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22. März 2022

Schlussverkauf bei Adidas: Wir greifen gerne zu

Der Winterschlussverkauf ist eigentlich schon vorüber und allerorten legen nun die Preise wieder zu. Außer bei Adidas, da ist immer noch „Sale“, zumindest mit Blick auf den Aktienkurs. Die Aktie des fränkischen Sportartikel- und Modeherstellers wurde in den letzten 7 Monaten mit eisernem Besen aus den Depots herausgekehrt. Dann kam auch noch der Krieg, und die Aktie sackte erneut ab. Zwischenzeitlich hatte sich das Papier des ehemaligen DAX-Highflyers ungefähr halbiert. Vergleichen Sie hierzu bitte auch den beigefügten Chart!

Ist dieser Ausverkauf nachvollziehbar? Oder können wir jetzt hier Aktien aufsammeln, die andere Investoren zu Unrecht weggeworfen haben? In meiner folgenden Kurzempfehlung erkläre ich Ihnen, was den Kurssturz ausgelöst hat. Am Ende werden Sie verstehen, dass die Kursbewegung vor allem in ihrer Intensität völlig übertrieben war. Ich sehe – je nach Entwicklung des Gesamtmarktes – hier nächstens eine starke Erholungsrally voraus. Dabei muss die Sportartikel-Aktie noch nicht einmal auf ihre alten Hochstände von rund 325 Euro zurückkehren.

Mit den Diktaturen dieser Welt haben wir seit einiger Zeit so unsere Probleme. Im vergangenen Jahr haben bedeutende Mode- und Textilunternehmen wie etwa Hennes & Mauritz und auch Adidas beschlossen, aus der westchinesischen Region Xinjiang keine Baumwolle mehr zu beziehen. Man rieb sich in der Unternehmensführung an dem Umgang der Pekinger Zentrale mit der muslimischen Minderheit der Uiguren.

In der Folge äußerten einige chinesische „Patrioten“ in diversen Social-Media-Kanälen Kritik an dieser Unternehmenspolitik. Die Angelegenheit wuchs sich schließlich zu einem veritablen „Shitstorm“ aus. Am Ende boykottierten zahlreiche chinesische Verbraucher die Sportartikel mit den drei Streifen. Im vierten Quartal verlor Adidas auf diese Weise rund ein Viertel seines China-Umsatzes. Und 1,5 Milliarden Euro Umsatz dürfte diese Affäre das Unternehmen gekostet haben. Schon jetzt steht fest, die aufgebrachten Chinesen kehren erst einmal nur langsam zu Adidas zurück.

Dennoch verdiente der Sportartikler im vergangenen Jahr großartig. Unterm Strich erzielte man einen Nettogewinn aus den fortzuführenden Geschäftseinheiten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Deshalb wird man auch die Dividende von 3 auf 3,30 Euro anheben. Der Umsatz legte 2021 um 16 % auf 21,2 Milliarden Euro zu.

Hier nähern wir uns nun langsam dem Problem. Denn 2022 wird man ausweislich der eigenen Prognose den Umsatz nur noch um 11 bis 13 % steigern. Zu Deutsch: Das Umsatzwachstum der Vergangenheit wird man nicht halten. Dabei reduziert das kürzlich stillgelegte Russland-Geschäft das Umsatzwachstum der Franken um rund 1 %.

Investoren irritiert: Ist hier nun Gewinnwachstum oder nicht?

Das Unternehmen kommuniziert eigentlich völlig klar. Trotzdem verstehen viele Investoren und auch Börsenportale den Sachverhalt nicht. Adidas wird sich ab jetzt in Stufen von der Schuhmarke Reebok trennen. Selbstverständlich verliert man mit der Veräußerung dieser Einheit auch Gewinn. Wenn man diesen Effekt nun nicht bereinigt, wird der Nettogewinn der Adidas im laufenden Jahr um rund 10 % schrumpfen.

Auf Basis der fortzuführenden Geschäftsaktivitäten – also ohne Reebok – wird Adidas allerdings im laufenden Jahr um mindestens 20 % wachsen. Ich wiederhole mich: 2021 hat Adidas ohne Reebok 1,5 Milliarden Euro verdient. In diesem Geschäftsjahr wird man – ebenfalls ohne Reebok – zwischen 1,8 Milliarden und 1,9 Milliarden Euro verdienen, so die Prognose des Vorstands. Ich kann an diesen Zahlen nichts Falsches finden.

Der Verkauf der Marke Reebok bringt den Franken bis zu 2,1 Milliarden Euro in bar. Davon wird man 1,5 Milliarden Euro in Form eines Aktienrückkaufs an die Investoren geben. Dieses Kaufprogramm ist vor rund einer Woche gestartet.

Mein Fazit: Hier verbessert man den Umsatz um 16 %, vervierfacht den Nettogewinn und steigert die Dividende um 10 %. Und der Aktienkurs fällt um fast 50 %. Das verstehe, wer will. Kurzum: Der Rücksetzer der Aktie war übertrieben.

Der Unsicherheitsfaktor: Was macht der chinesische Verbraucher?

Ich gebe zu, meine Argumentation hat einen Schwachpunkt oder einen Unsicherheitsfaktor. Für Adidas ist es wichtig, dass der chinesische Verbraucher wieder zurückkehrt. Er muss das zunächst nicht in Scharen tun. Die Unternehmensführung selbst rechnet für das laufende Jahr im China-Geschäft nur mit einer moderaten Umsatzsteigerung von 5 %. Das entspricht rund 225 Millionen Euro und kann nur ein Anfang sein.

Für die Rückgewinnung der beleidigten Kundschaft im Reich der Mitte hat man im Februar den alten Chef des China-Geschäfts wieder zurückgeholt. Der Hongkong-Chinese Adrian Siu hat die Marke mit den drei Streifen in China groß gemacht. Nun soll er seine Landsleute besänftigen, damit Adidas seine Marktanteile wieder zurückgewinnen kann.

Eine taktische Bemerkung: Die Adidas-Aktie passt nicht unbedingt perfekt in die Premium-Strategie, denn sie ist weder eine echte Dividendenaktie (Dividendendepot) noch ein typischer Technologietitel (NextGeneration-Depot). Ich plane hier für uns also kein Dauerinvestment, sondern schiele nach dem überzogenen Ausverkauf auf eine mittelfristige Erholungsrally.

Ich erwerbe die Aktie vorsichtshalber zunächst mit reduzierter Gewichtung für das NextGeneration-Depot. Fassen Sie ohne Limit an einem gängigen deutschen Börsenplatz zu! Sackt die Aktie nochmals spürbar unter 200 Euro, werde ich wahrscheinlich nachfassen.

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A1EWWW / DE000A1EWWW0 
Börsenplatz:                  Xetra
Limit:                              siehe Depotansicht
Gewichtung:                  5 %
Depot:                             NextGeneration-Depot

Gattung:                          Start-up

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Limit:                          siehe Depotansicht

Gewichtung:              5 %

Depot:                        NextGeneration-Depot

Gattung:                          Start-up

Adidas AG

WKN / ISIN:    A1EWWW / DE000A1EWWW0

3-Jahres-Chart in EUR