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27. Juli 2022

Flüssiggas: Doppel-Knappheit lässt Charterraten explodieren

Diese Empfehlung bedarf eigentlich keiner besonderen Erläuterung. Selten war eine Story wohl für jeden klar denkenden Börsianer derart offensichtlich. Seit einigen Monaten machen die Betreiber von LNG-Tankerflotten das Geschäft ihres Lebens. Denn der Markt ist von einer dramatischen Doppel-Knappheit gekennzeichnet, wie ich sie in dieser Form noch nie zuvor gesehen habe. Das sind die zwei Ebenen:

Knappheit 1: Die Fakten sind hinlänglich bekannt. Aufgrund des Ukrainekriegs hat Mitteleuropa seinen zentralen Gaslieferanten sehr weitgehend verloren. Die Pipeline Nord Stream 2 ist erst gar nicht ans Netz gegangen und wird Stand heute nie einen Kubikmeter Gas zu uns bringen. Seit heute ist Nord Stream 1 nur noch zu 20 % ausgelastet, nachdem Gazprom zuletzt zweimal in enger zeitlicher Abfolge das ohnehin reduzierte Pumpvolumen nochmals reduziert hat.

In besonderem Maße sind vom russischen Gasembargo Deutschland, Österreich, Tschechien und die Slowakei betroffen. Diesen Standorten droht Ende des Jahres ein handfester Gas-Lockdown. Analysten erwarten für den Worst Case einen Rückgang der industriellen Produktion um bis zu 60 %. Das etwas gemäßigtere Szenario sieht einen Rückgang von 30 % vor.

Deshalb bietet Europa derzeit jeden Preis für LNG-Gas aus Katar oder etwa den USA. Wir haben quasi binnen weniger Wochen die bisher führenden LNG-Nachfrager wie Japan, Südkorea oder China halb aus dem Markt geschoben. Diese Politik hat natürlich einen gewissen Preis. Europa ist heute der heiße Premiummarkt. Unternehmen wie Dynagas, die unter anderem die beiden deutschen Import-Terminals für LNG stellen werden, oder der norwegische Tankerbetreiber Flex LNG freuen sich und schieben aktuell gewaltige Prämien ein.

Knappheit 2: Gas oder Öl ist vor allem langfristig betrachtet nicht wirklich knapp. Es steht allerdings sehr oft räumlich betrachtet genau dort nicht zur Verfügung, wo es benötigt wird. Genau hier kommen wir zur zweiten Knappheit. Derzeit fehlen weltweit Transportkapazitäten, um das Material dorthin zu liefern, wo es benötigt wird.

Dabei fehlen in der maritimen Logistik nicht nur Öltanker und Containerschiffe, sondern vor allem LNG-Tanker. Hier hat sich ein echter Flaschenhals entwickelt, der die erste Knappheit zur dramatischen Doppel-Knappheit gemacht hat.

So werden derzeit auf den atlantischen Routen rund 100.000 USD Charterrate für einen LNG-Tanker mit einem Volumen von 160.000 Kubikmeter Flüssiggas bezahlt. Auf den asiatischen Routen werden aktuell für das gleiche Schiff rund 85.000 USD bezahlt. Vor Jahresfrist bezahlten asiatische Nachfrager rund 49.000 USD Charter. Zur Vermeidung von Missverständnissen: Diese Charterraten fallen nicht pro Fahrt an, sondern pro Tag.

Die junge und moderne Flotte der Flex LNG

Das norwegische Unternehmen Flex LNG betreibt aktuell eine Flotte von 13 LNG-Tankern. Im Branchenvergleich dürften die Norweger die jüngste Flotte der Welt kommandieren. Die „ältesten“ Transporter stammen aus dem Jahr 2018, drei Schiffe wurden sogar erst im vergangenen Jahr in Betrieb genommen. Zur Einordnung: Ozeanriesen wie ein Öl- oder LNG-Tanker können schon einmal drei Jahrzehnte laufen, wenn man sie pfleglich behandelt. Hier verschaffen Sie sich einen raschen Überblick über die Flotte der Norweger.

Mehr noch: Die Flex-Flotte zähle ich nach meinen Recherchen zu den technisch modernsten und innovativen dieser Welt. Kaum ein anderer Tanker-Betreiber dürfte derzeit Flüssiggas effizienter und billiger transportieren als Flex LNG.

Worauf kommt es an? Wie Sie alle wissen, wird Erdgas vor der Verschiffung auf mindestens minus 161 Grad Celsius heruntergekühlt. Dann verringert es sein Volumen um den Faktor 600 und wird als Flüssiggas in die LNG-Tanks eingepumpt. Selbstverständlich kann das Flüssiggas während des Transportes nicht gekühlt werden. Deshalb sind die Tanks der LNG-Transporter thermisch massiv gedämmt. Trotzdem erwärmt sich die Ladung jeden Tag und dehnt sich damit wieder aus.

Folglich lassen ältere Tanker jeden Tag rund 0,25 % des Volumens aus den Tanks ab. In der Fachwelt bezeichnet man diesen permanenten Verlust auch als „Boil-off-Rate“ (BOR) oder zu Deutsch ungefähr Vergasungsrate. Ergo verliert ein älterer Tanker während einer 30-tägigen Passage rund 7,5 % seiner Ladung.

Die modernen Tanker der Flex LNG schaffen hingegen Vergasungsraten von deutlich unter 0,1 %. Mehr noch: Das abzulassende Gas wird nicht mehr einfach abgefackelt, sondern als Treibstoff in den Schiffsmotor eingeführt. Der technologische Fortschritt der letzten Jahre in der Branche ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg des Flüssiggases.

Die Risikobetrachtung: Monsterdividende von 10 % – Ist die auch sicher?

Flex LNG schwimmt auf einer großartigen Erfolgswelle. Erst im vergangenen Jahr hat man die Quartalsdividende von 0,40 auf 0,75 USD fast verdoppelt. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2020 hat die Unternehmensführung die Gewinnbeteiligung für die Aktionäre fast verachtfacht. Da kam der Aktienkurs nicht hinterher. Also beträgt die Dividendenrendite der Flex LNG aktuell rund 10 %.

Dazu einige Erläuterungen: Die Norweger pflegen in der Tat eine sehr aktionärsfreundliche Dividendenpolitik. Derzeit plant die Unternehmensführung keinen weiteren Ausbau der Flotte und wird folglich zunächst einen Großteil des Nettogewinns ausschütten. Kurzfristig dürfen Sie also – aus dieser Sicht – mit einer stabilen und möglicherweise sogar weiter steigenden Quartalsdividende kalkulieren.

Das sind die Unwägbarkeiten: Dennoch rechne ich Flex LNG nicht zu den typischen Dividendenbringern des internationalen Kurszettels. Das Geschäftsmodell Reederei und Tankerbetrieb ist volatil. Die Charterraten auf Tagesbasis neigen zu starken Schwankungen, selbst im Boom.

Hierfür ein Beispiel: Am 8. Juni explodierten Teile der wichtigen LNG-Anlage Freeport im US-Bundesstaat Texas. Dort ruht nun die Produktion bis September. In der Folge verteuerte sich Gas vor allem in Europa schlagartig, die Charterraten auf Tagesbasis knickten hingegen für Flex LNG und Co. weg. Die Erklärung ist einfach: Wenn Gas derart knapp wird, dass kein Material zur Verschiffung zur Verfügung steht, ist dies nicht im Sinne der Tankerbetreiber.

Ich möchte Sie also vorbereitet sehen auf schwankende Quartalszahlen und folglich auch gewisse Schwankungen in der Aktie selbst. Ferner gebe ich zu bedenken, dass das Thema Flüssiggas natürlich nicht mehr ganz „jungfräulich“ ist. So kaufen wir die Aktie der Flex LNG ohne Frage zu einer leicht erhöhten Bewertung ein. Zur Vermeidung von Missverständnissen: Ich will jetzt meine eigene Empfehlung nicht schlechtmachen. Aber es ist Tradition in den Premium Chancen, dass Sie auch immer die Risikoseite Ihrer Investments sauber einschätzen können.

Ich trage den genannten Risiken Rechnung. Folglich starten wir in die Aktie der Flex LNG zunächst mit halber Portion, also mit 5 % vom Dividendendepot. So setzen Sie je nach Börsenplatz Ihre Kauforders:

New York: 30,40 USD

Oslo: 298 NOK

Tradegate: 30 Euro

 

Wählen Sie einfach den Börsenplatz aus, der Ihnen einen spesengünstigen Erwerb ermöglicht. Die Auswahl des Börsenplatzes bzw. der Handelswährung hat keine Auswirkung auf die reale Performance der Aktie. Ich persönlich erwerbe die Aktie in New York und setze meinen Kaufkurs als Referenz für das Dividendendepot fest.

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A2PFGD / BMG359472021

Börsenplatz:                  NYSE

Limit:                               kaufen bis 30,40 USD

Gewichtung:                   5 %

Depot:                             7 %- Dividenden-Depot

Gattung:                          Start-up

So kaufen Sie meine Empfehlung:

WKN / ISIN:                    A2PFGD / BMG359472021

Börsenplatz:                  NYSE

Limit:                               kaufen bis 30,40 USD

Gewichtung:                   5 %

Depot:                             7 %-Dividenden-Depot

Gattung:                          Start-up

Gattung:                          Start-up

Gattung:                          Start-up

Dividendenrechner:

Flex LNG Ltd.

WKN / ISIN:       A2PFGD / BMG359472021

3-Jahres-Chart in USD