose Werbung beschert. Das wirkt sich auch günstig auf die Aktie aus, die auf Wochensicht um über 5 % vorankommt.

Wir bleiben unverändert investiert und wünschen jedem aus der Schlange in London, Genf und andernorts, dass er oder sie die neue MoonSwatch bekommen wird.

Empfehlung: halten

Ansturm auf Swatch-Filiale in Zürich

30. März 2022

Short auf den S&P 500 nun verkauft

Gestern hatte ich Ihnen empfohlen, den Short auf den S&P 500 – xTrackers Short S&P 500 ETF – ohne Limit zu veräußern. Die Transaktion habe ich im Dividendendepot bereits umgesetzt. Insgesamt nehmen wir hier einen Verlust in Höhe von knapp 16 % hin. Mit anderen Worten: Wir haben hier quasi eine Versicherungsprämie bezahlt, ohne dass es zu einem Schaden gekommen ist. Per saldo hat sich das Dividendendepot dennoch positiv entwickelt. Der Verlust aus dem Short wurde mehr als ausgeglichen.

Ich empfehle die Position unverändert zum Verkauf, sofern Sie hier noch nicht aktiv geworden sind. Kurzfristig sehe ich den Aktienmarkt stabil. 

24. März 2022

Zur Rose: Investitionen ins E-Rezept zahlen sich nicht aus – Aktie unter Druck

Heute hat der Schweizer Apothekendienstleister Zur Rose Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Wie bereits zuvor bekannt geworden war, erzielte man erstmals einen Umsatz von knapp über 2 Milliarden CHF (+15 %). Gleichzeitig musste man einen Rekordverlust in Höhe von 225 Millionen CHF verkraften. Was war 2021 das Problem?

Zur Rose hat in Erwartung des E-Rezeptes seine Marketingausgaben – Das neue Gesund – massiv auf 199 Millionen CHF hochgefahren. Damit verbesserte man den Bekanntheitsgrad der Kernmarke DocMorris. Die Anwendung (App) zählt mit rund 1,3 Millionen Downloads zu den bekanntesten Gesundheitsanwendungen Deutschlands. Insgesamt meldete DocMorris 265 Millionen Seitenaufrufe und damit knapp 9 % mehr als im Vorjahr. Ferner entwickelte man die elektronische Infrastruktur für die Einführung des E-Rezeptes.

Nun hat man also alles aufgebaut, allein das E-Rezept ist nicht gekommen. So gilt: Außer (hohen) Spesen nichts gewesen. Zudem stagnierte das OTC-Segment (verschreibungsfreie Präparate) und konnte die Rekordwerte des Pandemiejahres 2020 nicht mehr überbieten.

Vor diesem Hintergrund sieht die Unternehmensführung den operativen Breakeven nun erst für das Jahr 2024 voraus. Zuvor hatte man schwarze Zahlen bereits für das kommende Jahr prognostiziert. Insgesamt blickt man nur vorsichtig optimistisch auf das laufende Jahr. Ich wiederhole mich: Zur Rose braucht das E-Rezept. Das Geschäftsmodell der Schweizer setzt auf die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens. Eine Online-Apotheke ohne Online-Einlösung eines Rezeptes macht wenig Sinn.

Fazit: Die Zahlen sind ohne Frage ernüchternd. So geriet die Aktie gleich heute Morgen wieder unter starken Verkaufsdruck. Es ist für uns auch nur wenig tröstlich, dass die Verantwortung für das schwache Zahlenwerk nicht wirklich bei dem Unternehmen selbst liegt.

Trotzdem gilt: Die Infrastruktur ist aufgebaut, die Investitionen sind getätigt. Allein dieser Effekt wird dafür sorgen, dass sich Zur Rose 2022 auf der Ausgabenseite verbessern wird. Klar ist allerdings auch, die Marketingausgaben muss man weiter hochhalten, auch wenn man den Starttermin des E-Rezeptes immer noch nicht kennt. Kurzfristig ein schwieriger Spagat für das Unternehmen!

Die Investoren fokussieren meines Erachtens derzeit einseitig auf den Misserfolg bei der Einführung des E-Rezeptes. Generell spüre ich momentan eine gewisse Marktzurückhaltung gegenüber Zukunftsmodellen, die mit größeren Investitionen einhergehen. Dabei unterschätzt man die Perspektive des Geschäftsmodells.

Ich halte an meiner Kaufempfehlung fest. Fassen Sie zu Kursen bis 110 CHF oder umgerechnet 107,50 Euro zu, sofern Sie noch nicht investiert sind. Das E-Rezept wird kommen. Es ist letztlich nur noch eine Frage von Monaten.   

Empfehlung: kaufen bis 110,00 CHF

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A0Q6J0 / CH0042615283

23. März 2022

Swiss Re meldet solide Jahreszahlen mit Potenzial

Der eidgenössische Rückversicherer Swiss Re ist im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Im Pandemiejahr 2020 musste man noch einen Fehlbetrag von fast 900 Millionen USD schultern. Diese Scharte hat man nun ausgewetzt und unter dem Strich einen Gewinn in Höhe von 1,44 Milliarden USD erzielt. Daran werden Sie also Aktionär vorbehaltlich der Zustimmung der Generalversammlung mit einer unveränderten Dividende in Höhe von 5,90 CHF beteiligt. Gerechnet auf unseren Einstandskurs – Kauf in zwei Tranchen – entspricht dies einer satten Dividendenrendite von 6,6 %.

Die Sparten im Detail: Die wichtigste Sparte Rückdeckung Sachversicherung erzielte einen Überschuss in Höhe von 2,1 Milliarden USD. Hier werden auch großvolumige Naturkatastrophen für die Erstversicherer rückgedeckt. Für dieses Risikogeschäft konnten die Schweizer in der Erneuerungsrunde Januar 2022 enorme Prämiensteigerungen von durchschnittlich 24 % durchsetzen. Per saldo erhöhte man im Sachgeschäft die Prämien um 4 %.

Rückdeckung Leben und Gesundheit: Im Jahr 2020 war genau hier der wunde Punkt des Versicherers, da die Pandemie für eine messbare Übersterblichkeit vor allem im US-Geschäft gesorgt hatte. Im vergangenen Jahr belasteten Corona-Schäden das Ergebnis immer noch mit über einer Milliarde USD. So musste man hier einen Fehlbetrag in Höhe von fast 580 Millionen USD hinnehmen. Ich erwarte, dass diese Belastungen im laufenden Jahr weiter abnehmen werden, auch wenn sie sicherlich noch nicht gleich verschwinden werden. Die hochansteckende Omikron-Variante wirkt immer noch, wie die stabilen Hospitalisierungsraten etwa in Deutschland zeigen. Für 2022 erwartet die Unternehmensführung für diese Sparte einen Gewinnbeitrag in Höhe von rund 300 Millionen USD.

Unternehmensversicherungen: In diesem Segment schafften die Schweizer einen Gewinn in Höhe von 578 Millionen USD, nachdem man das Risikobuch teilweise bereinigt hatte. Per saldo setzte man gegenüber den Großkunden – hier Erstversicherung – Prämienerhöhungen von 12 % durch.

Fazit: Das Zahlenwerk des abgelaufenen Jahres ist solide und hat Potenzial für mehr. Dabei sollte Swiss Re bei konstantem Geschäft allein von dem abnehmenden negativen Corona-Effekt profitieren. Mehr noch: Im Geschäftsjahr 2021 hat man im Anlageportfolio eine Rendite von 3,2 % erzielt. Diese wichtige Kennziffer sollte sich im laufenden Jahr erneut verbessern, da die Marktzinsen in den USA und auch in Europa weiter steigen werden.

Anlässlich der Jahreszahlen habe ich für Sie beistehend nochmals die aktuellen Gewinnschätzungen der Analysten für Sie zusammengefasst. Für die Dividende habe ich eine eigene konservative Schätzung vorgenommen. Danach erwarte ich, dass der Versicherer im nächsten Jahr eine Dividendenerhöhung vornehmen wird.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung (billigst) für die Aktie der Swiss Re.

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A1H81M / CH0126881561

Neue Schätzungen zur Swiss RE

23. März 2022

Albemarle: Lithium-Sparte immer größer – Ich hebe US-Aktie auf Kaufen

Das US-Unternehmen gehört streng genommen zur Branche der Spezialchemie. So produziert man neben Lithium auch Brom als Brandhemmer und Katalysatoren zur Beschleunigung chemischer Reaktionen. Die Katalysatoren werden unter anderem von Raffinerien und anderen Unternehmen der Petrochemie nachgefragt. Das ist in der gegenwärtigen Marktphase schon einmal kein schlechtes Produkt.

Das große Kraftsegment im Unternehmen ist allerdings die Lithiumförderung und -verarbeitung, die mittlerweile für 41 % des Umsatzes und 55 % des operativen Ergebnisses steht. In den vergangenen Jahr ist diese Sparte im Durchschnitt um 15 % pro Jahr gewachsen. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht in Sicht. Albemarle hat im vergangenen Jahr die Förderkapazitäten nochmals erweitert und durch eine kleinere Übernahme die Position im wichtigen chinesischen Markt gestärkt. Zur Info: China stand im vergangenen Jahr für 39 % der globalen Lithiumnachfrage. Wer richtig wachsen will, muss hier Flagge zeigen.

Zuletzt hat die Aktie eine Zwischenkorrektur durchgemacht, die nun allerdings abgeschlossen wird. Ich empfehle die Aktie nun für die Neuleser wieder zum Kauf. Fassen Sie zu Kursen bis 206 USD oder umgerechnet 187,30 Euro zu! Die „Altleser“ bleiben natürlich unverändert investiert und setzen nun auf eine Erholungsrally.

Wer den Komplex Lithium/E-Mobilität umfassend spielen möchte, holt sich daneben noch einige Stücke der Livent dazu. Diese mittelgroße Förderer verfolgt ein etwas offensiveres Geschäftsmodell, da man das Material auch am Spotmarkt ad hoc verkauft. Anders formuliert: Livent spürt jeden weiteren Preisauftrieb der Lithiumnotierungen sofort. Albemarle hingegen agiert vorwiegend auf der Basis mittel- und langfristiger Lieferverträge.

Neuleser holen sich die reinrassige Lithiumaktie der Livent zu Kursen bis 25 USD oder umgerechnet 23 Euro. Auch hier sehe ich in sehr naher Zukunft nach einer Zwischenkorrektur wieder ein neues Kaufsignal. Vergleichen Sie dazu bitte den beigefügten Chart.

Albermarle Corp.

Empfehlung: kaufen bis 206,00 USD

Börseplatz: NYSE

WKN/ ISIN: 890167 / US0126531013

Livent Corp.

Empfehlung: kaufen bis 25,00 USD

Börsenplatz: NYSE

WKN/ ISIN: A2N464 / US53814L1089

Kaufsignal voraus

23. März 2022

ThyssenKrupp sieht sich als indirektes Opfer des Ukrainekriegs

Der deutsche Mischkonzern ThyssenKrupp ist operativ zwar kaum von Osteuropa abhängig. Gleichwohl beeinträchtigt der Ukrainekrieg indirekt die Geschäftsentwicklung, wie die Presseabteilung in einer Pflichtmitteilung erklärt hat. Vor allem die Sparten Stahl und Autozulieferung werden von dem Ereignis mittelfristig belastet sein, so die Presseabteilung.  

Vor diesem Hintergrund hat die Unternehmensführung die Ausgliederung bzw. Verselbstständigung der Stahlsparte erst einmal auf Eis gelegt. Investoren sind zudem besorgt, dass die zuletzt schwache Marktverfassung den Börsengang der Wasserstoff-Tochter Nucera gefährden kann. In diesem Punkt bin ich nicht so pessimistisch. Richtig ist, dass Wasserstoff-Aktien auf Jahressicht nicht sonderlich erfolgreich waren. Auf Monatssicht hingegen rückte der einschlägige europäische Wasserstoff-Index allerdings um rund 36 % vor. Hier sehe ich durchaus Chancen, dass Investoren das Thema Wasserstoff nächstens wieder etwas offensiver in ihren Depots spielen werden. Das wird dann auch die Perspektive für den Nucera-Börsengang verbessern.

Fazit: Ich verliere mit der Aktie allmählich die Geduld. Wenn die Unternehmensführung Recht behält, verschiebt der Ukraine-Krieg den Turnaround weiter in die Zukunft. Sauer stößt mir zudem auf, dass etwa der Konkurrent Salzgitter zuletzt angenehmes Zahlenwerk gemeldet hat und nun wieder eine Dividende ausschütten wird. Das Management der ThyssenKrupp leistet offensichtlich keine gute Arbeit und kann die Marktchancen nicht nutzen. Folglich werden wir die Aktie in den nächsten ein bis zwei Monaten durch einen spannenderen Titel ersetzen. Den Verkauf werden wir also nicht übers Knie brechen, zumal die negativen Nachrichten nun bekannt und eingepreist. Anders formuliert. Den Einstandskurs plus ein Trinkgeld sollten wir hier schon noch herausholen.

Ich stufe die Aktie der ThyssenKrupp auf Halten herab.

Empfehlung: halten

23. März 2022

Swatch Group trotzt allen Widrigkeiten und fährt die Dividende hoch

Dem Schweizer Uhrenhersteller Swatch Group ist im abgelaufenen Geschäftsjahr ein eindrucksvolles Comeback gelungen. Im Vergleich zum Desaster-Jahr 2020 (Pandemie), als Swatch erstmals in seiner Unternehmensgeschichte rote Zahlen geschrieben, hat man den Umsatz um über 30 % auf 7,3 Milliarden CHF gesteigert. Netto verdienten die Schweizer fast 780 Millionen CHF. Das entspricht einer Umsatzmarge von über 10 %. Nie zuvor hat man aus einem Franken Umsatz mehr Gewinn herausgeholt. Kurzum: Die Pandemie hat man erfolgreich weggesteckt und das Vorkrisenniveau wieder erreicht bzw. gemessen an der Umsatzmarge sogar übertroffen.

Folglich fährt das Uhren-Unternehmen die Dividende pro Inhaberaktie von 3,50 auf 5,50 CHF hoch (+57 %). Wir sagen Danke!

Wie meistert das Unternehmen die aktuellen Herausforderungen? Bereits Anfang März hat Swatch Ausfuhren nach Russland gestoppt. Seit einigen Tagen bleiben dort auch die Niederlassungen geschlossen. Generell, so die Aussage des Firmenlenkers Nick Hayek, ist das Russland-Geschäft für Swatch nicht „allzu relevant“.

Daneben versicherte Hayek im Rahmen der Bilanzpressekonferenz, dass man den Preisauftrieb für wichtige Rohstoffe wie Gold und Diamanten ungefähr vorausgesehen hatte. Folglich hatte man sich mit diesen wichtigen Vorprodukten schon im vergangenen Jahr umfassend eingedeckt. Diese Aussage ist korrekt. Aus den Zahlen kann man herauslesen, dass Swatch Group 2021 die Lagerhaltung um enorme 74 % ausgebaut hat.

Ich sehe hier also gute unternehmerische Leistung. Gleichwohl möchte ich anschließend etwas Wasser in den Wein gießen. Ich hole kurz aus: Wie Sie wissen, stelle ich das Dividendendepot schon seit einiger Zeit für uns auf Inflationsschutz um. Ich gehe davon aus, dass uns die höheren Teuerungsraten weltweit noch viele Quartale beschäftigen werden. Derzeit diskutieren wir in der Profi-Szene intensiv, ob und inwieweit Luxus als Inflationsprofiteur taugt. Wie ist in dieser Frage der Stand der Dinge?

In der Tat haben Unternehmen wie Hermès, LVMH oder Gucci zuletzt die Preise fast durch die Bank oberhalb der jeweiligen Inflationsraten hochgefahren. Diese Preissteigerungen misst der Living Extremely Well-Index. Hier galt zuletzt: Je exklusiver ein Produkt, desto höher die Preiserhöhung. Hochwertige Uhren sind in diesem Index prominent gewichtet. Bislang hat die Kundschaft der Luxus-Unternehmen diese Preissteigerungen ohne Murren akzeptiert. Auch die hohe Umsatzmarge der Swatch Group zeigt in diese Richtung.

Jetzt das Aber: Die Unternehmen der Branche leben allerdings nicht von Leuten, die „extremely well“ leben, sondern von einem gut gestellten Mittelstand. In dieser Käuferschicht sehe ich schon die Gefahr, dass man die Ausgaben reduzieren wird, wenn die Inflation langfristig in die Kaufkraft beißt. Ich formuliere salopp: Dann nimmt man eben einmal nur den Sekt statt Champagner. In den kommenden Quartalen werden wir Aufschluss gewinnen, wie inflationsfest Luxusmarken sind.

Ungeachtet der starken Zahlen und der erfreulichen Dividendenerhöhung der Swatch Group belasse ich die Aktie zunächst auf Halten.  

Empfehlung: halten

23. März 2022

Depotveränderungen: Sartorius jetzt wieder kaufen – Adidas startet

Den Neulesern hatte ich im Rahmen des Bestellprozesses bereits die zentralen Positionen der Premium-Depots vorgestellt. Dabei hatte ich die Vorzugsaktie der Sartorius AG besonders hervorgehoben. Aufgrund der jüngsten Marktschwäche ist die Aktie des norddeutschen Labordienstleisters zuletzt in eine Zwischenkorrektur eingestiegen. Folglich hatte ich den DAX-Wert kurzfristig auf Halten zurückgenommen.

Nun kann ich nach der spürbaren Marktstabilisierung in Europa die Sartorius-Vorzugsaktie wieder uneingeschränkt zum Kauf empfehlen. Die Neuleser fassen ab heute ohne Limit (billigst) zu. Ich sehe hier eine vielleicht einmalige Kombination aus Wachstum und Stabilität.

Ferner erwähne ich, dass ich die letzte Kaufempfehlung Adidas gestern zu Börsenschluss umgesetzt habe. Als Einstandskurs für das NextGeneration-Depot habe ich den Xetra-Schlusskurs von 216,65 Euro definiert. Ich bestätige die Kaufempfehlung, sofern Sie noch nicht aktiv geworden sind.

Satorius AG

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börseplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 716563 / DE0007165631

Adidas AG

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: A1EWWW / DE000A1EWWW0

16. März 2022

Aufholjagd gestartet: Zur Rose aufgestockt

Heute Morgen wurde der Nachkauf der Zur Rose-Aktie am Börsenplatz Zürich zu dem von mir definierten Kauflimit von 127 CHF ausgeführt. Die Aufholjagd kann also beginnen. Was erwartet uns in den kommenden Tagen und Wochen?

Zunächst werden die Schweizer am 24. März ihre Jahreszahlen präsentieren. Einige Informationen wurden bereits an die Presse durchgesteckt. So ist die Online-Apotheke im vergangenen Jahr gemessen am Umsatz um über 15 % gewachsen. Unter dem Strich erlöste man etwas über 2 Milliarden CHF. Gewinnzahlen hingegen sind noch nicht bekannt. Der Vorstand hat allerdings seine Ziele für das laufende Jahr bestätigt, sofern in diesem Jahr endlich das E-Rezept in Deutschland starten kann.

Welche Infos dazu sind zur Stunde im Markt? Angeblich soll das neue Verschreibungsverfahren in der zweiten Jahreshälfte auf freiwilliger Basis ausgerollt werden. 2023 soll das E-Rezept dann verpflichtend werden. 2020 wog der deutsche Apothekenmarkt – nur verschreibungspflichtige Präparate – rund 56 Milliarden Euro. Zur Rose schätzt, dass sich die Online-Apotheken in den nächsten 3 bis 5 Jahren davon rund 10 % sichern werden. Bislang ist der Marktanteil von Zur Rose und Shop Apotheke bei den verschreibungspflichtigen Präparaten noch eher bescheiden.

Ich belasse die Aktie der Zur Rose unverändert auf Kaufen.

Empfehlung: kaufen bis 127,00 CHF

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A0Q6J0 / CH0042615283

16. März 2022

ThyssenKrupp hält an Werftensparte fest – Kein Stahl mehr aus Russland

Im Rahmen der laufenden Restrukturierung sollte die Werften- oder U-Boots-Sparte der ThyssenKrupp eigentlich an ein europäisches Rüstungsunternehmen veräußert werden. Von diesen Plänen hat der Vorstand nun Abstand genommen, da man mit weiteren Aufträgen rechnet.

Zurzeit arbeitet TKMS – ThyssenKrupp Marine Systems – an 6 U-Booten für die NATO-Länder Deutschland und Norwegen. Außerdem wird man in den nächsten Jahren 3 U-Boote an Israel ausliefern. Aufgrund der ungünstigen sicherheitspolitischen Situation in Osteuropa geht das Unternehmen davon aus, dass Deutschland nächstens 2 weitere Boote in Auftrag geben wird.

Zur Info: Ein modernes U-Boot mit Wasserstoff-Antrieb kostet über den Daumen gepeilt knapp 1 Milliarde Euro. Der Nachteil: U-Boote werden nicht in Serie produziert. Zu Deutsch: Zwischen Auftragserteilung und Auslieferung liegen immer einige Jahre. Die Aufträge werden also nicht gleich in den nächsten Quartalen ergebniswirksam.

Unterdessen wurde bekannt, dass die EU das Sanktionsregime gegen Russland und Belarus nachschärfen wird. Dabei will man unter anderem die Stahlindustrie in den genannten Ländern durch einen Lieferstopp treffen. Mit dieser Maßnahme werden dem EU-Markt rund 10 Millionen Tonnen Stahl entzogen. Die Russen lieferten dabei vor allem sog. Massenstähle, die vor allem in der Baubranche eingesetzt werden.

Massenstahl ist nun nicht die große Spezialität der ThyssenKrupp. Gleichwohl rechne ich mit einem breiten Preisauftrieb für alle Stähle in Europa. Davon wird ThyssenKrupp umfassend profitieren.

Ich hebe die Aktie der ThyssenKrupp von Halten auf Kaufen. Fassen Sie zu Kursen bis 9,50 Euro zu, sofern Sie noch nicht engagiert sind. Der Turnaround im Pott (Ruhrgebiet) läuft auf Hochtouren. Folglich rückte die Stahl-Aktie auf Wochensicht spürbar voran.

Empfehlung: kaufen bis 9,50 EUR


Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 750000 / DE0007500001

16. März 2022

Münchener Rück stützt Sanktionen gegen Russland – Swiss Re ebenfalls

In den vergangenen Tagen haben sich zahlreiche westliche Unternehmen bis auf Weiteres aus Russland zurückgezogen. Nun folgt auch der Rückversicherer Münchener Rück. Bestehende Verträge lasse man nun auslaufen, ohne den russischen Kunden Anschlussverträge anzubieten. Auch entsprechende Kapitalanlagen wird man nächstens abstoßen.

Der Vorstand beteuerte, dass man die westlichen Sanktionen vorbehaltlos unterstützt. Nun, die Bayern können sich die Moral leisten. Das Russland-Geschäft ist für die Münchener Rück ziemlich unbedeutend.

Der eidgenössische Versicherer Swiss Re verfährt analog und wird in Russland und Belarus kein Neugeschäft mehr annehmen. Ich habe zur Dimension des dortigen Russland-Geschäfts keine konkreten Zahlen. Mir scheint, dass die Schweizer etwas stärker als die Deutschen in Russland engagiert sind bzw. waren. Gleichwohl sollte auch Swiss Re mit der Situation gut leben können. Bei dem aktuellen Rubel-Kurs kann sich ohnehin keiner in Russland Versicherungsschutz aus dem Westen leisten.

Ich stufe die Aktie der Münchener Rück auf Kaufen herauf. Hier fassen Sie Kursen bis 245 Euro zu, sofern Sie noch nicht engagiert sind. Die Kaufempfehlung für die Swiss Re bestätige. Hier können Sie auch ohne Limit über Zürich ordern. Kaufen Sie außerbörslich in Deutschland, rate ich zu einem Limit knapp über dem letzten Kurs.

Ein kurzer Hinweis für die Cashjäger unter Ihnen: Beide Unternehmen haben bereits ihre Dividendenvorschläge für das abgelaufene Geschäftsjahr publiziert. Danach wird Münchener Rück im Mai

11 Euro je Aktie auskehren. Swiss Re wird Ihnen im April 5,90 CHF je Aktie überweisen. Diese ersten Geldzuflüsse können Sie als nahezu garantiert betrachten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Aktionärsversammlungen den warmen Geldregen ablehnen werden. Also liebe Neuleser, jetzt gleich ran an Ihre ersten Garantierenditen!

Chartkommentar: Noch hat die Aktie der Swiss Re – Münchener Rück ganz ähnlich – die jüngste Kursdelle noch nicht ausgeglichen. Das muss auch nicht unbedingt noch in diesem Jahr passieren. Trotzdem: Allein die Dividendenrendite von aktuell fast 7 % garantiert Ihnen eine positive Performance der Aktie.

Münchener Rück AG


Empfehlung: kaufen bis 245,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 843002 / DE0008430026

Swiss Re AG

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A1H81M / CH0126881561

Kursdelle noch nicht ausgemerzt

9. März 2022

Swiss Re offenbart Russland-Bezug – Wir kaufen dennoch nach

Der Finanzvorstand der Swiss Re, John Dacey, hat zuletzt eingeräumt, dass sein Unternehmen in geringem Umfang in der Krisenregion engagiert ist. Meine Vermutung: Man dürfte einige russische Staatsanleihen auf USD-Basis halten. Stand heute wird Russland diese Anleihen durchaus bedienen, allerdings erfolgen die Zinszahlungen zunächst in Rubel.

Zwar verfügt man über erhebliche Devisenreserven in USD und Euro. Die Finanzplaner des Kreml haben sich allerdings entschieden, diese Reserven zu bedeutenden Teilen etwa in der EU oder in den USA zu lagern. Aufgrund der Sanktionen hat man darauf zurzeit keinen Zugriff.

Ferner wurde zuletzt bekannt, dass Swiss Re auf IT-Dienstleistungen eines Unternehmens namens Syncretis zurückgreift. Das IT-Unternehmen ist zwar ursprünglich schweizerisch, mittlerweile allerdings in Sankt Petersburg beheimatet. Dort sollen 200 russische Programmierer allein für Swiss Re arbeiten. Offenbar haben die Programmierer auch Zugriff auf einige Server der Swiss Re. Das sind natürlich Nachrichten, die gegenwertig am Kapitalmarkt nicht gut ankommen.  

Dieses Problem sollte allerdings mittelfristig zu lösen sein. Entweder sucht man sich einen anderen Dienstleister oder holt Syncretis wieder zurück an den Zürichsee. Solche kritische Infrastruktur betreibt man sicherheitshalber nicht in Russland oder China. In diesem Punkt hat das Management strategischen Weitblick vermissen lassen.

Wir hatten die erste Tranche der Aktie zu knapp 100 CHF ins Depot genommen. Damals hatte ich schon den Plan, bei rund 90 CHF nochmals nachzulegen, sofern die Aktie nicht gleich zündet. Folglich fasse ich hier nun spürbar nach und werde die Position – letzte Gewichtung 4,3 % – glatt verdoppeln.

Die erneuerte Kaufempfehlung richtet sich sowohl an Bestands- wie auch an Neuleser. Fassen Sie zu Kursen bis maximal 81 CHF oder umgerechnet 79,40 Euro zu. Der übliche Hinweis: Schweiz-Aktien sind für uns hierzulande nur außerbörslich handelbar. Geeignete Partner sind für diese Transaktion etwa Lang & Schwarz oder der Börsenmakler Baader Bank.  

Empfehlung: kaufen bis 81,00 CHF


Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A1H81M / CH0126881561

9. März 2022

Welltower organisiert sich als UPREIT – Aktie testet Allzeithoch

Bislang hat der Seniorenheimbetreiber Welltower sein operatives Geschäft im Rahmen einer REIT-Struktur (Real Estate Investment Trust) betrieben. Vereinfacht gesprochen werden in einem US-REIT die Einnahmen aus dem operativen Geschäft – also vor allem Mieten ­– sehr weitgehend steuerfrei vereinnahmt. Die Voraussetzung: Das REIT-Unternehmen schüttet regelmäßig mindestens 90 % seines Gewinns in Form von Dividenden an die Aktionäre aus.

Erzielt ein REIT hingegen Einnahmen aus dem Verkauf eines (abgeschriebenen) Objektes, greift der US-Fiskus zu. Für dieses Steuerproblem existiert allerdings eine Lösung: der sog. UPREIT oder zu Englisch Umbrella Partnership Real Estate Investment Trust. Im Rahmen dieser Struktur können bestimmte Immobilien-Transaktionen ebenfalls weitgehend steuerfrei gestellt werden.

Welltower wird sich mit Wirkung zum 1. April in einen solchen UPREIT umwandeln. Dabei werden die bisherigen REIT-Papiere eins zu eins in neue UPREIT-Aktien umgewandelt. Dabei bleibt das bisherige US-Symbol WELL für die Aktie erhalten. Ich kann Ihnen jetzt noch nicht sagen, ob der neuen Aktie in Europa möglicherweise neue Kennnummern zugeteilt werden. Da werde ich Sie dann beizeiten entsprechend informieren.

Am Markt kommt die Umwandlung des Immo-Unternehmens gut an. Auf Wochensicht rückt die Welltower-Aktie um rund 8 % vor. Ferner hat Welltower in diesen Tagen eine Quartalsdividende in Höhe von 0,61 USD ausgeschüttet. Das Geld sollte spätestens übermorgen auf Ihrem Depotkonto eintreffen.

Wir bleiben unverändert investiert (Halten). Zum Abschluss noch ein schneller Blick auf den Chart:

Die Aktie notiert aktuell nur noch unwesentlich unter ihrem Allzeithoch von knapp 90 USD. Im gegenwärtigen Marktumfeld ist dies ein ganz bemerkenswerter Befund. Gleichwohl erwarte ich nicht, dass der US-Titel das Allzeithoch kurzfristig überwinden wird. Hier werden sicherlich einige Investoren nächstens einmal Kasse machen. Ich plane gleichwohl weiterhin langfristig mit dem konservativen Immo-Wert.

Empfehlung: halten

Welltower arbeitet an neuem Allzeithoch

9. März 2022

Fassen wir die Baustelle Zur Rose an und setzen Abstauberlimit in den Markt!

Ich hatte es bereits angekündigt, nun ist es so weit. Die Aktie der Zur Rose hat in den vergangenen Wochen und Monaten massiv enttäuscht. Auch in dieser Kriegswoche war die Schweiz-Aktie erneut sehr weich. Dieser Befund erstaunt, denn Zur Rose ist einer der wenigen Titel des europäischen Kurszettels ohne jeden Osteuropa-Bezug.

Zur Aktion: Unter dem Strich hat die Aktie noch kein Kaufsignal generiert. Ich gehe davon aus, dass die Korrektur der Zur Rose erst in den nächsten ein bis zwei Wochen auslaufen wird. Deshalb rate ich Ihnen, zunächst eine Order mit einem tiefen Abstauberlimit zu geben. Dieses Limit können wir immer noch nach oben anpassen. Anders formuliert: Wir nehmen uns mit dem Nachkauf der Aktie Zeit.

Ich setze für den Nachkauf ein Kauflimit bei 127 CHF oder umgerechnet 124,70 Euro. Definieren Sie eine großzügige Laufzeit für die Order von mindestens einer Woche!

Empfehlung: kaufen bis 127,00 CHF


Börsenplatz: Zürich

WKN/ ISIN: A0Q6J0 / CH0042615283

9. März 2022

Neue Empfehlungen für Aker Solutions sowie iShares $ Ultrashort ETF

Die Aktie der Aker Solutions konnte auf Wochensicht erwartungsgemäß zulegen. Unter dem Strich liegen wir nach rund 4 Monaten mit der norwegischen Aktie rund 30 % im Plus. Ich gehe davon aus, dass sich an dieser freundlichen Tendenz in den kommenden Quartalen nichts Wesentliches ändern wird. Die Energieknappheit, die auch schon vor dem Ukrainekrieg wirkte, wird uns noch eine Weile begleiten.

Zu Deutsch: Die Story ist intakt. Also bestätige ich meine Kaufempfehlung für die Aktie der Aker Solutions und hebe das empfohlene Kauflimit auf 31 NOK oder umgerechnet 3,20 Euro an. Diese Empfehlung richtet sich an Neuleser, die noch nicht in der Aktie des Ölfelddienstleisters investiert sind. Die Bestandsleser bleiben weiter investiert.

Ferner werde ich nun den Geldparkplatz iShares $ Ultrashort Bond ETF veräußern. Eigentlich hätte ich den gern noch einige Wochen in unseren Depots. Zumal bei mir persönlich auf die erlöste Kaufsumme ab jetzt ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 % drückt. Das nehme ich allerdings in Kauf. Der Geldmarkt-ETF hat zuletzt rund 1 % Performance pro Monat geliefert. Sie alle kennen das Zinsniveau für risikofreie Anlagen in der Euro-Zone oder der Schweiz. Zu Deutsch: Der ETF hat uns mehr geliefert, als von mir ursprünglich eingeplant. Da darf man dann schon einmal Kasse machen.

Verkaufen Sie nun den Ultrashort Bond-ETF ohne Limit an dem Börsenplatz, wo Sie ihn zuvor erworben haben.

iShares $ Ultrashort Bond ETF

Empfehlung: verkaufen (bestens)


Börsenplatz: Frankfurt

WKN/ ISIN: A1W374 / IE00BCRY6227

Aker Solutions ASA

Empfehlung: kaufen bis 31,00 NOK

Börsenplatz: Oslo

WKN/ ISIN: A12A18 / NO0010716582

2. März 2022

Aker Solutions profitiert von neuen Realitäten – Aktie geht steil

Die Aktie der Aker Solutions rückte auf Wochensicht prozentual zweistellig vor. Auf Monatssicht steht hier für Sie inzwischen ein Kursgewinn von fast 19 % zu Buche. Nachrichten von Substanz wurden unterdessen nicht bekannt. Trotzdem ist der Zusammenhang klar.

Gegenwärtig gehen wir davon aus, dass der Energiemarkt im Kalten Krieg 2.0 langfristig fragmentiert wird. Zu Deutsch: Europa und Nordamerika werden allmählich auf russische Energielieferungen verzichten. Dafür müssen neue Förderstellen in anderen Regionen dieser Welt aufgebaut werden. Aker Solutions tut dies als Ölfelddienstleister. Auch die kleinere Windkraftsparte – Projektierung und Installation von Offshore-Parks – wird von den neuen Realitäten profitieren.

Ich stufe die Aktie der Aker Solutions nun wieder auf Kaufen herauf. Bringen Sie jetzt zu 28 NOK oder umgerechnet 2,85 Euro ein Abstauberlimit in den Markt, sofern Sie noch nicht investiert sind.

Empfehlung: kaufen bis 28,00 NOK


Börsenplatz: Oslo

WKN/ ISIN: A12A18 / NO0010716582

2. März 2022

Investoren irren: ThyssenKrupp ist keine Rüstungsaktie

Die Investoren spielen aktuell ThyssenKrupp als Unternehmen der Sicherheits- und Rüstungsbranche. Folglich rückte die Aktie auf Wochensicht um fast 15 % voran. Dabei schaut man vor allem auf die Sparte Marine Systems, die U-Boote baut. Im Markt ist nun Fantasie, dass Marine Systems von der Wiederbewaffnung Deutschlands profitieren wird. Insgesamt stellt Berlin rund 100 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Bundeswehr bzw. ihre Marine wieder einsatzfähig zu machen.

Die Ursachen für den Kursanstieg sind anderer Natur. Marine Systems stand im vergangenen Jahr für nicht einmal 6 % des Konzernumsatzes. Die Sparte ist sicherlich edel, allerdings betriebswirtschaftlich betrachtet für ThyssenKrupp nicht entscheidend. Auch ein Großauftrag der Bundeswehr würde an diesem Sachverhalt nichts wesentlich ändern.

Allerdings wird die Neubewaffnung der europäischen Armeen mit einer gesteigerten Nachfrage nach Stahl und Blechen einhergehen. So wiegt der deutsche Leopard-Panzer rund 62 Tonnen. ThyssenKrupp ist daher demnächst als Zulieferer der Rüstungsbranche gefragt.

Auch das ist ein Faktor: Bekanntlich ist Deutschland, und noch stärker Österreich oder Ungarn, abhängig von russischen Energielieferungen. Mit unserem wenig diversifizierten Energiemix fühlen wir uns nach den jüngsten Ereignissen in Osteuropa nicht mehr wohl. Folglich werden wir nun endlich mit Entschlossenheit die Windkraft ausbauen.

Dabei benötigen Sie für ein Windrad ungefähr so viel Stahl wie für einen Panzer. In der Vergangenheit galt hier noch entweder oder. Jetzt holen wir uns Panzer und Windräder zur gleichen Zeit. Die Stahlkocher der ThyssenKrupp müssen nächstens also die eine oder andere Extra-Schicht fahren.

Wir bleiben unverändert voll investiert und setzen darauf, dass in absehbarer Zukunft der Börsengang der Wasserstoff-Tochter Nucera über die Bühne gehen kann. Ein solcher Börsengang würde weiteres Kurspotenzial für die Aktie freimachen.

Börsenplatz: halten

2. März 2022

Zur Rose: Was macht die deutsche Konkurrenz?

Die deutsche Online-Apotheke Shop Apotheke konnte im vergangenen Jahr aufgrund diverser Lieferengpässe ihre Ziele nicht erreichen. So meldete man ein recht bescheidenes Umsatzwachstum von lediglich 9,5 %. Operativ rutschte man wieder in die roten Zahlen. Unter dem Strich weitete man den Nettoverlust im Vergleich zum starken Pandemie-Vorjahr von rund 17 Millionen auf 74 Millionen Euro aus. Zur Rose sollte im Geschäftsjahr 2021 etwas besser abgeschnitten haben, da man seine Logistik überwiegend im Griff gehabt hat.

Die Deutschen haben allerdings berichtet, dass man stark in das laufende Geschäftsjahr gestartet sei. Man erwartet für 2022 für das Segment der verschreibungsfreien Präparate ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 25 %. Der Erfolg der Sparte verschreibungspflichtige Präparate hängt wesentlich von der Einführung des E-Rezeptes ab.

Wie ist hier der Stand? Im Januar haben die Beteiligten der Betreibergesellschaft Gematik GmbH Folgendes festgelegt: Sobald im Rahmen des aktuellen Testbetriebs 30.000 E-Rezepte fehlerfrei abgewickelt worden sind, soll das E-Rezept in Etappen bundesweit ausgerollt werden. Ein Gematik-Manager hält es für möglich, dass man diese Marke im ersten Halbjahr 2022 schaffen kann. Das Handelsblatt hat allerdings vor einigen Wochen berichtet, dass Ende Januar erst 561 digitale Rezepte erfolgreich abgewickelt werden konnten. Also: So ganz konkret sehe ich diese Marke von 30.000 E-Rezepten noch nicht.

Gleichwohl rate ich Ihnen, an der Aktie der Zur Rose unverändert festzuhalten.

Eine notwendige Selbstkritik: Ich habe den Rückkauf der Aktie ganz offensichtlich zu früh empfohlen. Danach habe ich zwei klare Verkaufssignale ignoriert. Deshalb sitzen wir nun auf einem veritablen Rohrkrepierer in unseren Depots. Diese kleine Fehlerserie könnten wir jetzt noch erweitern, indem wir auf dem aktuellen Kursniveau verkaufen.

Ich erwarte jedoch, dass die Aktie bald eine untere Bodenbildung ungefähr auf dem aktuellen Kursniveau starten wird. Deshalb beißen wir jetzt die Zähne zusammen und werden dann die Schweiz-Aktie zu gegebener Zeit nachkaufen, um auf diese Weise unseren ersten ungünstigen Einstandskurs zu verbilligen.

Empfehlung: halten


2. März 2022

Swiss Re: Zahlen durchwachsen – Dividende stabil

Der eidgenössische Rückversicherer Swiss Re ist im abgelaufenen Jahr wieder in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Insgesamt meldete der Finanzer des Unternehmens einen Nettogewinn in Höhe von 1,4 Milliarden USD. Im coronabedingt schwierigen Jahr 2020 hatte man noch einen Verlust von knapp 900 Millionen USD hinnehmen müssen. Unter dem Strich blieben die Geschäftszahlen deutlich hinter den Analystenerwartungen zurück.

Was waren die Probleme? Vor allem die Übersterblichkeit in den USA hat 2021 Swiss Re rund 2 Milliarden USD gekostet. Ferner leistete man Entschädigungen für einige Wetterereignisse in Höhe von ebenfalls 2 Milliarden USD.

Diese Prognose ist zulässig: Niemand kann zum jetzigen Zeitpunkt das Wetter für 2022 prognostizieren. Allerdings dürfen wir davon ausgehen, dass die coronabedingten Belastungen nicht wiederkehren werden. Allein dieser Effekt sollte den Schweizern nächstens bedeutende zusätzliche Mittel in die Kasse spülen.  

Aufgrund der nicht restlos überzeugenden Zahlen verzichtet der Rückversicherer auf eine Anhebung der Dividende. Man wird wie im Vorjahr 5,90 CHF je Aktie an die Aktionäre auskehren. Gerechnet auf unseren Einstandskurs entspricht dies einer Verzinsung (Dividendenrendite) in Höhe von rund 6 %.

Nach den eher schwachen Jahreszahlen verlor die Aktie zunächst spürbar. Wir bleiben gleichwohl investiert und werden nächstens planmäßig nachkaufen und damit die Dividendenrendite für uns weiter Richtung 7 % treiben.

Empfehlung: halten


23. Februar 2022

Dividendenknaller: Münchener Rück fährt auf 11 Euro je Aktie hoch

Es war schon von vorneherein klar, dass die Bayern für das abgelaufene Geschäftsjahr erstmals eine zweistellige Dividende von mindestens 10 Euro je Aktie ausschütten werden. Nun die schöne Überraschung: Man belässt es nicht bei einer kosmetischen Erhöhung der Dividende, sondern fährt unsere Gewinnbeteiligung ohne Zwischenschritt von 9,80 auf 11 Euro (+12 %) hoch.

Der Reihe nach: Die Münchener Rück hat 2021 im Vergleich zum Vorjahr den Gewinn auf 2,9 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Die vereinnahmten Bruttoprämien stiegen um 8,5 % auf fast 60 Milliarden Euro. Noch nie zuvor hat der süddeutsche Versicherer ein höheres Prämienvolumen vereinnahmt. Allein aus der letzten Erneuerungsrunde (Januar) meldete man ein Beitragswachstum von 14,5 %.

Das waren die Erfolgsfaktoren: Insgesamt konnte man die Schadensquote signifikant verbessern, nachdem im vergangenen Jahr die Corona-bedingten Schäden rückläufig waren. Hier ist allerdings durchaus – ähnlich wie beim Konkurrenten Swiss Re – noch Luft nach oben. So löste die Übersterblichkeit in der Sparte Leben/Gesundheit schon noch Zahlungen in Höhe von 785 Millionen Euro an die Erstversicherer aus.

Generell lernt die Branche immer besser mit den Herausforderungen des Klimawandels umzugehen. So sank die Belastung aus Großschäden – über 10 Millionen Euro Entschädigung pro Ereignis – um knapp 10 % auf 4,3 Milliarden Euro. Derzeit zieht sich der Rückversicherer auch aus der Gefahr Hurrikan USA immer weiter zurück. In der letzten Erneuerungsrunde hat man hier offenbar auf jedes Neugeschäft verzichtet.

Aktuell ist die Aktie der Münchener Rück gemessen an ihrer langfristigen durchschnittlichen Bewertung etwas zu teuer. Hier rate ich Ihnen aber zur Großzügigkeit. Generell freut sich die Branche – wie auch die letzten Allianz-Zahlen gezeigt haben – auf ein angenehmes Geschäftsjahr 2022. Daher stufe ich die Aktie nun wieder auf Kaufen herauf.

Eine Anmerkung zum Abschluss aufgrund der aktuellen Ereignisse. Ich zitiere den Vorstandsvorsitzenden Wenning mit einer Aussage aus der Bilanzpressekonferenz: „Wir sind direkt in der Ukraine mit Versicherungsrisiken nur sehr geringfügig vertreten, Sie können sagen, vernachlässigbar. Das gilt im Übrigen auch für Russland.“

Also, liebe Neuleser, packt die Aktie nun an zu Kursen bis 250 Euro. Ich verspreche kurzfristig sicherlich aufgrund der allgemeinen Marktlage keine spektakulären Kursgewinne. Was Ihnen freilich garantiert ist, ist eine Dividende in Höhe von 11 Euro je Aktie, die Ihrem Konto Ende April zufließen wird.   

Empfehlung: kaufen bis 250,00 EUR


Börsenplatz: Xetra

WKN/ ISIN: 843002 / DE0008430026

23. Februar 2022

Lithium-Aktien enttäuschen zunächst – Albemarle leidet unter Altverträgen

Albemarle hat im abgelaufenen Quartal 1,01 USD pro Aktie verdient und damit die Markterwartungen nur unwesentlich übertroffen. Der Umsatz konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur um 2 % auf 894 Millionen USD gesteigert werden. Insgesamt waren die Investoren enttäuscht. Nachdem der Lithiumpreis 2021 explodiert war, hatte man deutlich besseres Zahlenwerk erwartet. So geriet die Lithium-Aktie nach den Quartalszahlen unter starken Verkaufsdruck. Was war das Problem?

Albemarle liefert 90 % seiner Produktion im Rahmen langfristiger Verträge aus. So müssen die Amerikaner gegenwärtig noch rund 40 % der Produktion zu den schlechten Preisen aus dem Jahr 2020 verkaufen. Nur rund 10 % setzt man zu Tagespreisen im chinesischen Spotmarkt ab. Nur hier profitierte Albemarle bislang umfassend von den erhöhten Lithiumpreisen. 50 % der Förderung setzt man im Rahmen von Verträgen ab, die für den Lithiumpreis sowohl einen unteren Boden wie auch einen Deckel definieren. Ich gehe davon aus, dass das US-Unternehmen auch bei diesen Verträgen noch nicht das volle Preispotenzial ausschöpfen  kann.

Letztlich ist es allerdings nur eine Frage der Zeit, bis die Amerikaner vollumfassend von der Preisentwicklung des Batterierohstoffs profitieren werden. Denn jeden Monat läuft praktisch einer dieser ungünstigen Altverträge aus und wird dann zu den aktuellen und stark verbesserten Konditionen neu ausgehandelt.

Generell gilt: Die mittel- und langfristigen Aussichten für die Branche sind überaus reizvoll. So hat die Unternehmensführung der Albemarle in der vergangenen Woche die Prognose für die globale Lithiumnachfrage nochmals um 30 % angehoben. Man erwartet, dass die Nachfrage bis 2025 auf 1,5 Millionen Tonnen steigen wird, 2030 soll sie dann bei rund 3 Millionen Tonnen liegen. Albemarle strebt daher bis 2025 eine Verdoppelung der eigenen Förderung an.

Kurzfristig belasse ich die Aktie aufgrund der unklaren Marktsituation weiterhin auf Halten. Klar ist aber, dass ich möchte, dass die Neuleser sich diesen Titel nächstens auch holen. So werde ich die Albemarle-Aktie in absehbarer Zeit wieder zum Kauf empfehlen. 

Was macht der Herausforderer Livent? Der mittelgroße US-Förderer ist stärker am Tagesmarkt orientiert und berichtete folglich bessere Wachstumszahlen. So drehte man im abgelaufenen Quartal einen Verlust von 0,02 in einen Gewinn von 0,08 USD je Aktie. Den Umsatz steigerte man im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum spürbar um 50 % auf 122 Millionen USD.

Hier gilt nämliches. Lassen wir den Aktienmarkt zunächst etwas Ruhe finden. Und dann fassen Sie auch hier zu, sofern Sie noch nicht investiert sind. Lithium-Aktien funktionieren auch nicht in jeder Marktphase, wie die vergangene Woche gezeigt hat. Langfristig halte ich sie allerdings für alternativlos.  

Albemarle Corp.

Empfehlung: halten

Livent Corp.

Empfehlung: halten


23. Februar 2022

Swiss Prime liefert – Innerer Wert der Aktie nun bei rund 100 CHF

Das Schweizer Immobilien-Unternehmen Swiss Prime hat in der vergangenen Woche bestes Zahlenwerk vorgelegt und dabei teilweise die eigenen Planungen übertroffen. So steigerte man 2021 die Mieterlöse um 3,1 % auf 426 Millionen CHF. Dabei profitierten einige mittelständische Mieter immer von eingeräumten Mietnachlässen, nachdem der Standort Schweiz auch im vergangenen Jahr von einigen Wochen Lockdown betroffen war. Ich gehe davon aus, dass diese Belastungen im laufenden Jahr nun endgültig ausbleiben, sodass weitere Steigerungen bei den Mieteinnahmen wahrscheinlich sind.

Ferner konnte das Management die Leerstandsquote von 5,1 auf 4,6 % drücken. Zur Info: In der Branche gilt ein Leerstand von 3 % als Vollvermietung, weil aufgrund von Mieterwechseln und allfälligen Renovierungsarbeiten ein gewisser Bestand immer leersteht. Insgesamt meldete das Unternehmen Neu- und Anschlussvermietungen für eine Fläche von 170.000 qm. Besonders lebhaft zeigten sich dabei die lokalen Immo-Märkte in Basel, Zürich und Genf.

Im vergangenen Jahr hat Swiss Prime margenschwache Objekte im Wert von 146 Millionen CHF veräußert. Gleichwohl stieg der Wert des Eigenportfolios um 470 Millionen CHF auf knapp 13 Milliarden CHF. Unter Berücksichtigung der für Dritte verwalteten Objekte zeichnen die Schweizer aktuell für einen Immobilienbestand im Wert von fast 19 Milliarden CHF verantwortlich. Bricht man den Eigenbestand abzüglich Verbindlichkeiten pro Aktie herunter, wird der Titel derzeit mit rund 100 CHF bewertet (innerer Wert oder net asset value). Optimistisch gerechnet dürfen Sie diesen inneren Wert als fairen Kurs für die Aktie ansetzen.

Danke, Swiss Prime! Ihr habt in schwierigen Zeiten unseren Depots durch Qualitätsarbeit geholfen. Wir bleiben also gerne weiterhin investiert.  

Empfehlung: halten


16. Februar 2022

Unilever übertrifft Erwartungen – Inflation stört

Der Konsumgüterhersteller Unilever hat im abgelaufenen Jahr den Nettogewinn um rund 10 % auf etwas über 6 Milliarden Euro gesteigert. Den Umsatz verbesserte man allerdings nur unbedeutend um über 3 % auf 52,4 Milliarden Euro. Insgesamt hat das Unternehmen die Markterwartungen leicht übertroffen.

Für das laufende Jahr erwartet die Unternehmensführung ein Umsatzwachstum zwischen 4,5 und 6,5 %. Dabei beklagt man, dass die anhaltend hohe Inflation in die Gewinne greift. So leidet man vor allem unter gestiegenen Rohstoff-, Transport- und Verpackungskosten. Diesen schädlichen Effekt wird das Unternehmen teilweise kontern durch interne Restrukturierungsmaßnahmen. Auf diese Weise will man in den nächsten zwei Jahren auf der Kostenseite rund 600 Millionen Euro einsparen.

Mein Fazit: Das Umsatzwachstum von rund 3 % liegt unter den letzten Inflationsraten vor allem in Nordamerika und den Schwellenländern, wo Unilever traditionell sehr aktiv ist. Damit geht mein Plan – Unilever als Inflationsprofiteur – offensichtlich nicht auf. Gleichwohl kann die konservative Aktie zunächst im Dividendendepot verbleiben. Der Titel ist nicht teuer und die Dividende wird voll umfänglich fließen. Bei der nächsten oder übernächsten Depotoptimierung werde ich allerdings die Unilever-Aktie veräußern. Das Wachstum reicht mir nicht.

Wir halten an der Aktie der Unilever zunächst unverändert fest.

Empfehlung: halten


16. Februar 2022

Neuer Player tritt in Apothekenmarkt ein – Zur Rose darf gelassen bleiben

Die deutsche Parfümeriekette Douglas GmbH wird die niederländische Versandapotheke Disapo übernehmen, um dauerhaft in den europäischen Online-Handel mit verschreibungsfreien und -pflichtigen Medikamenten einzutreten. Das ist keine optimale Nachricht für den Platzhirsch Zur Rose. Gleichwohl wird man im Kanton Thurgau am Sitz des Unternehmens nicht in Panik verfallen müssen.

Disapo ist mit einem Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro kein Player von Gewicht. Zwar ist man auf dem wichtigen deutschen Apothekenmarkt mit einer eigenen Seite bereits operativ tätig. Dennoch wird ein breiter Markteintritt für den Herausforderer alles andere als ein Selbstläufer. Zumal das Mutterunternehmen Douglas nicht unbedingt vor Stärke strotzt. Derzeit muss man das überdimensionierte Filialnetz in Europa ausdünnen. Das wird erst einmal Geld kosten.

Douglas plant mittelfristig einen Börsengang, aus dem dem Unternehmen rein rechnerisch durchaus ein kleiner Milliardenerlös zufließen könnte. In der Praxis freilich dürfte der ausstiegswillige Finanzinvestor CVC Capital die Mittel aus dem Börsengang wesentlich für sich beanspruchen. CVC hält 85 % der GmbH-Anteile an der Parfümeriekette.

Ich weiß, dass einige unter Ihnen mit den Hufen scharren und sich einen Nachkauf der abgestraften Zur Rose-Aktie wünschen. Hier muss ich aber weiter zur Geduld mahnen. Das aktuelle Marktumfeld – Zinssorgen plus Ukrainekonflikt – belohnt gegenwärtig keine Risikoinvestments. So gilt: Wir werden bei Zur Rose garantiert nachfassen, aber eben noch nicht jetzt.

Sie bleiben unverändert mit der aktuellen Gewichtung der Aktie investiert.

Empfehlung: halten


16. Februar 2022

Welltower übertrifft Erwartungen – Kosten höher als erwartet

Der Seniorenheimbetreiber Welltower hat im abgelaufenen Quartal grundsätzlich geliefert und dabei die Markterwartungen sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Umsatz übertroffen. Man erzielte einen operativen Gewinn von 0,83 USD je Aktie und hat damit die Schätzungen um 2 US-Cent übertroffen. Der Umsatz wuchs um 7 % auf knapp 900 Millionen USD. Rechnet man Effekte aus kleineren Objekt-Übernahmen heraus, ist das Immobilienunternehmen zuletzt organisch um knapp 5 % gewachsen. Dabei konnte Welltower auch die Belegungsrate in den Anlagen erneut um 140 Basispunkte auf rund 77 % steigern.

Der Schwachpunkt im guten Zahlenwerk: Die Amerikaner mussten im vergangenen Quartal weiter steigende Kosten schultern, die die eigenen Planungen übertroffen haben. Dabei schlugen unter anderem Aufwendungen für medizinische Schutzkleidungen und Kosten für tägliche Antigentests zu Buche. Ähnlich wie in Deutschland gilt: Ungeimpfte Mitarbeiter werden vor Dienstantritt separat auf Covid getestet. Das kostet in den Unternehmen Zeit und Geld.

Ich gehe davon aus, dass die erhöhten Kosten aus der Pandemie langfristig bleiben. Nach den Erfahrungen mit dem Virus ist es nicht mehr möglich, dass die Unternehmen der Branche zu den eher lockereren Hygienevorschriften der Vor-Pandemie-Zeit zurückkehren werden. Mittelfristig sollten diese zusätzlichen Kosten allerdings, auf die Heimbewohner umzulegen sein. 

Chartkommentar: Das will ich nicht verschweigen. Die Aktie der Welltower pendelte zuletzt zwischen 80 und 90 USD. Dabei ist eine untere Unterstützungslinie bei 80 USD entstanden, die ich im beigefügten Chart grün eingezeichnet habe. Das ist zunächst keine schlechte Nachricht. Dennoch sehe ich ein gewisses Restrisiko, dass die US-Aktie in einem schwachen Marktumfeld diese Linie nicht halten wird. Wird dieses pessimistische Szenario Realität, wird die Aktie sicherlich unter Kurse von rund 75 USD absinken.

Ich habe mich entschlossen, diesen denkbaren Rücksetzer auszusitzen. Welltower ist eine Position des Dividendendepots, daher sollen uns vorübergehende Kursrücksetzer nicht aus der Ruhe bringen, solange ich das Potenzial für stabile oder sogar steigende Dividenden sehe. Diese Perspektive ist gegeben.

Die Unternehmensführung hat im Rahmen der ersten Pandemiewelle die Quartalsdividende energisch von 0,87 auf 0,61 USD zurückgenommen. Eine weitere Kürzung ist nicht mehr erforderlich. Im Gegenteil: Ich gehe davon aus, dass das US-Unternehmen vielleicht schon Ende des Jahres zumindest eine kosmetische Erhöhung der Quartalsdividende durchführen wird. 2023 sollten wir bei Welltower dann eine Anhebung der Gewinnbeteiligung von Substanz sehen. Zur Information: Die Premium-Leser, die den Titel gleich zur Erstempfehlung kaufen konnten, vereinnahmen derzeit eine Dividendenrendite von ziemlich genau 3,9 %. Im kommenden Jahr sollte dann die laufende Rendite aus den Ausschüttungen für Sie auf rund 4,5 % steigen.

Wir bleiben – Stand heute – langfristig weiterhin investiert.

Empfehlung: halten


So ist die Aktie nach unten abgesichert



16. Februar 2022

Veränderungen in den Depots: Encavis ist raus – Apple jetzt in Euro

Zuletzt hat die Aktie der Encavis leider das Stop-Loss von 12,75 Euro markiert. Folglich habe ich die Aktie entsprechend verkauft und auch schon aus dem Dividendendepot ausgebucht. Sie sind noch nicht aktiv geworden?

Encavis wird sich in den nächsten Monaten zu einem Opfer der anhaltenden Inflation entwickeln. Platt gesprochen: Die Errichtung eines Windrades kostet eben zurzeit 15 % mehr als vor zwei Jahren. Das belastet die Gewinnrechnung der Norddeutschen. Ferner gehe ich davon aus, dass das Geschäftsmodell des Ökostromerzeugers unter steigenden Zinsen leiden wird. Diese beschriebenen Effekte werden wahrscheinlich längerfristig wirken. Einziger Ausweg: Die Inflation verschwindet im nächsten Quartal. Deshalb rate ich hier unverändert zum Verkauf.   

Mir ist dabei klar, dass Sie als Neuleser hier nun bedeutende Buchverluste realisieren müssen. Diese Buchverluste holen Sie nun mit einer anderen Aktie – etwa Swiss Re – wieder auf. Am Ende ist es nicht relevant für uns, mit welcher Aktie wir Verluste wieder aufholen. Denn Geld ist immer gleich.

Abschließend mache ich Sie noch auf zwei eher kosmetische Veränderungen im NextGeneration-Depot aufmerksam. So führe ich die Aktie der Apple ab jetzt in Euro und nicht mehr in USD. Eine kleine Anmerkung dazu: Üblicherweise erwerbe ich Auslandsaktien an der Heimatbörse, da man dort in der Praxis mehr Handelsvolumen und folglich sehr oft auch günstigere Kurse findet.

Für stark gehandelte Milliarden-Aktien wie eben Apple, Coca-Cola oder Netflix ist dieser Zusammenhang natürlich nicht so entscheidend. Deshalb werde ich solche US-Aktien künftig auf Euro-Basis im Depot führen. Eine Auswirkung auf die Performance hat diese Umstellung der Währung nicht. Ich empfehle die Apple-Aktie als unverzichtbares Basisinvestment unverändert zu Kursen bis 151 Euro zum Kauf.

Sartorius Vorzüge: Zuletzt hat mein Kollege, der die Depotansicht für Sie organsiert, die Aktie in das Hoch-Risiko-Segment des NextGeneration-Depots eingestuft. Das wirft ein schiefes Bild auf das Papier des Labortechnikers. Das Unternehmen ist gut im Markt etabliert und definitiv nicht übermäßig risikobehaftet. So führe ich die Aktie nun neben Apple und Aker Solutions als moderat spekulativ. Ungeachtet des kleinen Fehlstarts der Aktie ins Depot rate ich hier weiterhin zum Kauf, sofern noch nicht geschehen.

Encavis AG

Empfehlung: verkaufen

Apple Inc.

Empfehlung: kaufen bis 151,00 EUR

Sartorius AG

Empfehlung: kaufen bis 490,00 EUR





9. Februar 2022

Aker Solutions meldet starke Zahlen – Aktie legt 10 % zu

Der norwegische Ingenieurdienstleister Aker Solutions konnte im abgelaufenen Quartal fast auf ganzer Linie punkten. Zunächst verdiente man erwartungsgemäß gutes Geld im angestammten Geschäft mit Ölfelddienstleistungen. Aber auch die Aktivitäten rund um den Windanlagenbau und die CO2-Abscheidung (Carbon Capture) funktionieren. Rund ein Drittel des aktuellen Auftragsbestandes von knapp 50 Milliarden NOK stammen aus dem Segment der grünen Energien oder beziehen sich auf das Verfahren der CO2-Abscheidung.

Der übliche Hinweis zur Währung: Teilen Sie einfach den Betrag in Norwegischer Krone (NOK) durch 10, und schon haben Sie die Beträge ziemlich exakt in Euro umgerechnet.

Insgesamt setzte man im Quartal 6,5 Milliarden NOK um und verbuchte dabei einen Gewinn in Höhe von 0,07 NOK je Aktie. Im Vorjahreszeitraum mussten die Norweger noch einen Verlust in Höhe von 1,77 NOK je Aktie ausweisen.

Ferner teilte die Unternehmensführung mit, dass man gemessen am Auftragsbestand im laufenden Jahr einen neuen historischen Rekord erwartet. Vor allem Kunden wie ConocoPhillips, ENI oder Equinor bauen derzeit ihre Kapazitäten in der Öl- und Stromproduktion aus. Die Branche geht mittlerweile davon aus, dass vor allem die Öl- und Gaspreise langfristig stabil bleiben, sodass auch größere Investitionen nun wieder kalkulierbar sind.

Vor diesem Hintergrund hat Aker Solutions die Umsatzschätzungen für 2022 angehoben. Unter dem Strich rechnet die Unternehmensführung mit einem Umsatzwachstum von mindestens 20 % auf dann insgesamt 35 Milliarden NOK. Bis 2025 strebt man einen Umsatz von rund 45 Milliarden NOK pro Jahr an.

Aufgrund der starken Geschäftsentwicklung wird das Unternehmen erstmals seit 2014 wieder eine Jahresdividende in Höhe von 0,2 NOK je Aktie auskehren. Das ist für uns als Aktionär noch nicht wirklich bedeutend. Die Maßnahme verdeutlicht allerdings den unternehmerischen Erfolg der Norweger. Deshalb rückte die Aktie auf Wochensicht um rund 10 % vor.

Chartkommentar: Die Aktie der Aker Solutions befindet sich derzeit noch in einer Seitwärtsphase. Möglicherweise kann der Titel aus diesem Band nächstens nach oben ausbrechen. Gemäß dem charttechnischen Lehrbuch wäre eine solche Kursbewegung dann ein lupenreines Kaufsignal. Anschließend sollte die Aktie mittelfristig auf Kurse von rund 40 NOK oder etwa 4 Euro zulaufen.

Wir halten an der Aktie der Aker Solutions fest. Sobald die Aktie aus dem zuvor beschriebenen Seitwärtsband nachhaltig ausbricht, stufe ich den Titel wieder auf Kaufen herauf.

Empfehlung: halten


Ausbruch nach oben möglich

9. Februar 2022

Illinois Tool Works meldet neuen Rekordgewinn

Der US-Mischkonzern Illinois Tool Works (ITW) ist schon etwas aus der Zeit. So vereint man unter dem Konzerndach 7 Geschäftseinheiten, die wenig Gemeinsamkeiten aufweisen. So beliefert man als Zulieferer namhafte Autobauer wie Daimler oder BMW und stellt gleichzeitig Anlagen für lebensmittel-produzierende Unternehmen wie Nestlé oder Danone her. Außerdem entwickelt und produziert man Anwendungen der Schweißtechnik oder Farben und Lacke. Das ist offensichtlich: Hier legt man keinen Wert auf Synergieeffekte, dafür aber auf maximale Diversifizierung der Geschäftsaktivitäten.

Dieses Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts hat allerdings wieder einmal schöne Gewinnzahlen hervorgebracht. So erwirtschafteten die Amerikaner im vergangenen Jahr einen Umsatz von 14,5 Milliarden USD (+14,5 %) und erzielten zudem einen neuen Rekordgewinn in Höhe von 8,51 USD je Aktie (+28 %).

Mehr noch: Man ist in der Unternehmensführung der Meinung, dass man auch im laufenden Jahr weiter expandieren wird. So soll der Umsatz zwischen 7,5 und 10,5 % wachsen. Den Gewinn sieht man unter ungünstigen Marktbedingungen bei 8,90 USD je Aktie und unter idealen Bedingungen bei 9,30 USD. Am rechten Rand habe ich für Sie nochmals die letzten Schätzungen der Analysten zusammengefasst.

Dieses Detail irritiert mich: Heute wurde bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende Ernest Scott Santi vor wenigen Tagen ITW-Aktien im Wert von über 34 Millionen USD veräußert hat. Ausweislich der Pflichtmitteilung hält er nun noch ITW-Aktien im Wert von 48 Millionen USD in seinem Depot. Das bedarf keiner besonderen Erläuterung: Hier hat der Top-Insider im Unternehmen massiv eigene Stücke abgeladen. Das ist kein Vertrauensbeweis für die US-Aktie.

In dieser Sache werde ich nächste Woche einmal einige US-Kollegen interviewen, ob in der Szene zu dem Vorgang Informationen unterwegs sind. Vorsichtshalber verzichte ich auf eine Aufstufung der ITW-Aktie. Bleiben Sie als „Altleser“ unverändert investiert. Neuleser halten sich zunächst mit einem Kauf bitte zurück!  

Empfehlung: halten


 

7. Februar 2022

Encavis: Investoren preisen Zinswende ein – Wir sichern Position ab

Im Euroland verdichten sich die Anzeichen, dass die EZB in absehbarer Zeit die Zügel der Geldpolitik straffen wird. Dabei werden die Währungshüter zunächst die Versorgung des Marktes mit Liquidität zurückführen. Aber auch eine Erhöhung des Leitzinses noch in diesem Jahr erscheint mittlerweile möglich.

Die sich ankündigende Zinswende belastet in besonderem Maße das Geschäftsmodell des grünen Stromerzeugers Encavis. Das Unternehmen verfolgt einen forcierten Wachstumskurs, den es zu wesentlichen Teilen mit Fremdkapital finanziert. Ausweislich der Bilanz 2020 liegt die Fremdkapitalquote des Unternehmens bei fast 80 %. Zum Vergleich: DAX-Unternehmen arbeiten mit Fremdkapitalquoten von rund 66 %. Der erwartete Anstieg der Zinsen, also der Finanzierungskosten wird die Margen des Stromerzeugers zusammendrücken und insgesamt die Expansion bremsen.

Zur Vermeidung von Missverständnissen: Encavis ist langfristig betrachtet ein großartiges Unternehmen. Mittelfristig sehe ich in der Aktie allerdings kein Kurspotenzial. Im Gegenteil: Ich befürchte weitere Kursrückgänge, sobald sich die Zinswende in der Euro-Zone klar abzeichnet.

So werde ich nun folgende Maßnahme ergreifen: Ich ziehe für die Aktie der Encavis auf Xetra ein Stop-Loss-Limit bei 12,75 Euro ein. Sollten meine Zinssorgen übertrieben sein und die Aktie sich oberhalb dieser Marke halten, darf sie zunächst bleiben. Andernfalls machen wir hier Kasse.  

Empfehlung: Stop-Loss bei 12,75 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN / ISIN: 609500 / DE0006095003


 

2. Februar 2022

Unglaublich: Apple fährt erneut Milliarden-Gewinn ein

Trotz aller Unkenrufe, trotz Chipmangel und anderer Lieferengpässe hat Apple im abgelaufenen Quartal (Weihnachtsgeschäft) wieder diverse neue Rekorde aufgestellt. Man steigerte den Gewinn um etwas mehr als 20 % auf 34,6 Milliarden USD. Der Umsatz expandierte auf knapp 124 Milliarden USD (+11 %). Beide Zahlen bedeuten eine neue Bestmarke für die Amerikaner.   

Der kleine Schwachpunkt: Der Absatz der iPhone-Geräte gemessen an der Stückzahl war leicht rückläufig. Diesen negativen Effekt konnte man allerdings vollständig auffangen, weil man im margenstarken Hochpreissegment mit aktuellen iPhone-Modellen besonders erfolgreich war. Unter dem Strich erzielte das US-Unternehmen mit seinen Smartphones einen Umsatz in Höhe von 71,6 Milliarden USD (+9 %).

Ich gehe davon aus, dass Apple auch im laufenden Jahr auf Wachstumskurs bleiben wird. So beklagte die Unternehmensführung um Tim Cook einen rechnerischen Umsatzausfall von rund 6 Milliarden USD aufgrund der angespannten Lieferketten. Vor allem das iPad leidet unter fehlenden Microchips, sodass hier der Absatz um rund 15 % rückläufig war. Dieser Umsatzausfall ist meines Erachtens für das Unternehmen aus dem Silicon Valley nicht verloren, sondern sollte im Laufe des Jahres aufholbar sein.

Fazit: Das Unternehmen Apple scheint trotz aller Marktdurchdringung und eines eher reifen Geschäftsmodells unverändert immer noch keine Wachstumsgrenzen zu kennen. Die Marke Apple bleibt quasi ewig jung und frisch.

Sie sind in diesem Dauerbrenner aus dem Silicon Valley noch nicht investiert? Dann rate ich Ihnen, jetzt „auf Verdacht“ einmal ein Kauflimit von 151 Euro in den Markt zulegen. Lassen Sie dieses Limit mindestens bis Ende Februar (ultimo) durchlaufen! Möglicherweise kommen Sie dann an einem schwächeren Börsentag zum Zug und gewinnen für Ihr Depot ein unverzichtbares Basisinvestment aus dem Technologiesegment.  

Empfehlung: kaufen bis 151,00 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN / ISIN: 865985 / US0378331005


 

2. Februar 2022

ThyssenKrupp: Börsenpläne der Wasserstoff-Tochter weit gediehen

Am kommenden Freitag wird der Anlagenbauer und Stahlkocher ThyssenKrupp seine (digitale) Aktionärsversammlung abhalten. Das Unternehmen hat das Redemanuskript der Vorstandsvorsitzenden Martina Merz bereits im Vorfeld der Veranstaltung veröffentlicht. Daraus geht indirekt hervor, dass die Börsenpläne für die Wasserstoff-Tochter Nucera (vormals Uhde Chlorine Engineers) bereits weit gediehen sind.

Ich zitiere aus dem Manuskript: „Unsere Vorzugslösung ist einen Teil des Geschäfts (Nucera) an die Börse zu bringen, gleichzeitig aber Mehrheitseigner zu bleiben, um so von den Wachstumsaussichten des Geschäfts zu profitieren. Eine Entscheidung über einen Börsengang könnte in der ersten Jahreshälfte 2022 fallen. (…) Wir erwarten, dass sich der Bedarf an Wasserstoff enorm stark entwickeln und bis 2050 versiebenfachen wird.“

Die kurzfristige Dimension der Maßnahme: Die Mutter wird die Erlöse aus dem Börsengang der Tochter zukommen lassen, damit diese ihren Wachstumskurs aus eigenen Mitteln finanzieren kann. Das ist ohne Frage eine sehr seriöse Vorgehensweise. Das bedeutet allerdings gleichzeitig, dass dem Mutterkonzern keine Sondererlöse zufließen werden. Folglich ist der Börsengang erst einmal nicht geeignet, den Kurs der Thyssen-Aktie massiv zu treiben.

Die andere Dimension: ThyssenKrupp wird den Börsengang als eine Art Werbekampagne in eigener Sache nutzen. Bislang verstehen die meisten Investoren unter ThyssenKrupp vor allem „Stahl“. Die erheblichen Wasserstoff-Aktivitäten im Konzern sind eher unbekannt. Das wird ein Börsengang, der üblicherweise reichlich mediale Aufmerksamkeit mit sich bringt, ändern.

Ich stufe die Aktie der ThyssenKrupp nach der jüngsten Korrektur wieder auf Kaufen herauf. Fassen Sie zu Kursen bis 9,50 Euro, sofern Sie – etwa als Neuleser – noch nicht investiert sind. Folgender Hinweis: Das Unternehmen wird am 10. Februar aus dem abgelaufenen Quartal berichten. Wenn Sie für sich diesen Kauf etwas konservativer gestalten möchten, warten Sie einfach die Veröffentlichung der Zahlen ab. Möglicherweise entgeht Ihnen dadurch kurzfristig Kursrendite, allerdings haben Sie mehr Klarheit und bessere Informationen im Hinblick auf den laufenden Turnaround der Stahlsparte.   

Empfehlung: kaufen bis 9,50 EUR

Börsenplatz: Xetra

WKN / ISIN: 750000 / DE0007500001


 

26. Januar 2022

Swiss Prime meldet Vermietungserfolge

Der Immobilienentwickler Swiss Prime hat in der zweiten Jahreshälfte 2021 Mietverträge für Flächen im Volumen von 120.000 Quadratmeter neu abgeschlossen bzw. erfolgreich verlängert. Insgesamt berichtete man von einem intakten Schweizer Immobilienmarkt. Die Vermietungserfolge erzielte man über alle Bereiche des Portfolios und über alle Lagen hinweg.

Das neue Jahr lässt sich für Swiss Prime ebenfalls erfolgreich an. So holte man für das Zürcher Prestigeobjekt, den Prime Tower, den Onlinehändler Zalando als Mieter. Ferner wird nächstens der deutsche Industrieversicherer seine Schweiz-Aktivitäten aus dem Prime Tower koordinieren. Solche Kundschaft nimmt jeder Vermieter gerne ins Haus. Hier besuchen Sie bei Interesse die Webseite des Objektes.

Die Aktie der Swiss Prime steht auch im Börsensturm wie eine Eins. Wer nach Stabilität und Ruhe für sein Depot sucht, kann hier immer noch bedenkenlos kaufen.

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Zürich

WKN / ISIN: 927016 / CH0008038389


 

26. Januar 2022

Welltower: Branche vorsichtig optimistisch – steigende Arbeitskosten

Der Branchendienst National Investment Center for Seniors Housing & Care (NIC) hat in einer landesweiten Erhebung herausgefunden, dass die Belegungszahlen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen weiter steigen. Insgesamt seien im abgelaufenen Quartal 81 % der verfügbaren Kapazitäten in den USA belegt gewesen. Zum Vergleich: Vor Corona lagen die Belegungsquoten bei rund 88 %.

In der Branche geht man davon aus, dass die Belegung im laufenden Jahr um 1 % pro Quartal zunehmen wird. Für 2023 hält das NIC eine gute Belegung von 90 % für möglich.

Die Hiobsbotschaft: Ähnlich wie hierzulande fehlt in den Einrichtungen Pflegepersonal. Dieser Mangel führt zu steigenden Lohnkosten. Zur Info: Aufwendungen für das Personal sind üblicherweise der entscheidende Kostenblock eines Seniorenheimbetreibers. Grundsätzlich kann man allerdings den Kostendruck zumindest mit Verzögerung auf die Kunden abwälzen. Dennoch gilt: Die Branche verdient immer noch nicht so wie vor der Pandemie.

Die jüngste Stärke der Welltower-Aktie belegt freilich, dass die Investoren für die Branche wieder aufgeschlossen sind. Auch der NIC berichtete, dass momentan ausreichend Kapital für die Branche verfügbar ist.

Hier haben wir viel richtig gemacht und die Verwerfungen der Corona-Krise konstruktiv genutzt, um vergleichsweise günstig in den Qualitätswert des US-Kurszettels zu kommen. Für das laufende Jahr können wir eine Jahresdividende von mindestens 2,50 USD erwarten. Das entspricht auf Basis des Einstandskurses von 62,40 USD einer vernünftigen Dividendenrendite von 4 %.

Die Aktie der Welltower soll langfristig im Dividendendepot verbleiben.

Chartkommentar: Die Grafik zeigt den brachialen Coronarücksetzer, den die Aktie im März 2020 erlebt hat. Damals wurde offensichtlich, dass Menschen in Senioren- und Pflegeeinrichtungen besonders anfällig für das Virus waren. Das Geschäftsmodell stand (vermeintlich) auf der Kippe. Als sich die aufgeregten Investoren etwas beruhigt hatten, sind wir im Juni in den Markt gegangen. Aktuell notiert die Aktie knapp unterhalb ihrer Rekordkurse von rund 90 USD. Technisch betrachtet liegt hier ein Deckel auf der Aktie, den ich im Chart rot eingezeichnet habe. Sobald diese Marke geknackt ist, werden prozyklisch orientierte Investoren die Aktie weiter treiben.

Empfehlung: halten


Dieser Widerstand muss fallen

26. Januar 2022

ThyssenKrupp baut U-Boot mit Brennstoffzelle für Israel

Der Lobbyverband Stahl meldete, dass in Deutschland 2021 rund 40 Millionen Tonnen Stahl gekocht worden sind und damit 12 % mehr als im Vorjahr. Zur Info: Insgesamt dürften ThysenKrupp, Salzgitter und Co im vergangenen Jahr an den Kapazitätsgrenzen produziert haben. Das spricht dafür, dass die Stahlpreise weiter auf hohem Niveau bleiben werden.

Unterdessen startet die Marineabteilung der ThyssenKrupp (TK Marine Systems) die Produktion von drei schweren U-Booten für die israelische Marine. Angeblich hat der Auftrag ein Volumen von rund 3 Milliarden Euro. Gleichwohl hält sich die betriebswirtschaftliche Dimensionen dieser U-Boote in engen Grenzen. Üblicherweise arbeiten die Unternehmen an diesen Aufträgen jahrelang und müssen folglich auch jahrelang auf den Geldfluss warten.

Allerdings ist dieser Auftrag technisch recht interessant. Die U-Boote sind rund 70 Meter lang und werden üblicherweise atomar oder von einem Diesel angetrieben. Das Thyssen-Boot allerdings wird mit einer Brennstoffzelle fortbewegt. Normalerweise werden Produkte für den militärischen Komplex immer mit der besten und der letzten Technologie ausgestattet. Das ist für den aufmerksamen Investor eine interessante Botschaft und zeigt uns, dass die Wasserstoff-Technologie möglicherweise doch nicht so tot ist, wie es die entsprechenden Branchenindizes andeuten.

In den vergangenen Tagen geriet die Stahl-Aktie unter massiven Verkaufsdruck. Man kann für diese Kursbewegungen jetzt irgendwelche Erklärungen konstruieren. Etwa die: Wenn der Russe in der Ukraine einmarschiert, dann explodiert der Gaspreis und damit auch der für Eisenerz und schließlich wird die Produktion für die Stahlkocher teurer. Nee, die Kursbewegungen der Thyssen-Aktie waren im wesentlichen psychologischer Natur. Konkret: Einige unserer Mitbörsianer haben in den Panikmodus geschaltet und ohne Limit ausverkauft.

Nachdem die zittrigen Hände nun verkauft haben, wird sich die Aktie der ThyssenKrupp in den nächsten Tagen wieder fangen. Wir bleiben investiert.

Empfehlung: halten


 

26. Januar 2022

Swatch Group feiert Comeback und kündigt weiteres Wachstum an

Der eidgenössische Uhrenmacher Swatch Group hat im vergangenen Jahr erwartungsgemäß den Turnaround geschafft und damit für sich die Corona-Pandemie abgehakt. Unter dem Strich meldete man einen Nettogewinn in Höhe von 774 Millionen CHF. 2020 musste man noch einen kleinen Verlust in Höhe von 53 Millionen CHF schultern. Insgesamt steht Swatch inzwischen sogar besser dar als im Geschäftsjahr 2019, als man 730 Millionen CHF verdient hat.

Den Jahresumsatz steigerte man um beachtliche 30 % auf 7,3 Milliarden CHF. Und mindestens genauso erfreulich: Die Unternehmensführung um Nick Hayek erwartet, dass man auch heuer prozentual zweistellig wachsen wird.

Ein kleiner Kritikpunkt: Gemessen an der Gewinnmarge liegt man schon noch hinter nationalen Konkurrenten wie Richemont oder Rolex. Das Management hat also noch einige Aufgaben vor der Brust. In den kommenden Tagen wird sich der Vorstand auch mit der Dividende befassen.

Ich habe schon die Hoffnung, dass das Unternehmen – wie im Vorjahr – 3,50 CHF als Dividende auskehren wird. Eigentlich sehe ich sogar Spielraum für ein bis zwei Extra-Schnäpsli obenauf. Bei einer Ausschüttungsquote von rund 50 %, wären rein rechnerisch sogar bis zu 7 CHF pro Aktie angesagt. Allerdings hat Swatch im Krisenjahr 2020 die Dividende aus der Substanz genommen. So wie ich unsere Nachbarn einschätze, wird man diesen Substanzverlust zunächst ausgleichen. Für das laufende Geschäftsjahr sind 7 CHF je Aktie als Gewinnbeteiligung dann aber realistisch erwartbar.

In den zurückliegenden schwierigen hat die Aktie ungefähr funktioniert und brachte Ihnen auf Monatssicht 2,5 % Kursgewinn. Wir bleiben weiter investiert. Sobald sich die allgemeine Marktstimmung, kann man hier auch wieder kaufen.  

Empfehlung: halten


 

24. Januar 2022

Zur Rose meldet gutes Wachstum – E-Rezept soll noch 2022 kommen

Der Schweizer Apotheken-Dienstleister Zur Rose konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um etwas über 15 % auf 2 Milliarden Franken ausweiten. Damit hat man die eigenen Ziele, die man freilich im Oktober nach unten revidiert hatte, erfüllt. Unter dem Strich haben die Eidgenossen im 4. Quartal 300.000 Neukunden gewonnen. Danach bestellen nun europaweit 12,4 Millionen Patienten regelmäßig auf einer der Zur Rose-Plattformen.

Erwartungsgemäß erfolgreich war man auf dem deutschen Markt, wo man den Umsatz sogar um über 20 % auf 1,3 Milliarden Franken ausbaute. Auch der Hochlauf der Kernmarke DocMorris verläuft offenbar nach Plan. Bis jetzt haben bereits 1 Million Nutzer die entsprechende Smartphone-App heruntergeladen. Ferner greift man allmählich im Profi-Geschäft aus. So hat die Plattform Doc Morris Express nach Unternehmensangaben bereits rund 200 stationäre Apotheken als Partner gewinnen können. Über diesen Kanälen verschaffen sich konventionelle Apotheken einen Zugang zum digitalen Geschäft. Die Auslieferung des Präparates noch am Tag der Bestellung (Same Day Delivery) wickelt dann die Logistik der Zur Rose ab.

Diese Struktur wird besonders wertvoll für das Unternehmen, sobald das E-Rezept in Deutschland eingeführt wird. Aus der Pressemitteilung der Zur Rose habe ich entnommen, dass das Management unverändert mit dem Start des E-Rezeptes noch in diesem Jahr rechnet. Deshalb hält man weiterhin an den bisherigen Zielen für 2022 fest.

Leider wird das gute Zahlenwerk der Schweizer am Markt kaum zur Kenntnis genommen. Das schwache Marktumfeld besonders für die Corona-Gewinner aus dem Börsenjahr 2020 überlagert. Kurzfristig rechne ich nicht mit einer Aufhellung der Marktstimmung. Wir bleiben dennoch unverändert investiert. Ein Nachkauf steht allerdings jetzt noch nicht auf dem Programm.

Empfehlung: halten


 

24. Januar 2022

Aktivistischer Investor wohl bei Unilever eingestiegen – Aktie legt stark zu

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Unilever das Übernahmeangebot für die konsumnahe Gesundheitssparte der Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline und Pfizer nicht mehr aufstocken wird. Zuvor hatte Unilever insgesamt rund 60 Milliarden Euro für GSK Healthcare geboten. Ich gehe allerdings schon davon aus, dass sich beide Seiten nochmals zusammensetzen werden, zumal Glaxo durchaus ein Interesse an dieser Transaktion hat.

Unterdessen wurde heute bekannt, dass der US-Hedgefonds Trian Partners sich in den vergangenen Wochen offenbar einige Unilever-Aktien ins Portfolio gelegt hat. Hinter Trian Partners verbirgt sich der US-Milliardär Nelson Peltz, der für die Konsumbranche bereits in der Vergangenheit ein gutes Händchen bewiesen hat. Dabei wirkt der Mann dann als sog. aktivistischer Investor über die Medien oder auch über die Aktionärsversammlung auf die Unternehmensführung ein. Ziel dieser Investoren ist die Hebung des Unternehmenswertes etwa durch eine umfassende Umstrukturierung oder die Abspaltung bestimmter Aktivitäten, die aus Sicht des Investors nur mäßig erfolgreich sind.

Die Ankunft des Nelson Peltz bei Unilever hat der Aktie schon einmal einen veritablen Schub verliehen. Wir bleiben unverändert investiert.

Empfehlung: halten

 


 

19. Januar 2022

Cameco profitiert nicht von Kasachstan-Krise – Absicherung erforderlich!

Sicherlich haben Sie der Medienberichterstattung entnommen, dass die zentralasiatische Republik Kasachstan in den vergangenen Tagen und Wochen von massiven und blutigen Protesten gegen die Regierung erschüttert worden ist. Im Zuge dieser Ereignisse kamen am Markt Spekulationen auf, dass die Uranversorgung in Gefahr sei. Zur Info: In der Region lagern umfangreiche Vorkommen und Reserven des Metalls. Das kasachische Bergbauunternehmen Kazatomprom steht als Marktführer für 24 % der globalen Produktion.

Cameco und auch andere nordamerikanische Uranförderer versicherten gleichzeitig, dass man jederzeit bereit sei, einen denkbaren Lieferausfall aus der Krisenregion auszugleichen. Am Ende ist schließlich für den geübten Marktbeobachter der Eindruck entstanden, dass der Markt derzeit großzügig mit Uran versorgt ist.

Deshalb zogen auch positive Nachrichten für die Branche aus Europa nicht. Hier zeichnet sich ab, dass die kritische Haltung Berlins zur Kernkraft nicht mehrheitsfähig ist. Wahrscheinlich wird also die Kernkraft in die sog. EU-Taxonomie als klimaneutral aufgenommen. Eine solche Maßnahme würde langfristig mehrere Milliarden Euro für die Branche freimachen.

Aufgrund der allgemeinen Marktunsicherheiten empfehle ich Ihnen, die Aktie der Cameco mit einem Stop Loss abzusichern. Platzieren Sie hierzu am Börsenplatz New York eine SL-Order zu 19,20 USD. In Deutschland setzen Sie die Absicherung auf Tradegate zu umgerechnet 16,90 Euro an.    

Empfehlung: Stop-Loss bei 19,20 USD

Börsenplat: NYSE


 

19. Januar 2022

Unilever-Aktie: Procter & Gamble hilft mit guten Quartalszahlen

Der US-Hersteller von Konsumgütern des täglichen Bedarfs Procter & Gamble hat im abgelaufenen Quartal den Umsatz um 6 % gesteigert. Dabei schluckten die Verbraucher rund um den Globus auch eine durchschnittliche Preiserhöhung von 3 %. Trotz gestiegener Preise gelang dem Unternehmen eine leichte Ausweitung des Absatzes pro Einheit. Erfreulicherweise hat also die gestiegene Inflation nicht zu unerwünschter Konsumzurückhaltung geführt.

Für uns als Unilever-Aktionär ist dieses Zahlenwerk relevant. Denn das Geschäftsmodell der Amerikaner ähnelt stark demjenigen der Unilever. Folglich dürfen wir uns darauf einstellen, dass die Europäer zuletzt auch ganz nett verdient haben. Außerdem zeigen die Procter-Zahlen, dass das Geschäftsmodell auch in einem inflationären Geschäftsumfeld funktioniert, weil man Preissteigerungen auf den Endkunden abwälzen kann.

Nach den Zahlen der Procter & Gamble präsentiert sich die Unilever-Aktie heute sehr robust. Auf Wochensicht hingegen steht für uns ein erheblicher Abschlag zu Buche. Momentan tendiere ich dazu, die Aktie irgendwann in diesem Jahr zu veräußern. Ursprünglich hatte ich den Titel als Dividendenbringer und konservativen Dauerbrenner angeschafft. Nun schmiedet man im Unilever-Management (kostspielige) Pläne zur Marktbeherrschung. Das war nicht der Plan.

Trotzdem: Hier stehen wir nicht unter Entscheidungsdruck. Weitere Kursverluste befürchte ich auf Basis der aktuellen Informationen nicht. Wir bleiben zunächst investiert.

Empfehlung: halten


 

19. Januar 2022

Workday: Holen Sie sich jetzt 40 % Buchgewinn ins Depotkonto

Der Entwickler von Unternehmens-Software Workday ist ein typischer Vertreter des NASDAQ-Segmentes. Wie ich bereits in meinem Marktkommentar dargelegt habe, möchte ich genau hier etwas Risiko aus Ihrem Depot herausnehmen. Deshalb rate ich Ihnen nun zum Verkauf der US-Aktie.

Generell sehe ich derzeit wenig Momentum in dieser Branche, wie auch die jüngsten Geschäftszahlen des Workday-Konkurrenten SAP zeigen. Zuletzt hat sich für uns als Börsianer der Eindruck verfestigt, dass das Cloud-Geschäft nicht genau so funktioniert, wie von den Software-Anbietern geplant. Ich formuliere einfach: Cloud-Software ist eine Miet- oder Abo-Software. Hier generieren die Unternehmen langfristige und verlässliche Umsätze.

Das Modell der Vergangenheit, also der Einmalerwerb der Software-Lizenz, hatte allerdings den Charme, dass sofort und auf einen Schlag erheblich Geld geflossen ist. Konkret: So verschiebt der Siegeszug der Cloud kurzfristige Erlöse in die langfristige Zukunft und belastet folglich die aktuelle Gewinnentwicklung.

Workday hat für uns geliefert, und wir holen uns jetzt den Buchgewinn von rund 40 % aufs Konto. Handeln Sie in New York, verkaufen Sie bestens ohne Limit. Hierzulande rate ich zum Börsenplatz Tradegate. Legen Sie dort sicherheitshalber ein Verkaufslimit knapp unterhalb des letzten Kurses fest! Das Handelsvolumen der US-Aktie auf Tradegate ist eher dünn, sodass hier mitunter zufällige Kurse entstehen, die von der (objektiven) US-Notierung mitunter nach unten abweichen können.

Empfehlung: verkaufen (bestens)

Börsenplatz: Nasdaq


 

17. Januar 2022

Unilever plant Milliarden-Übernahme – Aktie unter Druck

Der britisch-niederländische Markensammler Unilever – u.a. Knorr, Pfanni, Langnese, Domestos oder Axe – steht vor einer milliardenschweren Expansion in das Segment Gesundheit (Consumer Healthcare). Zu diesem Zweck möchte man die entsprechende Sparte des britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline für umgerechnet 59,8 Milliarden Euro übernehmen. In Hintergrund mischt hier noch der US-Pharmariese Pfizer mit, der rund ein Drittel der Consumer-Healthcare-Sparte kontrolliert.

Auf diese Weise kann sich Unilever auf einen Schlag ein starkes Portfolio namhafter Marken wie etwa Sensodyne, Paradontox oder Odol Med3 sichern. Ferner greift man damit in das Segment verschreibungsfreier Präparate mit Marken wie Voltaren, Otriven oder Zovirax (Lippenherpes) ein. Das Glaxo-Portfolio wird abgerundet von einigen bekannten Mitteln zur Nahrungsergänzung. So zählen etwa Centrum, Caltrate oder Emergen-C ebenfalls zum Portfolio der GlaxoSmithKline.

Die Übernahmepläne der Unilever sind enorm ambitioniert. Sollte die Transaktion gelingen, wird man – gemessen am Umsatz – hinter Nestlé zur neuen Nr. 2 des Weltmarktes aufsteigen. Trotzdem gerät die Unilever-Aktie heute nach Bekanntwerden der Nachricht unter Verkaufsdruck. Was sind die Hintergründe?

Die Briten von GlaxoSmithKline haben das Angebot heute zunächst abgelehnt und fordern, dass Unilever nochmals 10 Milliarden Pfund „obendrauf legt“. Damit würde die Transaktion umgerechnet 71 Milliarden Euro kosten. Derzeit verdichten sich die Anzeichen, dass Unilever ihr Angebot entsprechend anpassen wird und die Preisvorstellungen der Glaxo und der Pfizer erfüllen wird.

Ein erstes Fazit: Kurzfristig sind solche Mega-Transaktionen nur selten ein Turbo für die Aktien des Übernehmens, da zunächst ein hoher Schuldenberg abgearbeitet werden muss. Ferner droht uns hier eine Kürzung der Dividende. Gleichwohl werde ich heute noch nicht abschließend urteilen, sondern abwarten, bis weitere Details bekannt werden.

Ich stufe die Aktie der Unilever zunächst auf Halten herab.  

Empfehlung: halten


 

12. Januar 2022

ThyssenKrupp entwickelt sich zum europäischen Wasserstoff-Champion

Der britische Ölmulti Royal Dutch Shell wird im Hafen von Rotterdam eine großvolumige Wasserstoff-Produktion aufbauen. Die 200-MW-Anlage namens Hydrogen Holland wird ganz vorbildlich vom Offshore-Windpark Hollandse Kust mit grünem Strom versorgt. Damit entsteht in Rotterdam eine der größten Wasserstoff-Anlagen und -verteiler Europas. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein, sodass die Einrichtung 2024 ans Netz gehen kann.

Die Anlage, die sich über eine Fläche von drei Fußballfeldern erstreckt, wird von der ThyssenKrupp-Tochter Uhde Chlorine geliefert und installiert. Damit entwickelt sich ThyssenKrupp neben Linde und Air Liquide zunehmend zu einem europäischen Wasserstoff-Champion. An der Börse kommt diese Perspektive naturgemäß gut an. So kauften die Investoren die Stahl-Aktie gegen den Markttrend hoch.

Wir bleiben unverändert investiert und warten nun auf die Abspaltung bzw. den Börsengang der Wasserstoff-Tochter. Sobald sich diese Perspektive konkretisiert, wird die Aktie der ThyssenKrupp nochmals profitieren.

Empfehlung: halten


 

12. Januar 2022

Krypto-Währungen unter Druck: Wir sichern Coinbase ab

Bereits seit einigen Wochen befinden sich die meisten wichtigen Kryptowährungen unter starkem Verkaufsdruck. So verlor der Bitcoin auf Monatssicht rund 14 %. Dabei verschreckt die Investoren vor allem die bevorstehende Zinswende in den USA. Das Argument: Die geplanten Anhebungen des Leitzinses machen den USD im Vergleich zu den Krypto-Währungen wieder wertvoller.

In der Tat notiert die US-Währung gegen andere Vermögenswerte wie den Bitcoin und auch gegenüber Gold seit einigen Monaten sehr stabil. Die Stärke der Papierwährung schlägt sich automatisch in schwachen Preisen für die Kryptos nieder. Bislang hat sich auch die Hoffnung der Investoren auf den Bitcoin als Inflationsschutz nicht erfüllt, obwohl die digitale Währung aufgrund ihrer technischen Gestaltung hochgradig knapp ist.

Die Coinbase-Aktie konnte sich den Vorgaben des Krypto-Marktes nur teilweise entziehen. So verlor das Papier des US-Nebenwertes auf Monatssicht rund 7 % seines ursprünglichen Wertes.

Chartkommentar: Die Aktie ist im Rahmen der Korrektur auf einen unteren Widerstand bei rund 220 USD aufgelaufen. Ich sehe hier durchaus Chancen, dass diese Marke – hier grün eingezeichnet – hält und die Basis für eine künftige Erholung der Aktie bietet. Andererseits gilt: Hält diese kritische Marke nicht, fällt die Aktie ins charttechnische „Niemandsland“. In diesem Fall drohen weitere potenziell massive Kursrücksetzer. Folglich ist es nun notwendig, die Aktie knapp unterhalb dieser Marke von rund 220 USD durch ein Stop-Loss abzusichern.    

Ich ziehe nun ein Stop-Loss bei 210,90 USD ein. Handeln Sie den US-Titel an einem deutschen Börsenplatz, dann geben Sie ein Stop-Loss von umgerechnet 185,90 Euro ein.

Ein Ausblick: Der Bitcoin selbst läuft gegenwärtig auf die Marke von 40.000 USD auf. Hier befindet sich eine Unterstützung, deren Schutzwirkung wir allerdings nicht überschätzen dürfen. Ich gehe eher davon aus, dass sich die Krypto-Währung erst knapp oberhalb von 30.000 USD befestigen wird. Damit wäre dann die Korrektur des Kryptomarktes abgeschlossen, woraufhin wir die Aktie der Coinbase zurückkaufen können.

 

Empfehlung: Stop-Loss bei 210,90 USD


 

Coinbase vor kritischer Marke

12. Januar 2022

Swiss Prime lanciert ersten eigenen Immobilien-Fonds

Der Immobilien-Entwickler Swiss Prime Site steigt nun in die Vermögensverwaltung für professionelle Investoren ein. Zu diesem Zweck hat man im Dezember den SPS Solutions Investment Fund lanciert. Insgesamt haben die Eidgenossen bei Profi-Investoren rund 144 Millionen CHF eingeworben. Die Mittel hat man bereits vollständig in 13 Liegenschaften in der Schweiz investiert. Inklusive einer Fremdkapital-Komponente ist das Fondsportfolio aktuell rund 220 Millionen CHF wert. Mittelfristig wird Swiss Prime mit diesem Geschäftsmodell auch den deutschen Markt betreten und damit erstmals außerhalb des Heimatmarktes aktiv werden.

Ungeachtet des guten Nachrichtenflusses hat sich die Aktie zuletzt vorwiegend seitwärts entwickelt. Die Kursmüdigkeit dürfte der anhaltenden Zinsdiskussion geschuldet sein. Zuletzt zogen im Franken-Raum die Renditen für 10-jährige Anleihen überraschend ins positive Terrain. Über den Daumen gepeilt verschuldet sich ein Unternehmen wie Swiss Prime derzeit also rund 0,5 % teurer als noch vor einem Jahr.  

Diesen Zinsanstieg halte ich allerdings für vorübergehend. Die Inflation der Schweiz liegt gegenwärtig bei moderaten 1,5 %. Das bedeutet, die Schweizerische Nationalbank hat reichlich Spielraum, in den kommenden Monaten an ihrer ultralockeren Geldpolitik festzuhalten. Das ist im europäischen Vergleich ein Wettbewerbsvorteil für eidgenössische Immobilien-Unternehmen.

Folglich stufe ich die Aktie der Swiss Prime wieder auf Kaufen herauf. Bereits im März profitieren Sie übrigens von der anstehenden Dividendenausschüttung der Swiss Prime. Hier holen Sie sich auf Basis des letzten Kurses aus dem Stand bis zu 4 % Rendite ins Depot. Unter günstigen Umständen sollte das Unternehmen rund 3,40 CHF je Anteilsschein an uns auskehren.

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Zürich

WKN /ISIN: 927016 / CH0008038389


 

12. Januar 2022

Dividendensaison rollt an – Knackt Münchener Rück die 10-Euro-Marke?

In den vergangenen Tagen haben wir schon eine kleine Vorspeise zu uns genommen. So hat Albemarle eine Quartalsdividende in Höhe von 0,39 USD je Aktie an Sie ausgekehrt. Ferner haben Sie eine Zinszahlung aus dem Geldparkplatz iShares $ Ultrashort in Höhe von 0,21 USD je Anteilsschein vereinnahmt.

Ab Februar wird Ihr Kapitalzufluss dann erheblich anschwellen. Denn bis Mai stehen unter anderem die Dividendenzahlungen der DAX-Schwergewichte BASF und Münchener Rück auf dem Programm. Ich bin gespannt, ob der bayerische Versicherer erstmals mehr als 10 Euro pro Aktie an uns überweisen wird.

Erstmals werden heuer die Dividenden einen spürbaren und quasi garantierten Performancebeitrag leisten. Unser Fernziel ist bekannt: 7 % Kapitalrückfluss aus dem Dividendendepot. In diesem Zusammenhang „stört“ die Position Albemarle leicht. Dort werden wir 2022 nur knapp 2 % Dividendenrendite herausholen. Trotzdem bin ich auch hier nicht von der reinen Lehre des Dividendendepots abgewichen. Denn für Albemarle gilt genau wie für Münchener Rück oder Encavis eine eiserne Regel: Dividenden nie runter, sondern immer nur rauf.   

Das ist die Strategie des Dividendendepots. Hier holen Sie sich eine gewisse Performance-Garantie in Ihr Depot. Wenn die Wachstumstitel des NextGeneration-Depots einmal schwächeln, liefern unsere Dividendenaktien.  

 

 

11. Januar 2022

Lithiumpreis soll 2022 weiter auftreiben

Die wichtigen Lithiumpreise – Lithiumcarbonat und -hydroxid – sind im vergangenen Jahr im Durchschnitt um 280 % gestiegen. Der massive Preisaufschub war das Ergebnis einer eklatanten Unterversorgung bei gleichzeitig starker Nachfrage nach E-Autos. In diesem Jahr werden die Lithiumförderer das Angebot um rund 27 % aufstocken. Gleichwohl sollten die Lithiumpreise weiter spürbar auftreiben, wenn auch nicht mehr in der Intensität wie 2021. Am Markt geht man derzeit mehrheitlich davon aus, dass der Boom der E-Mobilität anhalten wird, sodass die Autobauer wie Tesla oder VW das Mehrangebot sofort vom Markt saugen.

Ferner rechne ich mit weiteren Impulsen für den Lithiummarkt aus den USA. Dort gehen nächstens die Massenhersteller Ford und General Motors mit großem Kapital in den Markt. So wird Ford den Pickup F-150 im laufenden Jahr erstmals auch als reinen Stromer in den USA anbieten. Der F-150 ist seit rund 30 Jahren das meistverkaufte Modell des US-Marktes. In guten Jahren lassen die Amerikaner bis zu eine Million Einheiten dieses Fahrzeugs vom Band laufen. Künftig wird ein erklecklicher Teil davon von einem E-Motor angetrieben werden.

Auch die kürzlich beendete CES-Messe (Consumer Electronics Show) in Las Vegas stand ganz im Zeichen der E-Mobilität. Hier präsentierte Daimler das Konzeptfahrzeig EQXX, welches bei einer zurückhaltenden Verwendung des Gaspedals mit einem Ladezyklus rund 1.000 Kilometer Reichweite schafft. Allerdings existiert dieses E-Fahrzeug bislang nur als digitale Studie. Das Modell habe ich am rechten Rand für Sie abgebildet.

Ferner bestaunten die Besucher den neuen BMW-SUV iX M60. Die Bayern schaffen zwar nur knapp 600 Kilometer Reichweite mit einer Ladung. Dafür ist der SUV schon bereit für die Straße und kann nächstens bestellt werden.

Das bedarf keiner seherischen Fähigkeiten: Lithium wird auch heuer ein begehrter Energie-Rohstoff sein. Folglich bestätige ich meine Kaufempfehlung für die Aktie der Livent, sofern Sie noch nicht investiert sind. An Albemarle halten wir unverändert fest.

Livent Corp.

Empfehlung: kaufen bis 26,00 USD

Börsenplatz: NYSE

WKN/ ISIN: A2N464 / US53814L1089

Albemarle Corp.

Empfehlung: halten

 

Mercedes-Benz Vision EQXX

11. Januar 2022

Zur Rose-Konkurrent legt solides Zahlenwerk vor – Neuer Termin für E-Rezept?

Der wesentliche Konkurrent der Zur Rose, Shop Apotheke, hat heute Zahlen aus dem abgelaufenen Quartal vorgelegt. Danach steigerten die Deutschen den Umsatz um knapp 9 % auf 288 Millionen Euro. Im Gesamtjahr schaffte man einen Umsatz in Höhe von etwas über 1 Milliarde Euro (+ 9,5 %).

Dabei entwickelten sich die wichtigen Kernmärkte der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) eher schwach. Hier expandierte man gemessen am Umsatz nur noch um knapp 4 %. Stark hingegen das Segment International: In Frankreich, Italien, Belgien und den Niederlanden steigerte man den Umsatz 2021 um 40 % auf 213 Millionen Euro. Wir dürfen getrost davon ausgehen, dass Zur Rose nächstens ähnliches Zahlenwerk vorlegen wird.   

Erfreulich ist dabei, dass das Geschäftsmodell Online-Apotheke zunehmend Verbreitung in West-Europa findet. Die Wachstumsrate in der DACH-Region ist freilich ziemlich unbefriedigend. Hier spürt man, dass der Einzelhandel im vergangenen Jahr für den Verbraucher wieder zugänglich war. Die Notwendigkeit zum Online-Kauf bestand im vergangenen Jahr nicht mehr so wie noch im Pandemiejahr 2020. Indirekt hat dieser Sachverhalt das Wachstum der Online-Apotheken gestört.

Unterdessen geht im Markt das Gerücht um, dass das E-Rezept in Deutschland nun am 1. Juli starten wird. Bewahrheitet sich dieses Gerücht, werden die Aktien der Zur Rose und Shop Apotheke ohne Frage wieder durchstarten. Das wäre für die Aktien ein veritabler Brustlöser.

Chartkommentar: Idealerweise vollzieht sich eine umfassende Korrektur einer Aktie immer in zwei Wellen. Diese zwei Wellen erkennen Sie idealtypisch im beigestellten Chart. Außerdem verfügt Aktie über eine rechte Unterstützung bei rund 200 CHF, die ich im Chart grün eingezeichnet habe. Charttechnisch betrachtet ist die Aktie der Zur Rose im Prinzip damit schon heute ein Kauf.

Gleichwohl werde ich den Titel jetzt noch nicht wieder auf Kaufen heraufstufen. Kurzfristig reibe ich mich am Gesamtmarkt. Hier haben wir in den vergangenen Tagen teils massive Abschläge bei vielen Risiko- und Wachstumsaktien gesehen. Deshalb warte ich mit einem Nachkauf vorsichtshalber noch etwas ab, bis die Investoren wieder mehr Risikobereitschaft an den Tag legen.  

Wir bleiben zunächst unverändert investiert.

Empfehlung: halten


 

Korrektur vor dem Abschluss

5. Januar 2022

Cameco-Aktie jetzt im CNBC Next Generation Index

Die Aktie des Uranförderers Cameco rückte in den vergangenen Tagen spürbar auf und beendete damit eine Zwischenkorrektur. Zuvor wurde der kanadische Nebenwert in den noch relativ jungen CNBC Next Generation 5o Index aufgenommen. In diesem Marktbarometer werden Unternehmen bzw. deren Aktien versammelt, deren Geschäftsmodelle in besonderem Maße jüngere Erwachsene wie die Millennials sowie die Generation Z ansprechen.

Thematisch setzt der CNBC-Index aktuell stark auf die Klimawende, FinTech-Geschäftsmodelle (z.B. PayPal oder Square), neue Mobilität (Uber, Lyft, Tesla) und Dating-Portale wie Bumble oder Match. Daneben finden Sie dort derzeit mit dem Bitcoin und dem Ether zwei führende Krypto-Währungen.

Unterdessen wurde bekannt, dass China in den nächsten 15 Jahren insgesamt 150 Kernkraftwerke errichten wird, um den Energiehunger im Land zu befriedigen. Ferner sorgte zuletzt der neu aufgelegte Sprott Physical Uranium Trust für Nachfrage nach Uran. Die Sammelstelle, die hierzulande etwa mit Xetra- oder Euwax-Gold vergleichbar ist, hat im vergangenen Jahr Uran im Wert von rund 1,8 Milliarden USD am Markt aufgekauft und soll damit rund ein Drittel des geförderten Urans lagern. Sprott lässt übrigens den Rohstoff teilweise von Cameco lagern.

Chartkommentar: Wie eingangs schon erwähnt hat die Aktie der Cameco zuletzt eine Zwischenkorrektur beendet, die ich im beigefügten Chart rot eingezeichnet habe. Vorteilhaft ist hier zudem, dass die Aktie bei rund 20 USD (grüne Linie) nach unten recht solide abgesichert ist.

Ich stufe die Aktie der Cameco nun wieder auf Kaufen herauf. Fassen Sie in New York zu Kursen bis 25 USD oder hierzulande zu Kursen bis umgerechnet 22,10 Euro zu! Beachten Sie ferner bitte, dass die Kanadier vor Weihnachten eine kleine Dividende an Sie ausgeschüttet haben. Diese Ausschüttung habe ich nun in der Performance-Messung erfasst.

Empfehlung: kaufen bis 25,00 USD

Börsenplatz: NYSE

WKN/ ISIN: 882017 / CA13321L1085

 

Abwärtstrend beendet

5. Januar 2022

Überraschung: BASF kauft eigene Aktien zurück – Dividende bleibt stabil

Das Chemie-Unternehmen BASF wird bis Ende 2023 eigene Aktien im Wert von 3 Milliarden Euro zurückkaufen. Die Nachricht kommt für die Investoren überraschend. Letztmalig hatte man 2008 über die Börse eigene Aktien eingezogen. Dabei versicherte der Vorstand, dass man die Maßnahme nicht über eine Kürzung der Dividende finanzieren wird.

An der bisherigen und recht großzügigen Dividendenpolitik wird man also festhalten. So dürfen wir im Mai mit einer Ausschüttung von 3,40 Euro nach zuvor 3,30 Euro je Aktie rechnen. Ich erwarte, dass der Chemie-Gigant in den kommenden Jahren die Dividende im Schnitt um 0,10 Euro pro Jahr steigern wird. Diese Prognose setzt natürlich eine halbwegs normale weltweite Konjunkturentwicklung voraus.

Ich gehe davon aus, dass diese Nachricht den zuletzt schwachen Trend der Aktie drehen wird. Folglich stufe ich die Aktie des starken Dividendenzahlers wieder auf Kaufen herauf. Fassen Sie jetzt billigst zu und sichern Sie sich aus dem Stand einen quasi garantierten Kapitalrückfluss von über 5 %.  

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Xetra

WKN / ISIN: BASF11 / DE000BASF111

 

 

5. Januar 2022

Gerücht: ThyssenKrupp bildet neuen Stahlgiganten mit Tata Steel

Aus den USA erreichte uns in den letzten Tagen die Nachricht, dass ThyssenKrupp und der indische Stahlkocher Tata Steel demnächst ihre europäischen Stahlaktivitäten in einem Gemeinschaftsunternehmen vereinen werden. Auf diese Weise entstünde in Europa ein neuer Marktführer mit einem Umsatz von rund 17 Milliarden Euro. Angeblich soll der Vorstand der ThyssenKrupp noch im April über die Maßnahme beraten und abschließend entscheiden. Bislang konnte ich die Information aus europäischen Quellen noch nicht verifizieren.

Das Gerücht entbehrt sicherlich nicht jeder Grundlage. Denn bereits 2019 haben beide Seiten an einem Zusammenschluss gearbeitet, den dann am Ende die zuständige EU-Kartellbehörde untersagt hat. Gesichert ist in jedem Fall, dass ThyssenKrupp den Kontakt zu Tata Steel nie hat abreißen lassen. Vorteilhaft ist zudem, dass sich die Produktionsstandorte der beiden Unternehmen in räumlicher Nähe befinden. So produzieren die Deutschen wesentlich im Ruhrgebiet, während die Europa-Aktivitäten der Tata Steel in den Niederlanden beheimatet sind.

Wir bleiben investiert. Sollte die Fusion gelingen, wäre dies ein Meilenstein im Turnaround der ThyssenKrupp. So überrascht es nicht, dass die Aktie auf Wochensicht um über 5 % vorrückt.

Empfehlung: halten

 

 

5. Januar 2022

Workday-Aktie sehr weich – Aktivieren Sie das Stop-Loss bei 242 USD!

Die Aktie der Workday tendiert seit einigen Tagen auffällig weich, ohne dass dabei Nachrichten aus dem Software-Unternehmen bekannt geworden sind. Die Korrektur bettet sich ohne Frage in eine generelle Schwächephase zahlreicher Software-Aktien ein. So verloren vergleichbare Aktien wie ServiceNow, Atlassian oder Twilio ebenfalls spürbar. Ich gehe davon aus, dass die Rücksetzer in der Branche eher zufälliger Natur sind.

Vorsichtshalber mache ich allerdings nochmals auf das Stop-Loss, welches ich für die Aktie der Workday bei 242 USD gesetzt habe, aufmerksam. Machen Sie es bitte nochmals scharf, sofern diese Absicherung bei Ihnen zuletzt ausgelaufen ist.

An deutschen Börsenplätzen rate ich aufgrund des niedrigen Handelsvolumens von einem automatisierten Verkauf per Stop-Loss ab. Ich erinnere nochmals daran, dass ein berührtes Stop Loss immer einen Verkauf ohne Limit (bestens) auslöst. Bei engen Aktien kann dies sehr ungünstig wirken. Hier ist es sinnvoll, die Aktie zu beobachten und anschließend bei Bedarf von Hand zu verkaufen. Beispiel Workday: Sinkt die Aktie auf oder unter 214 Euro ab, geben Sie eine Verkaufsorder mit Limit 212 Euro an die Börse. Auf diese Weise vermeiden Sie, dass Sie zum Opfer zufälliger Kursentwicklungen werden, da Sie quasi einen Mindestkurs vorgeben, den Sie im jedem Fall erzielen möchten.   

Empfehlung: Stop-Loss bei 242,00 USD

 

 

5. Januar 2022

Lithium: Chilenische Parlamentarier blockieren neue Lizenz für Albemarle

Gegenwärtig bewirbt sich Albemarle im Rahmen einer Ausschreibung um neue Förderrechte im chilenischen Lithium-Revier des Salar de Atacama. Verhandlungspartner der Amerikaner ist dabei die Regierung Piñera, die nach ihrer Abwahl im Dezember aktuell nur noch geschäftsführend im Amt ist. Nun haben diverse chilenische Parlamentarier geklagt, um das Ausschreibungsverfahren zu stoppen.

Der neue Präsident Gabriel Boric steht einer weiteren Privatisierung der Lithium-Förderung in dem lateinamerikanischen Latein skeptisch gegenüber. Möglicherweise können daher Förderer wie Albemarle oder SQM ihre Produktion in Chile nicht wie ursprünglich geplant ausweiten.  

Ungeachtet der schlechten Nachrichten rückte die Albemarle-Aktie auf Wochensicht um rund 4 % voran, während Livent, das nicht in Chile aktiv ist, um fast 6 % vorankam. Insgesamt bin ich noch gelassen. Eine Kollektivierung der Lithium-Produktion in dem Anden-Staat sehe ich nicht. Klar ist allerdings, dass der chilenischen Politik die jüngste Explosion des Lithiumpreises nicht entgangen ist. Da möchte man natürlich nun entsprechend beteiligt werden. Zu Deutsch: Ich erwarte schon, dass auch die Regierung Boric die Lizenzen erteilen wird, allerdings sicherlich nicht mehr zu den günstigen Konditionen der Vergangenheit.

Wir halten an Albemarle unverändert fest. Livent hingegen stufe ich unverändert als Kauf ein. Fassen Sie zu Kursen bis 26 USD oder umgerechnet 23 Euro zu, sofern Sie noch nicht engagiert sind.

Albemarale Corp.

Empfehlung: halten

Livent Corp.

Empfehlung: kaufen bis 26,00 USD

Börsenplatz: NYSE

WKN / ISIN: A2N464 / US53814L1089

 

 

 

30. Dezember 2021

Nach Korrektur: Analysten äußern sich zu Zur Rose

Nachdem die Einführung des E-Rezeptes in Deutschland zunächst verschoben worden ist, haben zahlreiche Analysten die Aktie der Zur Rose neu bewertet. Der Hintergrund: Durch die Verzögerung des E-Rezeptes wird das kurzfristige Wachstumspotenzial des Schweizer Online-Apothekers beeinträchtigt. Gleichwohl äußern sich die wichtigen Analysten-Häuser, die die Branche regelmäßig beobachten, weiterhin positiv zur Aktie.

Vergleichsweise pessimistisch zeigt sich der zuständige Analyst der Baader Bank, der das Kursziel der Aktie von 450 auf 300 CHF zurückgenommen hat. M. M. Warburg nimmt das Kursziel unbedeutend von 505 auf 493 CHF zurück. Völlig unbeeindruckt vom Debakel um das E-Rezept bleibt Alexander Thiel aus dem Hause Jefferies. Er hält an seinem zuvor ausgesprochenen Ziel von 571 CHF fest. Herr Thiel war derjenige Analyst, der den ersten Kursrausch der Online-Apotheken fast punktuell genau prognostiziert hat.

Fazit: Selbst die Pessimisten wie Baader Bank sehen die Aktie zurzeit klar unterbewertet. Wir bleiben also unverändert investiert. Ich bin nach wie vor – ungeachtet des Kursrücksetzers – vom Geschäftsmodell des Unternehmens überzeugt.

Empfehlung: halten

 

 

30. Dezember 2021

Apple beklagt Abgang zahlreicher Top-Entwickler

Bekanntlich sind sich Mark Zuckerberg und Apple-Chef Tim Cook in großer Abneigung verbunden. Dabei tauscht man sich nicht nur verbal über die Medien aus, sondern wirbt auch gerne talentiertes Personal beim Konkurrenten ab. So ist es offenbar kurz vor Weihnachten Meta (vormals Facebook) gelungen, rund 100 Entwickler von Apple abzuwerben. Dabei soll es sich nicht um irgendwelche Trainees oder Junior-Programmierer handeln, sondern ausschließlich um Top-Personal mit dem Schwerpunkt Virtual Reality (VR).

Meta bespielt dieses Marktsegment bekanntlich mit großen Anstrengungen und verfügt deshalb auch mit dem Modell Oculus über die marktführende VR-Brille. Für Mark Zuckerberg bedeutet Virtual Reality nichts anderes als der Eintritt ins Metaversum, also der Ort, an dem sich Realität und Virtualität vermischt. Zu dem Internet der Zukunft lesen Sie übrigens auch immer wieder einmal in meiner Kolumne Börse am Mittag.

Bereits zuvor hatten in der Sparte Apple-Car zahlreiche hochrangige Entwickler gekündigt und sich dann offenbar Autobauern wie Tesla oder VW angeschlossen.

Diese Entwicklungen muss man natürlich im Kontext sehen. So beschäftigt Apple weltweit rund 137.000 Menschen, die meisten davon als Programmierer. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen aus dem Silicon Valley rund 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt. So sehe ich den jüngsten Aderlass bei Apple noch mit Gelassenheit. Klar ist allerdings auch, Personalabgang kann langfristig bedeuten, dass das Unternehmen für viele kreative Köpfe nicht mehr attraktiv ist.

Ich bin also aufmerksam. Zunächst rate ich Ihnen allerdings, unverändert an der Apple-Aktie festzuhalten.  

Empfehlung: halten

 

 

30. Dezember 2021

Albemarle: Neuer chilenischer Präsident favorisiert nationalen Lithium-Champion

Vor Weihnachten hat Chile einen neuen Präsidenten namens Gabriel Boric gewählt. Der neue Mann gilt als eher wirtschaftsfern und hat im Wahlkampf unter anderem die Privatisierung der chilenischen Lithiumproduktion kritisiert. Offenbar will sich Boric nun für die Gründung eines nationalen Lithium-Champions unter staatlicher Kontrolle einsetzen.

Bereits im Vorfeld der Wahl zogen sich Investoren aus Investment mit Landesbezug zurück. So wertete der Peso seit Jahresbeginn um rund 16 % ab. Auch Lithium-Aktien liefen vor dem Wahltermin spürbar rückwärts. Der Zusammenhang: Albemarle oder etwa die chilenische Sociedad Química y Minera (SQM) unterhalten im Land große Lithiumprojekte. Beachten Sie hierzu bitte auch den beigefügten Chart, in dem ich die Boric-Korrektur zeige.

Livent hingegen fördert ausschließlich in Argentinien. Gleichwohl wurde auch diese US-Aktie in die Branchenkorrektur gezogen.

Mein erster Eindruck ist freilich, dass Señor Boric keine Kollektivierung oder Verstaatlichung der westlichen Lithiumproduktion plant. Albemarle selbst ist schon seit Jahren im Land bestens verankert und drückt schöne Lizenzgebühren an die Zentrale in Santiago de Chile ab. Gleichzeitig sorgt man mit Bedacht dafür, dass auch die Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Albemarle-Standorte profitieren. Ich gehe davon aus, dass es für einen Chilenen lukrativer ist, für Albemarle zu arbeiten als für einen nationalen Champion in Staatshand.

Empfehlung Albemarle: Den neuen Präsidenten und seine Maßnahmen werde ich im Blick haben. Zunächst bleiben wir unverändert in der Aktie der Albemarle investiert.

Empfehlung Livent: Hier entbehrt die Korrektur jeder sachlichen Begründung. Nutzen Sie den Rücksetzer zum Kauf, sofern Sie noch nicht engagiert sind. In New York fassen Sie bis 26 USD zu, hierzulande ordern Sie zu maximal 22,90 Euro (Kauflimit).

Albemarale Corp.

Empfehlung: halten

Livent Corp.

Empfehlung: kaufen bis 26,00 USD

Börsenplatz: NYSE

WKN / ISIN: A2N464 / US53814L1089

Aktie nach Chile-Wahl unter Druck

30. Dezember 2021

Norwegischer Staatsfonds mag ThyssenKrupp und fasst nach

Die norwegische Zentralbank Norges Bank hat in den letzten Tagen ihre Bestände in der Aktie der ThyssenKrupp weiter ausgebaut. Nunmehr hält die Bank, hinter der sich faktisch der norwegische staatliche Pensionsfonds verbirgt, etwas über 5 % der Thyssen-Aktien. Die Transaktionen des Statens pensjonsfond Utland finden regelmäßig unter Börsianern Beachtung, da er der größte europäische Fonds seiner Art ist.

Warum haben die Norweger wieder zugefasst? Das Fondsmanagement würdigt mit diesem Kauf die Stärke der ThyssenKrupp im Wasserstoff-Markt. Bekanntlich wird das Anlagevehikel derzeit auf Grün getrimmt. In Norwegen ist man in besonderem Maße von Wasserstoff als Energie und Energiespeicher überzeugt.

Auf Wochensicht verbesserte sich die Aktie um rund 5 %, nachdem die Pflichtmitteilung aus Norwegen am Markt bekannt geworden ist. Wir bleiben unverändert investiert.

Empfehlung: halten

 

 

22. Dezember 2021

Zur Rose: Deutschland kann keine Digitalisierung – E-Rezept verschoben

Nun ist es offiziell: Das Gesundheitsministerium hat Anfang der Woche in einem Schrieb mitgeteilt, dass das E-Rezept nicht wie ursprünglich geplant am 1. Januar starten wird. Offenbar verfügen diverse Krankenkassen, Apotheker und Ärzte noch nicht über die „erforderlichen technischen Systeme“, um das neue digitale Verfahren termingerecht zu starten. Einen neuen Starttermin nannte das Ministerium zunächst nicht. Vielmehr soll der Testbetrieb fortgesetzt werden. Anschließend wird man dann Region für Region rollierend aufschalten. Einen bundeseinheitlichen Starttermin wird es also nicht geben.  

In der Folge rutschten die Aktien der Online-Apotheken Shop Apotheke wie auch Zur Rose empfindlich ab. Beide Unternehmen gelten als große Profiteure der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens. Zuvor hatte man in umfangreichen Werbekampagnen bereits den Start des E-Rezeptes angekündigt. Diese Bemühungen sind nun erst einmal vergebens.  

Sehr ärgerlich ist, dass ich kurz vor dem Kurssturz der Aktie die zweite Kauftranche aktiviert hatte. Gleichwohl bin ich von dem Geschäftsmodell des Apotheken-Dienstleisters uneingeschränkt überzeugt. Die Verzögerung sorgt lediglich dafür, dass sich der Eintritt der Zur Rose in den lukrativen Markt für verschreibungspflichtige Präparate verschiebt. Problematisch ist natürlich, dass das Gesundheitsministerium keinen konkreten Zeitplan für den rollierenden Start des E-Rezeptes genannt hat. Das hat viele Investoren zusätzlich verunsichert und lässt nun am Markt Raum für schädliche Spekulationen, etwa dass die Vorbereitungen rund um das digitale Rezept als Ganzes noch nicht sonderlich weit gediehen sind.  

Eine schnelle Nebenbemerkung: Vor einigen Wochen habe ich meinen neuen E-Personalausweis erhalten. Selbstverständlich funktioniert auch der nicht. So gilt: Die öffentliche Hand in Deutschland kann keine Digitalisierung. Die neue Bundesregierung in Berlin weiß allerdings, welches Projekt neben der Klimawende zur Chefsache erklärt werden muss. So will das Gesundheitsministerium „dieses politisch höchst bedeutsame Digitalisierungsprojekt … zügig in der Versorgung etablieren“.

Fazit: Kurzfristig stufe ich die Aktie der Zur Rose auf Halten herab. Im neuen Jahr, wenn sich der Rauch verzogen hat und weitere Informationen verfügbar sind, werde ich die Aktie wieder zum Kauf stellen.

Empfehlung: halten

 

 

22. Dezember 2021

Wann läuft der Lithium-Markt in die Überversorgung?

Eine fortgeschrittene Machbarkeitsstudie vermutet im sog. Carolina Lithium-Projekt Spodumen für rund 883.000 Tonnen batteriefähiges Lithiumhydroxid. Damit würde die noch zu erschließende Mine im US-Bundesstaat North Carolina zu den ergiebigsten ihrer Art gehören. Die Rechte für die Ausbeutung der Vorkommen liegen beim australischen Explorer Piedmont Lithium, der bislang noch nicht nennenswert fördert. Gleichzeitig entwickelt Livent in Kanada (Québec) das Nemaska-Projekt, welches ebenfalls zu den größten Vorhaben der nördlichen Hemisphäre gerechnet wird.

In diesem Jahr werden über den Daumen gepeilt rund 452.000 Tonnen Lithium gefördert werden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs in Höhe von 48 %. Bis 2030 soll sich die Nachfrage nochmals ungefähr vervierfachen. Lithium bleibt ohne Frage gemessen an der Nachfrage ein starker Wachstumsmarkt.

Im kommenden Jahr werde ich allerdings auch die Angebotsseite näher in den Blick nehmen und dazu auch entsprechende Zahlen erheben. Der Verdacht liegt nahe, dass die Förderer derzeit im Rekordtempo neue Kapazitäten an den Markt bringen, wie die eingangs erwähnten Projekte zeigen. Hier besteht ungeachtet der sehr robusten Nachfrage mittelfristig die Gefahr eines Überangebotes.

Aktuell ist das Marktumfeld für unsere Lithium-Positionen Livent und Albemarle allerdings noch völlig intakt. Wir bleiben also zunächst weiter investiert.

Livent Corp.

Empfehlung: halten

Albemarle Corp.

Empfehlung: halten

 

22. Dezember 2021

Cameco: Noch nie zuvor wurde mehr Kohle zur Stromerzeugung verbrannt

Die Internationale Energieagentur rechnet in ihrem aktuellen Report „Coal 2021“ vor, dass die Nachfrage nach Strom aus Kohlekraftwerken in diesem Jahr um 9 % gestiegen sein wird. Damit wurde noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte mehr Kohle zur Stromerzeugung verfeuert. Rechnet man Branchen wie etwa Stahl oder Zementproduktion hinzu, ist die Nachfrage nach Kohle 2021 um 6 % gestiegen. Im kommenden Jahr wird die Kohlenachfrage voraussichtlich ein neues Rekordniveau erreichen. Damit wird die Erreichung der Klimaziele für 2050 immer unwahrscheinlicher.

Solche Nachrichten stützen regelmäßig die Aktie des Uranförderers Cameco. Zumal bereits seit Wochen die Franzosen in Brüssel wühlen, damit die EU die Kernenergie etwa neben Sonnen- und Windkraft ebenfalls als klima-neutrale Form der Stromproduktion anerkennt. Sollte die Kernkraft im Rahmen der EU-Taxonomie ebenfalls als „grün“ eingestuft werden, müssten die diversen Nachhaltigkeits- und Öko-Fonds die Aktie der Cameco in ihre Portfolios aufnehmen. Es bedarf keiner besonderen Erklärung, dass diese Tatsache die kanadische Aktie spürbar antriebe.

Auf Wochensicht rückte die Aktie der Cameco etwas über 5 % voran. Auf Monatssicht steht gleichwohl noch ein Verlust von rund 12 % zu Buche. Gleichwohl gehe ich davon aus, dass der Uran-Titel nun seine Zwischenkorrektur beenden wird. Im Januar kann ich hier wahrscheinlich wieder eine Kaufempfehlung aussprechen.

Zunächst belasse ich die Aktie auf der Empfehlung Halten.

Empfehlung: halten


 

22. Dezember 2021

Aker Solutions holt zwei wichtige Neuaufträge mit Potenzial

Der norwegische Öl- und Gasförderer Aker BP hat Aker Solutions zwei sog. FEED-Aufträge zur Erweiterung des operativen Ölfeldes Valhall sowie des Gasprojektes King Lear erteilt. Beide Anlagen befinden sich ziemlich zentral in der Nordsee zwischen Norwegen, England und den Niederlanden. Was ist eigentlich ein FEED-Auftrag?

Zunächst ist dies eine Abkürzung für Front End Engineering Design. Leider bietet die deutsche Sprache hier keine ganz exakte Übersetzung an. Ein Beispiel: Wenn ein Architekt Ihren Neubau zeichnet, dabei schon Versorgungsleitungen einplant, Baumaterialien auswählt und eine Kostenkalkulation vornimmt, dann kann man das hochtrabend als FEED-Auftrag bezeichnen.

Aker Solutions leistet solche planerischen Arbeiten vor allem für Offshore-Windanlagen sowie für maritime Öl- und Gasplattformen. So wird Aker Solutions für den Standort King Lear die Errichtung einer unbemannten Bohrinsel planen. Alleine solche FEED-Aufträge können schon einmal knapp 100 Millionen Euro wiegen. Idealerweise wird Aker Solutions dann nach der Planungsphase mit weiteren Aufträgen versorgt. Damit sind diese FEED-Verträge quasi die Eingangstür zu den ganz schweren Aufträgen der Ölfelddienstleistung.

Es sieht im konkreten Fall danach aus, dass Aker Solutions 2022 für Valhall und King Lear weitere Aufträge ziehen wird, zumal der Auftraggeber aus der großen Aker-Familie stammt.

Zuletzt korrigierte die Aktie der Aker Solutions im Rahmen der allgemeinen Marktschwäche. Nächstens sollte die Aktie ihre Korrektur allerdings abschließen. So empfehle ich die Papiere nun in Oslo (Kauflimit: 24,50 NOK) oder auf Tradegate (Kauflimit: 2,45 Euro) wieder zum Kauf.

Ich selbst hatte die Aktie zuletzt für das NextGeneration-Depot gleich mit voller Gewichtung von 10 % angeschafft. Es ist sicherlich nicht ganz dumm, wenn Sie als Neuleser etwas defensiver agieren und zunächst nur eine kleine Position aus Norwegen anschaffen. Dann kann man bei Kursschwäche immer nochmals nachlegen.

Empfehlung: kaufen bis 24,50 NOK

Börsenplatz: Oslo

WKN / ISIN: A12A18 / NO0010716582

 

22. Dezember 2021

Münchener Rück zieht im DAX davon – Ist man ein Zinsgewinner?

Die Aktie der Münchener Rück entwickelt sich seit rund 3 Monaten beharrlich besser als der DAX, ohne dass neue Nachrichten von Substanz aus dem Assekuranz-Unternehmen bekannt geworden wären. Was sind der Hintergründe der Besser-Entwicklung?

Nachdem der breite Aktienmarkt seit einigen Wochen wackelt, suchen einige Investoren wieder verstärkt unbestrittene und harte Substanz. Bekanntlich bieten die Bayern davon reichlich. Zudem können Versicherer wie die Münchener Rück als große Profiteure der zumindest in den USA anstehenden Zinswende gelten, wie auch die nächsten Geschäftszahlen zeigen dürften.

Zur Info: Versicherer nehmen bekanntlich monatlich enorme Barmittel ein, von denen sie immer einen bedeutenden Teil kurzfristig vorhalten müssen. In der Vergangenheit war dies aufgrund des ultraniedrigen Zinses bekanntlich wenig lukrativ. Die Münchener Rück wich deshalb in den Dollar-Währungsraum aus, weil man dort keine negativen Zinsen kannte. Mit diesen Dollar-Beständen hat man bislang aufgrund von günstigen Währungseffekten in diesem Jahr rund 7,5 % verdient.

Künftig wird man möglicherweise an diesen Beständen noch besser verdienen, wenn nämlich die US-Notenbank wie geplant dreimal den Leitzins anheben wird. Ende 2022 dürfte dann in den USA selbst die Geldverwahrung über Nacht (Tagesgeld) wieder wahrnehmbare Zinsen abwerfen. Generell begrüßt die Assekuranz-Branche als großer Geldeinsammler und -verwahrer die bevorstehende Zinswende in den USA.

Wir bleiben unverändert investiert. Bei dieser Aktie gilt: Jede Kursdelle ist ein Kauf. In einigen Monaten steht hier für uns übrigens auch die Dividende von mindestens 10 Euro pro Aktie an.

Empfehlung: halten

Münchener Rück 7 % besser als DAX