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20. Oktober 2021

Münchener Rück peilt trotz Wetterkatastrophen Milliardengewinn an

Bernd und Ida haben der Münchener Rück im vergangenen Quartal die Gewinnrechnung leicht sauer gemacht. So werden die Bayern für die jüngste Flutkatastrophe (Sturmtief Bernd) in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen nach eigenen Schätzungen rund 600 Millionen Euro Entschädigung leisten müssen. Der US-Hurrikan Ida schlägt sogar mit einer Belastung von rund 1,2 Milliarden Euro zu Buche.

Gleichwohl wird der Rückversicherer ein Nettoergebnis für das abgelaufene Quartal in Höhe von 400 Millionen Euro ausweisen. Analysten hatten im Durchschnitt aufgrund der genannten Wetterereignisse ein leichtes Minus von 10 Millionen Euro erwartet. Nach den überraschend starken Quartalszahlen hat die Unternehmensführung ihre Gewinnprognose erneut bestätigt. Im laufenden Jahr hat man bislang 2,1 Milliarden Euro netto verdient. Am Ende des Geschäftsjahres sollen es insgesamt 2,8 Milliarden Euro sein.

Ich lehne mich aus dem Fenster: Jetzt ist die nächste Dividendenerhöhung für uns gebongt. Meine Kollegen aus der Analystenzunft rechnen im Schnitt mit einer Anhebung der Gewinnbeteiligung von 9,80 auf 10,40 Euro je Aktie.

Was waren die Faktoren, die die Belastungen aus den genannten Schadensereignissen kompensiert haben? Die Münchener Rück erzielte ein bärenstarkes Kapitalanlageergebnis. Man profitierte gleichermaßen von den anziehenden Zinsen sowie der Aufwertung des USD gegenüber dem Euro.

Zur Information: Europäische Versicherer legen traditionell einen großen Anteil ihrer umfangreichen Kapitalreserven im Dollar-Währungsraum an. Sie sind damit – ähnlich wie europäische Exporteure – großer Profiteur eines starken USD.

Mitunter wurde unsere Anschaffung der Versicherungsaktie für das Dividendendepot belächelt. So sind viele meiner Kollegen der Meinung, dass man in der aktuellen globalen Gefährdungslage keine Versicherungs-Aktien mehr kaufen könne. Ich halte dagegen: Das neue Risikoumfeld – Naturkatastrophen und Internetsicherheit – unterstreicht praktisch jeden Tag aufs Neue die Relevanz der Assekuranz-Unternehmen. Es gilt: Da wo viel Risiko, da auch viel Prämie.

Die Aktie der Münchener Rück kam in den letzten 3 Monaten um 14 % voran und entwickelte sich damit um 12 % besser als der DAX. Kurzfristig sehe ich die Aktie etwas überteuert. Beim nächsten Wackler werde ich diesen konservativen Dauerbrenner allerdings wieder zum Kauf empfehlen.

Empfehlung: halten