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26. August 2021

Swiss Prime meldet solide Halbjahreszahlen –
Deutschland-Geschäft läuft an

Der Schweizer Immobilienverwalter Swiss Prime Site konnte den Gewinn im ersten Halbjahr um 42 % auf 163 Millionen CHF steigern. Dabei wirkte sich die Verbesserung der Covid-Inzidenzzahlen in der Schweiz günstig auf die Unternehmensentwicklung aus. Gleichwohl meldete man noch Covid-bedingte Belastungen in Höhe von 5,5 Millionen CHF. Dieser Minderertrag beruht im Wesentlichen auf Mietnachlässen sowie einem Ausfall aus der Vermietung von Parkplätzen.

Unter dem Strich erzielte man Mieterlöse in Höhe von 213 Millionen CHF. Die Leerstandsquote senkte das Management durch gezielte Portfolio-Pflege von 5,1 auf 4,7 %. In der Branche spricht man bei einer Leerstandsquote von 3 % von Vollvermietung. Gewisse Flächen stehen aufgrund von Mieterwechseln oder Instandhaltungsmaßnahmen zumindest vorübergehend immer leer.

Besonders erfreulich entwickelte sich die Sparte Vermögensverwaltung. Hier steigerte man den Umsatz um 56 % auf 7,5 Millionen CHF. Noch ist diese Einheit im Gesamtkonzern eher klein. Sie soll aber in den nächsten Jahren systematisch ausgebaut werden. Zu diesem Zweck agiert Swiss Prime seit diesem Jahr mit einem eigenen Fondsvehikel für Profi-Anleger auch im deutschen Immobilienmarkt.

Achillesferse bleibt die Einheit Retail bzw. das Traditionskaufhaus Jelmoli. Zwar hat sich das Geschäft in der Stammfiliale Bahnhofstraße (Zürich) sowie in der Niederlassung am Flughafen spürbar verbessert. Gleichwohl schreibt Jelmoli unter dem Strich immer noch rote Zahlen. Auch der auf dem Höhepunkt der Pandemie ins Leben gerufene Online-Shop des Einzelhändlers konnte das Blatt nicht wenden. Ich will hier keine Ratschläge erteilen. Gleichwohl frage ich mich, ob einer guter Immobilienverwalter immer auch ein guter Einzelhändler ist. Bislang zumindest war diese ungewöhnliche Kombination noch nicht von Erfolg gekrönt. Ein Verkauf dieser ertragsschwachen Randaktivität ist sicherlich eine Überlegung wert.

Fazit: Swiss Prime liefert wie üblich wieder einmal punktgenau. Dabei sehe ich Potenzial für eine weitere Verbesserung der Ertragslage im zweiten Halbjahr. Wichtig ist natürlich, dass die Delta-Variante weiterhin ungefähr unter Kontrolle bleibt. Besonders das Jelmoli-Geschäft verlangt, dass ausländische Touristen Zürich bzw. den dortigen Flughafen frequentieren.

Wir bleiben in dem wichtigen Depotstabilisator weiterhin investiert. Bei jeder Kursdelle stelle ich die Aktie für die Neuleser wieder zum Kauf.

Empfehlung: halten