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16. Februar 2022

Swiss Re: Dividende satt und Gewinnexplosion voraus

Die Aktie der Münchener Rück konnte zuletzt uneingeschränkt überzeugen und hat den DAX in den vergangenen 6 Monaten um rund 10 % abgehängt. Die Aktie des Schweizer Rückversicherers Swiss Re hat den heimischen Markt (SMI) in diesem Zeitraum sogar um fast 20 % überflügelt. Die Out-Performance der Versicherungsaktien ist keine Eintagsfliege. Die Branche profitiert nämlich von der in den USA eingeleiteten Zinswende. Mehr noch: Die Analysten erwarten, dass die Versicherer vor einigen fetten Jahren stehen.

Eine Anmerkung vorweg: Die Swiss Re berichtet und bilanziert in USD. Folglich gebe ich die Kennzahlen des Unternehmens in dieser Währung, mit der Sie wahrscheinlich alle umgehen können, an.

Der langfristige Gewinntreiber: Bekanntlich hantieren Versicherer mit enormen Kapitalbergen. So dürfte Swiss Re im vergangenen Jahr Nettoprämien in Höhe von 43 Milliarden USD vereinnahmt haben. Ausweislich der Internetseite des Unternehmens umfasst das Investment-Portfolio Wertpapiere im Wert von rund 110 Milliarden USD.

Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass diese Mittel sicher und schwankungsarm anzulegen sind, damit man im Schadensfall liquide ist. Folglich investieren Versicherer ihre Mittel zu immer rund 70 % am Anleihenmarkt. In diesem Marktsegment war in den letzten Jahren definitiv kein Blumentopf zu gewinnen, sodass die Erträge aus den Investment-Portfolios von Jahr zu Jahr zurückgegangen sind.

Besonders frustrierend für die Vermögensmanager war dabei die Veranlagung frischer Prämienzuflüsse, die man dann zum aktuellen Nullzins anlegen sollte. So hat die Münchener Rück im Jahr 2016 erstmals zweistellige Millionenbeträge in bar sowie in physischem Gold gebunkert, weil man im Euro-Raum akut vom negativen Einlagenzins der EZB bedroht war. Im wichtigen US-Rentenmarkt waren damals zwar in mittleren Laufzeiten (T-Note) noch Renditen von rund 1,6 % erzielbar. In der Folge sackte diese relativ gute Rendite allerdings im Tiefpunkt auf 0,5 % ab. In diesem Zinsumfeld waren die Portfolio-Planer der Swiss Re oder Münchener Rück chancenlos.

Inflation treibt Zinsfantasie

Das Blatt hat sich gewendet, und die Münchener Rück hat ihren Goldbunker wieder geleert. Im US-Rentenmarkt erzielen die Versicherer aktuell risikofreie Renditen von knapp 2 %, Tendenz stark steigend. Denn im laufenden Jahr wird die US-Notenbank den Leitzins – Stand heute – mindestens dreimal anheben. Folglich werden die Unternehmen der Branche nächstens ihr Geld zu 0,75 % täglich verfügbar parken können. Damit verdienen die Versicherer sogar wieder im Geldmarkt, wo sie rund 10 bis 15 % ihrer Mittel parken.

Wichtiger als der Leitzins für die Branche ist allerdings die sog. 10 Year Treasury-Note der USA. Das ist ein Benchmark- oder Marktzins, zu dem die Branche bedeutende Anteile der versicherungstechnischen Rücklagen – zuvor als Investment-Portfolio bezeichnet – anlegt. Diese 10-jährigen Staatsanleihen der USA gelten als sicher und hochliquide. Sie bilden das Rückgrat jedes Investment-Portfolios eines Versicherers. Das Zinsniveau der T-Note bezeichnet also eine Art Mindestrendite für den Versicherer.

Wie der beigefügte Chart zeigt, ist diese Mindestrendite seit Mitte 2020 bis heute von 0,5 auf rund 2 % gestiegen. Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Wenn sich die aktuelle Monatsinflation in den USA von 7,5 % zur durchschnittlichen Jahresinflation auswächst, dann werden wir im mittelfristigen Bereich der T-Note Marktzinsen in entsprechender Höhe sehen. Das ist sicherlich ein Extremszenario, das allerdings nicht völlig aus der Welt ist.

Anders formuliert: Die Investment-Portfolios der Versicherer werden in einem solchen Szenario wieder Renditen von 8 bis 9 % pro Jahr abwerfen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hat das Portfolio der Swiss Re rund 3 % geschafft. So gilt: Die Zinsangst des Aktienmarktes ist die Zinsfantasie des Versicherers.

Das Virus geht und macht eine Milliarde Extra-Gewinn für Swiss Re frei

In den letzten Quartalen hat Swiss Re das eigene Risikobuch grundlegend überarbeitet und diverse Hochrisiken ausgesteuert. Das hat sich in den 9-Monats-Zahlen des vergangenen Jahres bereits eindrücklich niedergeschlagen. So verdiente man in der Rückversicherung Sachrisiken 1,5 Milliarden USD bei einer Schadensquote von 97,5 %. Zu Deutsch: Pro 100 USD vereinnahmter Prämie hat man 2,5 USD in den eigenen Kassen halten können.

Auch die Sparte Unternehmensversicherungen war erfolgreich. Hier verdiente man 425 Millionen USD bei einer sehr günstigen Schadensquote von 91,1 %. Lediglich die Sparte Rückversicherung Leben meldete noch einen kleinen Verlust von 62 Millionen USD nach zuvor minus 899 Millionen USD. In diesem Segment wirkte sich die Übersterblichkeit im Rahmen der Pandemie ungünstig aus.

Und das hat mich bei meiner Recherche überrascht: In den ersten 9 Monaten haben die Auswirkungen der Pandemie immer noch mit rund einer Milliarde USD ins Kontor geschlagen. Hier musste leisten etwa für Betriebsunterbrechungen, Verschiebung von Großereignissen oder eben für die Übersterblichkeit in der Erstversicherung Leben und Kranken.

Genau hier sehe ich nun für die Schweizer einen weiteren kurzfristigen Gewinnfaktor, denn die Belastung aus der Pandemie dürfte zuletzt deutlich abgenommen haben. Mittelfristig wird hier also – bei gleicher Geschäftsentwicklung – ein Extra-Gewinn in Höhe von 1 Milliarde USD frei.

Ich habe diese Meinung nicht exklusiv, wie ein Blick auf die Konsensschätzungen der Analysten zeigen. Hier geht man davon aus, dass der Versicherer im abgelaufenen Jahr rund 6,40 CHF je Aktie verdient hat. Im laufenden Jahr sollen es dann schon über 9 CHF sein. Und ab 2023 soll der Gewinn pro Aktie sogar zweistellig ausfallen.

Nur zur Abrundung: Die Gewinnentwicklung des deutschen Konkurrenten Münchener Rück sehen die Analysten ähnlich stark. Letztlich gilt: Die Branche der Rückversicherer steht nach langen zinslosen Jahren vor einem groß angelegten Comeback. Da möchte ich, dass wir dabei sind.

Dividende: Swiss Re soll unser erster Siebenprozenter werden

Die strategische Dimension: Premium-Leser, die schon etwas länger dabei sind, wissen, dass ich üblicherweise immer eine Branche nur mit einer Aktie besetze. So habe ich etwa die Branche täglicher Konsum mit Unilever besetzt. Die Aktie der Procter & Gamble werde ich also nicht mehr kaufen.

Im Falle von Münchener Rück und Swiss Re mache ich allerdings eine Ausnahme, da die Aktien der Versicherer zu den wenigen Profiteuren steigender Zinsen zu rechnen sind. Wie bereits eingangs angedeutet, traue ich den beiden Aktien zu, die jeweiligen Leitindizes zumindest mittelfristig abzuhängen. Außerdem erzielen Sie hier aus dem Stand eine Dividendenrendite von rund 6 %, die in den nächsten Jahren möglicherweise sogar weiter erhöht wird. Stand heute gehen die Analysten davon aus, dass Swiss Re für das Geschäftsjahr 2023 sogar über 7 CHF je Aktie ausschütten wird. Damit wäre diese Aktie unser erster Siebenprozenter im Depot. Zur Info: Die satte Dividende wird Ihnen in ziemlich genau 8 Wochen aus der Schweiz zufließen.

Abschließend einige Kaufhinweise: Ich werde die Aktie in zwei Tranchen à 5 % vom Dividendendepot erwerben. Dabei führe ich den Erstkauf ohne Limit (billigst) an der Börse Zürich durch. Sollte die Aktie nächstens nochmals Richtung 90 CHF wandern, fasse ich nochmals zu, um die Regelgewichtung von 10 % im Dividendendepot herzustellen. Hier werde ich Sie dann selbstverständlich entsprechend informieren.

Noch ein Kaufhinweis: Bern und Brüssel streiten unverändert über dieses Partnerschaftsabkommen, das die weitere Anbindung der Schweiz an die EU regeln soll. Tatsächlich haben sich beide Seiten sogar mit kleineren Sanktionen belegt. Das Ergebnis: Sie können Schweiz-Aktien weiterhin nicht börslich in Deutschland handeln.

Allerdings bieten Ihnen Makler wie Baader Bank oder Lang & Schwarz hierzulande den außerbörslichen Handel in der Aktie an. Beachten Sie, dass Sie hier allerdings ungefähr 30 Euro-Cent je Aktie teurer kaufen, als wenn Sie börslich in Zürich ordern. Das ist nicht die Welt. Gleichwohl kann es sich bei größeren Transaktionsvolumen lohnen, in Zürich zum besseren Kurs zu handeln und dafür die erhöhten Auslandsspesen Ihrer Depotbank zu „schlucken“.

Sofern Sie außerbörslich in Deutschland ordern, rate ich Ihnen zum Setzen eines großzügigen Kauflimits – z. B. 96 Euro. Das gehandelte Volumen dürfte bei den deutschen Maklern eher dünn sein, sodass es hier zu zufälligen Kursbewegungen kommen kann. Durch ein Kauflimit schließen Sie für sich diese unerwünschten Bewegungen aus und vermeiden unerwünschte Überraschungen.

 

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A1H81M / CH0126881561 

Börsenplatz:                  Zürich

Limit:                               siehe Depotansicht

Gewichtung:                   5 %

Depot:                             7 %- Dividenden

Gattung:                          Start-up

So kaufen Sie meine Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A1H81M / CH0126881561

Börsenplatz:                  Zürich

Limit:                               siehe Depotansicht

Gewichtung:                   5 %

Depot:                             7 %-Dividenden

Gattung:                          Start-up

10 Jahres-Marktzins USA (T-Note)

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Swiss RE AG

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3-Jahres-Chart in CHF