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29. Juni 2021

BASF macht ernst und steigt in die Produktion von Windstrom ein

Der deutsche Chemie-Gigant BASF macht ernst und wird gemeinsam mit dem schwedischen Stromerzeuger Vattenfall die größte Meereswindanlage der Welt errichten. Das Projekt „Hollandse Kust Zuid“ wird rund 25 Kilometer vor der niederländischen Küste entstehen und soll bis zu 1,5 Milliarden Watt produzieren. Die beiden Unternehmen veranschlagen für die Anlage Kosten von rund 3,2 Milliarden Euro. BASF wird davon die Hälfte schultern.

2023 sollen dann die Windräder anlaufen und das BASF-Werk Antwerpen mit klimaneutralem Strom beliefern. Dort befindet sich nach Ludwigshafen die wichtigste Produktion der Deutschen. Auch das Stammwerk Ludwigshafen soll in absehbarer Zeit mit eigenem Ökostrom versorgt werden. Hierfür plant man gemeinsam mit RWE eine Windanlage in der deutschen Nordsee. Mittelfristig möchte BASF zur Refinanzierung der gewaltigen Investitionskosten einige Kapitalanteile der beiden Windprojekte an Investoren – etwa aus der Versicherungsbranche – durchreichen.

Einige Infos zum Hintergrund: Chemie ist ein ausgesprochen energie-intensives Geschäft. BASF tritt nun die Flucht nach vorne an und forciert die Umstellung auf klimaneutrale Versorgung, um sich auf diese Weise Preisvorteile im internationalen Wettbewerb zu sichern. Derzeit kostet in der EU die Emission einer Tonne CO2 bereits 55 Euro und damit so viel wie noch nie zuvor. Seit Jahresbeginn zog der Preis pro CO2-Zertifikat um fast 70 % an. Industrie-Unternehmen, die diese Zertifikate auch künftig noch in rauen Mengen kaufen müssen, werden nicht konkurrenzfähig sein.

Ein anderes Energiethema: Die Preise für Rohöl sind in den letzten 12 Monaten je nach Sorte zwischen 70 (Brent) und 100 % (WTI) gestiegen. BASF verfügt bekanntlich mit der Tochter Wintershall über eine kleine, aber feine Öl- und Gasförderung. Dieser Tochter geht es also momentan sehr gut. Diese Tatsache ist im aktuellen Kurs der BASF-Aktie völlig unterbelichtet.

Ich bestätige meine Kaufempfehlung für die Aktie der BASF. Der Chemie-Titel blieb zuletzt spürbar hinter dem DAX zurück. Das ist überhaupt nicht gerechtfertigt. Also, wer noch nicht investiert ist, holt das jetzt bitte nach! Hier finden Sie gleichermaßen Substanz wie auch attraktive Kursperspektive.

Empfehlung: kaufen (billigst)

Börsenplatz: Xetra