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6. April 2022

Soitec dominiert die Chip-Branche aus dem Hintergrund

Alle Welt kennt die Chip-Designer AMD, Qualcomm oder STMicroelectronics. (Fast) niemand kennt den Dienstleister und Technologiepartner dieser Unternehmen: die Soitec SA aus Bernin bei Grenoble (Frankreich). Die Franzosen sind heute der große Spezialist für hochleistungsfähige Halbleiter-Materialien und -Beschichtungen und halten das Patent am sog. Smart-Cut-Verfahren.

1992 entstand Soitec als Startup in der Umgebung der französischen Forschungseinrichtung Leti (Laboratoire d´électronique des technologies de l‘information). Das Leti gehört gemeinsam etwa mit dem deutschen Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS zu den führenden Technologieschmieden Europas. Die Franzosen setzten dabei große Hoffnungen auf die sog. SOI-Wafer (Silicon on Insulator). Diese SOI-Technologie war damals im Prinzip schon ein alter Hut. Freilich hatte es dieser Hut nie in den Massenmarkt geschafft.

Schließlich entwickelte man das eingangs erwähnte Smart-Cut-Verfahren. Vereinfacht gesprochen wird dabei eine ultrafeine kristalline Siliziumschicht auf einen mechanischen Träger (Wafer) aufgetragen. Das Verfahren war nicht nur technologisch gut, sondern ermöglichte letztlich den Siegeszug der SOI-Wafer. Zuerst testete das niederländische Elektronikunternehmen Philips die Entwicklung der Franzosen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Sony und Microsoft wollten die SOI-Wafer für ihre Spielkonsolen Playstation bzw. Xbox haben. Samsung schaltete sich ebenfalls ein, und die US-Chipdesigner schwenkten um und holten sich die Franzosen ins Boot.

Eine technologische Betrachtung: Die Miniaturisierung des Microchips stößt bereits seit einigen Jahren an gewisse physikalische Grenzen. Hier bietet die SOI-Technologie einen Ausweg. Vereinfacht gesprochen ermöglichen die SOI-Bauteile eine Reduzierung des Stromverbrauchs oder eine Optimierung der Leistung bei konstantem Stromverbrauch. Ferner schalten diese Chips besonders schnell zwischen verschiedenen Anwendungsmodi wie Standby und voller Belastung.

Die Anwendungsbereiche: SOI-Wafer werden aktuell vor allem in 5G-fähigen Smartphones verbaut. Daneben ist das Segment Automotive, also E-Fahrzeuge und Selbstfahrer, bedeutsam für Soitec. Zuletzt: Cloud- und Edge-Rechner arbeiten mit diesen Chips besonders stromsparend und effizient. Marktforscher erwarten für den SOI-Markt bis 2026 ein Wachstum von 17 % pro Jahr. Das französische Unternehmen ist in diesem Segment der große Platzhirsch.

Die Geschäftszahlen bestätigen den Befund: 40 % Wachstum

Die letzten Quartalszahlen (Januar) bestätigen meinen Befund. So steigerte man den Umsatz im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 40 % auf 208 Millionen Euro. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet man einen Umsatz in Höhe von 975 Millionen Euro (+ 45 %). Dabei kommt man auf beachtliche operative Gewinnmargen von rund 34 %. Anders formuliert: Jeder dritte Umsatzeuro bleibt in der Kasse der Franzosen.

Soitec ist schon lange kein Startup mehr. 2017 hat man netto noch mit 8,4 Millionen Euro recht bescheiden verdient. Seitdem explodieren die Gewinne. So schätzen die Analysten im Schnitt für 2022 einen Nettogewinn von 154 Millionen Euro. Da nehme ich jetzt schon Wetten an: Diese Schätzung wird man locker übertreffen. Beigefügt finden Sie meine Schätzungen. Ausnahmsweise habe ich diesmal nicht die Konsensschätzungen meiner Kollegen herangezogen. Die sind nach den letzten starken Quartalszahlen für mich offensichtlich zu konservativ.

Warum sollen Sie diese Aktie jetzt kaufen? Was sind meine Überlegungen im Hintergrund? Bereits in meinem Marktkommentar vom 19. Januar hatte ich auf den Sachverhalt hingewiesen, dass es jenseits von Apple, Amazon oder Microsoft im NASDAQ-Segment zu massiven Verkaufswellen gekommen ist. Zu Deutsch: Vor allem in der zweiten und dritten Reihe wurden die Aktien durch die Bank um mindestens 50 % zusammengestaucht. Auch die Soitec-Aktie wurde zuletzt in diesen Strudel gerissen. Sie sackte zwischenzeitlich um 45 % ab, obwohl der Nachrichtenfluss aus dem Unternehmen unverändert positiv war. Kurzum: Sie kaufen hier eine temporäre Kursdelle.

Kaufargument Nr. 2: Ich hatte zahlreiche ausgebombte NASDAQ-Aktien wie etwa Crowdstrike, Cloudflare, Spotify, PayPal oder UpStart gemeinsam mit Soitec in meinen Analysetopf geworfen. Das Ergebnis: Die Franzosen wachsen stärker und sind daneben auch noch deutlich günstiger bewertet.

Also, ich sage ganz französisch: Allez! Holen Sie sich die Aktie der Soitec SA am besten gleich in Paris zu Kursen bis 159 Euro. Bitte beachten Sie, dass Frankreich eine Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,3 % erhebt. Hierzulande ordern Sie vernünftig über Tradegate mit dem gleichen Limit. Beachten Sie bitte, dass ich aufgrund der noch nicht ganz klaren Marktsituation zunächst nur mit halber Kraft, also mit 5 % des NextGeneration-Depots, kaufe. Bei kurzfristig ungünstiger Kursentwicklung fassen wir dann nach.

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A2DKAC / FR0013227113 

Börsenplatz:                  Paris

Limit:                              siehe Depotansicht

Gewichtung:                  5 %
Depot:                             NextGeneration-Depot

Gattung:                          Start-up

So kaufen Sie meine Empfehlung:

WKN / ISIN:               A2DKAC / FR0013227113

Börsenplatz:             Paris

Limit:                          siehe Depotansicht

Gewichtung:              5 %

Depot:                        NextGeneration-Depot

Gattung:                          Start-up

Soitec S.A.

WKN / ISIN:    A2DKAC / FR0013227113

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