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18. August 2021

Zur Rose setzt Wachstumskurs fort – E-Rezept kann starten

Der Schweizer Gesundheitsdienstleister Zur Rose Group hat im ersten Halbjahr einen neuen Rekordumsatz in Höhe von fast einer Milliarde CHF erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Wachstum von 21 %. Besonders erfolgreich agierten die Eidgenossen im deutschen Markt, wo man unter dem Strich einen Umsatz in Höhe von 656 Millionen CHF (+33 %) einfuhr.

Für das Segment Europa (aktuell Frankreich und Spanien) meldete man einen Umsatz von rund 40 Millionen CHF. Diese Märkte sind derzeit für Zur Rose noch nicht von zentraler Bedeutung, da in diesen Ländern – wie in den meisten EU-Ländern – ein Onlineversand von verschreibungspflichtigen Präparaten noch nicht zulässig ist. Ich gehe allerdings davon aus, dass Länder wie Spanien, Frankreich oder auch Österreich mittelfristig entsprechende Gesetzesinitiativen starten werden. Das Segment Europa ist damit quasi das Zukunftsgeschäft der Eidgenossen.

Die Neukunden: Hier bin ich leicht enttäuscht. So warb man im ersten Halbjahr lediglich 600.000 Neukunden ein und zählt damit nun 11,7 Millionen regelmäßige Besteller. Das entspricht einer Wachstumsrate von 5 %. Üblicherweise schaffen disruptive Online-Geschäftsmodelle in ihrer Frühphase bessere Wachstumsraten. Hier wird sich der Vorstand um Walter Oberhänsli sicherlich nochmals einige kreative Gedanken machen, um die Neukundengewinnung wieder energisch anzukurbeln.

Unter dem Strich weitete Zur Rose den Nettoverlust um 48 % auf 77 Millionen CHF aus. Hier wirkte besonders, dass man die Ausgaben für Werbung und Marketing nochmals um rund 20 Millionen CHF aufgestockt hatte. Die Mehrausgaben dienen vor allem der Markenbildung – Das neue Gesund –  sowie der werbemäßigen Vorbereitung des E-Rezeptes in Deutschland. Wir dürfen davon ausgehen, dass Zur Rose auch in den nächsten ein bis zwei Jahren weiter in den Ausbau ihrer Marktposition investieren wird. Denn der Markt wird jetzt verteilt. Hier gilt also völlig zu Recht: eher klotzen als kleckern.

Ferner erklärte das Unternehmen, dass die Software-Struktur zur Verarbeitung des E-Rezeptes steht. Man nimmt an der Testphase in der Modellregion Berlin-Brandenburg teil. Ab Anfang Oktober wird das E-Rezept dann testweise in ganz Deutschland erprobt. Offizieller Start, sofern es zu keinen Verzögerungen kommt, wird dann der 1. Januar 2022 sein.

Fazit: Die Geschäftszahlen waren im Wesentlichen im Rahmen der Erwartungen. Wichtig war mir dabei vor allem, dass Zur Rose auch unter normalen Marktbedingungen weiter wächst. Im vergangenen Jahr wirkte die Corona-Pandemie als mächtiger Triebfaktor. Dieser Effekt ist nun abgeklungen, trotzdem gelang dem Unternehmen weiteres starkes Umsatzwachstum.

Ich halte für den geplanten Nachkauf der Position an dem zuvor genannten Abstauberlimit von 295 CHF weiterhin bis Ende August fest. Im September werde ich das Limit dann anheben, sofern es bis dahin noch nicht berührt worden ist.

Empfehlung: nachkaufen bis 295,00 CHF

Börsenplatz: Zürich