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11. Mai 2022

Aktienanleihen bieten starke Zinsen bei moderatem Risiko

Lassen Sie mich zunächst etwas akademisch starten! Gelegentlich werden Aktienanleihen mit Unternehmensanleihen verwechselt. Gemeinsam ist beiden Gattungen allerdings nur eine vorab festgelegte Laufzeit und ein fester Zinssatz bzw. Kupon. Die Unternehmensanleihe wird dabei am Ende der Laufzeit in der Regel in bar getilgt. Bei der Aktienanleihe hängt die Art der Tilgung hingegen von der Kursentwicklung der zugrunde liegenden Aktie (Basiswert) ab. Dazu später mehr.

Noch eine Formalie vorab: Wie der Name schon verrät, wird eine Unternehmensanleihe zur Kapitalbeschaffung immer von einem Unternehmen begeben. Die Tilgung und Zinszahlung hängen damit an der Bonität des Unternehmens. Aktienanleihen hingegen werden von Emittenten, sprich Banken aufgelegt. Zu Deutsch: Sie leihen hier einer Bank Geld. Im konkreten Fall ist unser Partner bzw. Schuldner die Landesbank Baden-Württemberg. Sie verfügt über ein Rating von AA+. Ein Ausfall der hier besprochenen Anleihe ist also eher ein Risiko theoretischer Natur.

Genug der Vorbemerkungen! Das sind die harten Fakten meiner heutigen Kaufempfehlung. Ich setze auf eine Aktienanleihe auf Fresenius SE. Das Papier ist ausgestattet mit einem festen Zinskupon von 3,4 % pro Jahr. Dieser Zins fließt an Sie ganz unabhängig von der Kursentwicklung des Basiswertes Fresenius SE am 23. Juni 2023. Für uns wichtiger ist freilich der 16. Juni oder der sog. Bewertungstag. Denn dann entscheidet sich, wie die Anleihe getilgt wird. Die beiden denkbaren Szenarien:

Szenario Bartilgung zu 100 %: Notiert der Basiswert am 16. Juni auf oder über 26 Euro (Schwelle), wird die Anleihe zu 100 % in bar an Sie zurückbezahlt. In diesem Fall erzielen Sie eine Gesamtrendite von 5,75 %. Diese setzt sich zusammen aus dem Zinskupon und einem kleinen Kursgewinn in Höhe von rund 2 %. Zur Info: Gerade notiert die Anleihe zu 98 %. Der Basiswert Fresenius kostet aktuell rund 33,80 Euro. Die Aktie kann also bis zum Bewertungstag um 23 % (Puffer) fallen und trotzdem sacken Sie vor Steuern eine Rendite von 5,75 % ein.

Szenario Aktienzuteilung: Ich unterstelle nun, dass der Basiswert zum Bewertungstag unterhalb von 26 Euro notiert. Machen wir es konkret und sagen, Fresenius kostet 25 Euro. In diesem Szenario teilt Ihnen die Landesbank exakt 38,462 Fresenius-Aktien zu. Das entspricht einem Gegenwert von 961,50 Euro. Zur Erinnerung: Dafür haben Sie heute rund 980 Euro bezahlt. Trotzdem sind Sie aufgrund des geflossenen Zinses immer noch zart im positiven Terrain.

Machen wir es pessimistisch! Fresenius klappt bis zum Bewertungstag auf 20 Euro zusammen. Dann werden Ihnen Aktien im Gegenwert von 769,20 Euro zugeteilt. In diesem pessimistischen Szenario hilft uns dann auch der Zins von 3,4 % nicht mehr viel. Wir wären per saldo in den Miesen. Trotzdem zeigt der Performancevergleich die relativen Vorzüge der Aktienanleihe gegenüber dem Direktinvestment.

Fällt die Fresenius-Aktie auf 20 Euro, hätten Sie nämlich als Käufer der Aktie 40 % verloren. Aufgrund des Puffers der Aktienanleihe sowie des ausbezahlten Zinses hätten Sie mit der Aktienanleihe hingegen nur 18 % verloren. Am rechten Rand habe ich für Sie verschiedene Kursszenarien durchgespielt. Bitte beachten Sie, diese Modellrechnungen beziehen sich auf den Bewertungstag, also den 16. Juni 2023!

Darum eine Aktienanleihe jetzt auf Fresenius

Die Gattung der Aktienanleihen kann in bestimmten Marktphasen wahre Wunderdinge vollbringen. Sie haben nämlich die Chance, auch in einem fallenden Aktienmarkt positive Nettorenditen zu erzielen. Ich wiederhole mich: Im konkreten Fall kann das Papier der Fresenius bis zu 23 % absacken und trotzdem wären wir im Juni 2023 klar im Plus.

Dieser Vorzug hat natürlich einen Preis für uns. Sollte die Fresenius-Aktie nächstens mächtig durchstarten, werden wir im Juni mit einer Rendite von 5,75 % nicht wirklich zufrieden sein. Denn dann wäre das Direktinvestment die bessere Lösung gewesen. Einen Tod müssen wir leider sterben. Hohe Sicherheit bei gleichzeitig maximalem Renditepotenzial, das passt an der Börse praktisch nie zusammen.

Der Praxistipp: Ich gehe davon aus, dass wir mit dieser Anleihe selbst in einem schwachen Marktumfeld unsere Zielrendite von 5,75 % erzielen. Gleichwohl kann ich die Zuteilung der Aktie nicht gänzlich ausschließen. Deshalb kauft der kluge Anleger immer nur solche Aktienanleihen, deren Basiswert er grundsätzlich schätzt. Anders formuliert: Kommt es im Juni 2023 zur Zuteilung der Aktie, müssen wir nicht unbedingt in Tränen ausbrechen.

Deshalb noch einige Worte zu Fresenius SE: Der DAX-Wert verdient im Grundsatz sein Geld fast weltweit mit dem Betrieb und der Dienstleistung rund um Krankenhäuser. So betreibt die Tochter Helios eigene Privatkliniken, während Fresenius Kabi unter anderem Infusionen oder klinisches Essen ausliefert.

Die Perle im Portfolio der Fresenius-Mutter ist die börsennotierte Fresenius Medical Care, die, teils in eigenen Dialyse-Zentren, Patienten betreut, die an chronischer Nieren-Insuffizienz leiden. Das Geschäftsmodell gilt langfristig als ausgesprochen belastbar, da man im Wesentlichen unvermeidbare medizinische Dienstleistungen erbringt. Folglich gehört Fresenius zu den ganz wenigen Dividendenaristokraten des europäischen Kurszettels.

Das Unternehmen musste allerdings im Rahmen der Pandemie einen mittelschweren Rücksetzer hinnehmen. Der Zusammenhang ist klar: Europa und Nordamerika hatten auf dem Covid-Höhepunkt viele Krankenhaus-Betten leer gelassen, damit man im Notfall jeden Covid-Patienten aufnehmen konnte. Das war für Fresenius alles andere als ein Gewinnbringer. Der niedrige Kurs der Aktie spiegelt diesen Sachverhalt wider. Inzwischen hat sich das Blatt allerdings zumindest teilweise gewendet. So meldete das Unternehmen für das abgelaufene Quartal wieder kleines Wachstum bei Gewinn und Umsatz. Ich erwarte, dass sich dieser Trend der Besserung fortsetzen wird.

Ich hatte zuletzt auch lange überlegt, Ihnen den Direktkauf der Aktie vorzuschlagen. Aufgrund des schwierigen Marktumfeldes habe ich mich schließlich entschieden, auf Nummer sicher zu gehen. Kaufen Sie die Aktienanleihe auf Fresenius entweder über die Börse Stuttgart oder Frankfurt! Ein Kauflimit ist zunächst nicht erforderlich. Ich sehe die Aktienanleihe neben Swiss Prime und Welltower als Depotstabilisator für das Dividendendepot vor. Ich kaufe die Position mit der Regelgewichtung von 10 % des Dividendendepots.

Hinweis auf Interessenkonflikt: Ich bin persönlich oder für Dritte in der Aktie der Fresenius SE investiert. Ich werde nach Versendung dieser Empfehlung für einige der von mir betreuten Depots die hier besprochene Aktienanleihe anschaffen.

So kaufen Sie diese Empfehlung:

WKN / ISIN:                 LB2XCM / DE000LB2XCM2
Börsenplatz:               Stuttgart

Limit:                            siehe Depotansicht

Gewichtung:                10 %

Depot:                         7%- Dividenden-Depot

So kaufen Sie meine Empfehlung:

WKN / ISIN:                    LB2XCM / DE000LB2XCM2

Börsenplatz:                  Stuttgart

Limit:                               siehe Depotansicht

Gewichtung:                   10 %

Depot:                             7%-Dividenden-Depot

 

LBBW Aktien-Anleihe auf Fresenius SE & Co. KGaA

WKN / ISIN:       LB2XCM / DE000LB2XCM2

3-Jahres-Chart von Fresenius in EUR

Merkmale (Stand 10.05.22):

letzter Kurs:                          98,00 %

Kupon:                                   3,40 %

Schwelle:                               26,00 EUR

Puffer:                                    23,28 %

Angefallene Stückzinsen:    14,44 EUR

Maximalrendite:                   ca. 5,70 %

Bezugsverhältnis:                  38,46

Bewertungstag:                      16.06.23

Fälligkeitstag:                          23.06.23