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13. Oktober 2021

Zur Rose plant Verdoppelung des Umsatzes – E-Rezept hakt

Zum 1. Oktober sollten hierzulande Apotheker, Ärzte und Krankenversicherer das E-Rezept auf freiwilliger Basis möglichst flächendeckend einführen. Jetzt wurde bekannt, das funktioniert nicht. Stattdessen wird man den seit dem 1. Juli laufenden Testbetrieb in der Region Berlin-Brandenburg verlängern. Gleichwohl plant die Gematik GmbH (der Entwickler der Infrastruktur) weiterhin den bundesweiten und für alle Teilnehmer verbindlichen Start des E-Rezeptes zum 1. Januar 2022.

In Deutschland werden jedes Jahr rund 500 Millionen Papierrezepte ausgestellt. Das E-Rezept soll diese Zettelwirtschaft beenden und die Digitalisierung des Gesundheitssystems voranbringen. Die Online-Apotheke Zur Rose wiederum sieht das neue E-Rezept als großen Umsatztreiber. So planen die Schweizer, den Umsatz in den kommenden 3 bis 5 Jahren von 1,75 Milliarden auf rund 4 Milliarden CHF zu steigern.

Ich bin mir sicher, dass diese Rechnung aufgehen wird. Allerdings sehe ich ein bedeutendes Restrisiko, dass die Einführung des E-Rezeptes zum 1. Januar nicht termingerecht funktionieren wird. Viele Arztpraxen haben offenbar ihre Verwaltungssysteme noch nicht entsprechend aufgerüstet. Auch die gesetzlichen Krankenversicherer haben bei der Ertüchtigung ihrer Software-Systeme ebenfalls keine Eile an den Tag gelegt. Nächstens wird man sich dort allerdings daran erinnern, dass die gesetzlichen Krankenversicherer 22 % der Kapitalanteile der Gematik GmbH halten und wesentlich für die Finanzierung der neuen Infrastruktur zuständig sind. Diese Tatsache sollte motivieren, bei der Einführung des E-Rezeptes einen Gang höher zu schalten.

Wir müssen also dem E-Rezept und damit auch der Aktie der Zur Rose möglicherweise noch etwas Zeit geben. Das werden wir tun und folglich an der Aktie festhalten.

Empfehlung: halten