030 / 403 657 837 (Sprechstunde: Di, 11.00 Uhr bis 13.00 Uhr)|  redaktion@premium-chancen.de

17. November 2021

So profitieren Sie vom Comeback der Kernenergie

Die Stromnachfrage: Im August verkündete unser Wirtschaftsminister Peter Altmaier freudig, dass erstmals 1 Million Teil- und Vollstromer auf deutschen Straßen kreisen. Der Fachminister geht davon aus, dass im Jahr 2030 hierzulande idealerweise rund 14 Millionen E-Fahrzeuge verkehren. Grundsätzlich ist der Befund im Rest Europas, in Nordamerika oder China nicht grundsätzlich anders. Wir steigen allmählich vom Verbrenner auf den Stromer um. Anders formuliert: Die Mobilität wird elektrifiziert. Etwas verzögert werden die Segmente Transport und Logistik folgen. Außerdem werden weltweit immer mehr Immobilien elektrisch beheizt. So wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 120.000 Wärmepumpen verkauft und installiert.

Da muss man kein Prophet sein: Strom wird zu der Energieform der nächsten Jahrzehnte werden. Deshalb soll die Nachfrage bis 2030 um 26 % steigen, bis 2040 sogar um 54 %. Diese Langfrist-Prognose ist natürlich mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. So waren die letzten Verbrauchsschätzungen für Elektrizität oft zu konservativ angesetzt.

Welche Energieträger decken die Mehrnachfrage ab? In den kommenden Jahren wird diese Mehrnachfrage durch den Ausbau der erneuerbaren Produktion nicht zu bewältigen sein. Im vergangenen Jahr bezogen etwa die USA 60 % ihres Stroms aus der Verbrennung von Kohle und Gas. In China ist der Anteil der fossilen Brennstoffe sogar bei 68 %. Schon allein die Umstellung dieser Kapazitäten auf klimaneutrale Energieträger ist eine Herkules-Aufgabe. Freilich gewinnt man durch die Umstellung der Produktion keine einzige zusätzliche Kilowattstunde.

Die internationale Stromknappheit: Europäer haben oftmals keine richtige Vorstellung von der weltweiten Versorgungslage. So wurde bekannt, dass im September zum Beispiel in der chinesischen Industriestadt Shenyang (Provinz Liaoning) der Strom an einem Tag für fast 8 Stunden abgestellt werden musste. Zum besseren Verständnis: Shenyang ist kein Dorf in der mittelchinesischen Pampa, sondern gehört zur besonders gut entwickelten nordöstlichen Küstenregion. Dort leben 8,2 Millionen Menschen. Angeblich ist knapp die Hälfte der chinesischen Regionen latent von Blackouts, also Stromabschaltungen, bedroht. Es gilt: Eine stabile Stromversorgung rund um die Uhr ist in dieser Welt nicht die Regel.

Fazit: Die Klimawende sowie die Beseitigung der globalen Energieknappheit verlangen unter anderem einen Ausbau der Atomkraft.

Japan wird kurzfristig für Nachfrageschub bei Uran sorgen

Die aktuelle Marktlage: Derzeit sind weltweit 442 AKWs operativ am Netz. In den kommenden Jahren werden weitere Atomanlagen aufgeschaltet. So baut derzeit allein China 14 neue AKWs. In Indien befinden sich 6 Standorte im Bau und in der EU etwa 9. Nicht jede diese Anlage bedeutet dabei einen Nettozuwachs des Atomstroms im Strommix. So sind unter anderem in Frankreich einige Anlagen in die Jahre gekommen und werden nun ersetzt.

Die besondere Situation in Japan: Dort hat man nach der Katastrophe von Fukushima diverse AKWs vom Netz genommen, um diese nach den Erfahrungen des GAU entsprechend nachzurüsten. Diese Arbeiten sind nun abgeschlossen. Hier werden in den kommenden Monaten bis zu 30 Einzel-Blöcke wieder angefahren.

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Preise für den Brennstoff Uran seit Jahresanfang um 55 % gestiegen sind. Damit folgt das Material dem Preistrend der Energierohstoffe Öl und Gas. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich im gleichen Zeitraum um 64 %, während das europäische Brent um 58 % anzog. Im Markt gilt: Wenn Öl teurer wird, folgen Gas, Kohle und Strom und eben zuletzt auch Uran. Die Preise der Energieträger korrelieren praktisch eins zu eins.

Dabei zeigt Ihnen die abgebildete Preiskurve, dass Uran ungeachtet der diesjährigen Hausse im langjährigen Vergleich immer noch recht günstig ist. Folglich sehe ich hier weiteres Potenzial. Zur Information: Die Maßeinheit für Uran ist das angelsächsische Pfund, das in Mitteleuropa etwas über 0,45 kg entspricht. Der Rohstoff wird am Weltmarkt in USD gehandelt.

Die neuen Mini-Kraftwerke aus der Serienproduktion

Schon allein die aktuelle Marktlage deutet kurz- und mittelfristig auf einen weiteren Anstieg der Uran-Notierungen hin. Der Markt hat allerdings auch eine langfristige Komponente. Die Rede ist von Minikraftwerken oder auf Englisch von Small Modular Reactors (SMR).

Diese SMR-Modelle bieten eher geringe Nennleistungen von rund 300 Megawatt. Zum Vergleich: Das größte europäische AKW im französischen Gravelines verfügt über eine Nennleistung in Höhe von über 5000 Megawatt. Warum wird die Nennleistung der Mini-Kraftwerke gezielt begrenzt?

Der Zusammenhang ist einfach: Durch die begrenzte Nennleistung schaltet man das Risiko eines Super-GAUs aus. Fliegt eine solche Mini-Anlage in die Luft, bleibt dies ein regionales oder nationales Ereignis. Ferner erlaubt die Kompaktheit der Anlagen eine Produktion in Kleinserien. Die SMR-Modelle werden also im Rahmen eines Baukastens standardisiert vormontiert und erst anschließend ausgeliefert.

So besteht in der Branche die Hoffnung, dass man mittelfristig einen Preis von 1 Milliarde USD pro Einheit bzw. pro 300 Megawatt Nennleistung schaffen wird. Zum Vergleich: Die Erweiterung des britischen AKW Hinkley Point um zwei weitere Reaktoren (Nennleistung: 3.200 Megawatt) wird mindestens 27 Milliarden Euro kosten.

Zu Verdeutlichung des gewaltigen Preisunterschieds breche ich die Produktionskosten auf 100 Megawatt herunter. Danach kostet ein konventionelles Kraftwerk rund 800 Millionen Euro pro 100 Megawatt, während ein SMR-Kraftwerk rund 333 Millionen Euro pro 100 Megawatt Nennleistung kosten wird. Freilich muss ich anmerken, dass meine Rechnung die Installationskosten vor Ort des Mini-Kraftwerks nicht berücksichtigt.

Noch ein Vorteil der neuen SMR-Modelle: Sie sind relativ einfach transportabel und benötigen nur wenig Fläche. So hat Russland bereits 2019 eine kleine SMR-Anlage (70 Megawatt) auf ein Schiff montiert, um zwei abseits gelegene Bohrinseln im äußersten Nordosten des Landes (Pewek) mit Strom zu versorgen. Auf diese Weise erspart man sich den Ausbau einer kostenträchtigen Infrastruktur. Hier gilt: Viele dezentrale Mini-Kraftwerke vor Ort ersetzen ein zentrales Großkraftwerk. Damit erspart man sich den Ausbau der Hochspannungsnetze.

Fazit: Noch ist im Bezug auf die SMR-Technologie das letzte Wort noch nicht gesprochen. Es verdichten sich allerdings die Anzeichen, dass der neue Kraftwerktyp die großvolumigen Anlagen der Vergangenheit im Neubau verdrängen wird und damit erheblich zur Wiedergeburt der Atomkraft beitragen wird. Alle wesentlichen Atomländer wie Großbritannien, Frankreich, USA oder Russland arbeiten derzeit mit Hochdruck an der weiteren Entwicklung der SMR-Technologie.

Die Empfehlung: Cameco freut sich auf steigende Urannachfrage

Nun, wer Atomkraft nutzen will, braucht als Betriebsmittel Uran. Der Markt der Uranförderer ist relativ übersichtlich. Die Marktführer sind der kasachische Förderer Kazatomprom sowie das halbstaatliche französische Atomunternehmen Orano (vormals Areva). Auf Rang 3 folgt das kanadische Minenunternehmen Cameco, das ungefähr 13 bis 15 % der gesicherten und vermuteten Uran-Vorkommen kontrolliert. Dabei stützt man sich wesentlich auf zwei Minen im Norden der kanadischen Provinz Sasketchewan.

Die Mine Cigar Lake bietet dabei Uran erster Qualität, dessen Reinheit 100-mal höher ist als im weltweiten Durchschnitt. Das Projekt McArthur River bietet ebenfalls gute Qualität und vor allem Größe. In den besten Zeiten der Branche stammte bis zu 13 % der Weltproduktion allein aus dieser Mine. Der Standort wurde 2018 allerdings auf Stand-by geschaltet, nachdem der Uranpreis zuvor auf rund 20 USD pro Pfund gefallen war. Cameco kann die Mine jederzeit wieder öffnen, sofern sich die Hausse des Uranpreises fortsetzen wird. Man hat also mächtig Reserven, um vom Comeback der Atomkraft zu profitieren.

Die letzten Cameco-Zahlen: Diese Fragestellung liegt nahe. Profitiert das kanadische Minenunternehmen bereits von der spürbaren Erholung der diversen Uranpreise? Jein. So meldete das Unternehmen im Oktober einen um Einmalfaktoren bereinigten Verlust in Höhe von 54 Millionen CAD (kanadische Dollar). Im laufenden Jahr – also nach 9 Monaten – stehen insgesamt Verluste in Höhe von 0,29 CAD je Aktie zu Buche. Im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum hat man den Verlust nur um 15 % reduzieren können.

Das mäßige Zahlenwerk überrascht mich allerdings nicht. Sicherlich können Sie sich vorstellen, dass das Geschäftsfeld der Cameco auf langfristigen Lieferverträgen beruht. Man kann Uran nicht „just in time“, also spontan bestellen oder ausliefern. Ein Transport des Materials bedarf teils wochenlanger Planungen. Konkret: Die Kanadier arbeiten derzeit immer noch auf Basis der schlechten Preise von 2020. Damit ähnelt der Markt stark demjenigen für Lithium. Zu Erinnerung: Unsere Position Livent verdient auch erst jetzt im laufenden Quartal schönes Geld. Generell hängt die fundamentale Gewinnentwicklung der Uranförderer ebenfalls rund 12 Monate hinter der Preisentwicklung des Rohstoffs zurück.

So wird Cameco erst im nächsten Jahr anständig verdienen. Ausweislich der Konsensschätzungen der Analysten soll der Gewinntrend bereits 2023 wieder abbrechen. Das werde ich beizeiten bewerten. Ich sehe momentan einen anhaltenden Pessimismus der Analysten gegenüber Rohstoff-Investments. So ist man mehrheitlich der Meinung, dass die letzten Preisauftriebe für Öl, Gas, Kupfer etc. nicht nachhaltig sind. Ich hingegen sehe eine rasche Beruhigung der Märkte für Rohstoffe bzw. für Energie-Rohstoffe so nicht.

Meine Empfehlung: Thematisch knüpfen wir mit der Aktie der Cameco an den Kauf der Aker Solutions an. Zu Deutsch: Auch mit dieser Position spielen Sie die Problematik Energieknappheit sowie Inflation. Hinweis auf Interessenkonflikt: Ich bin seit einigen Tagen in der Aktie der Cameco investiert und werde nun nochmals nachlegen. Tun Sie es mir gleich und holen Sie sich die Aktie für den Risikoanteil Ihres Depots (NextGeneration).

Sie kaufen die Aktie der Cameco idealerweise gleich in New York zu Kursen bis 27 USD. Möchten Sie lieber hierzulande handeln? Dann fassen Sie zu Kursen bis 23,90 Euro entweder an der Börse Stuttgart oder über Tradegate zu.

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                 882017 / CA13321L1085
Börsenplatz:               NYSE

Limit:                            kaufen bis 27,00 USD

Gewichtung:                10 %

Depot:                          NextGeneration

So kaufen Sie meine Empfehlung:

WKN / ISIN:                    882017 / CA13321L1085

Börsenplatz:                  NYSE

Limit:                               kaufen bis 27,00 USD

Gewichtung:                   10 %

Depot:                             NextGeneration

 

Uranpreis der letzen 25 Jahre

Cameco Corp.

WKN / ISIN:       882017 / CA13321L1085

3-Jahres-Chart in USD